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Spanien – ein beliebtes Urlaubsland. Sonne, Strand und südländische Lebensart begeistern auch deutsche Urlauber.  Aber wie sieht es für Tiere aus? Zum Beispiel für Hunde?

Im Jahr 1999 kamen wir zum ersten Mal – mehr oder weniger zufällig – in Kontakt mit einem spanischen Tierheim, dem Tierheim von Roquetas de Mar in der Nähe von Almeria in Andalusien. Wir waren schockiert von all dem Tierleid und bauten unsere Kontakte im Laufe der Jahre aus. Inzwischen haben wir drei spanische Partnertierheime: Roquetas, Granada und ein kleines Tierheim in den Bergen der Sierra Nevada.

Echte Tierheime sind in Spanien leider die Ausnahme. Meist werden herrenlose Hunde vom städtischen Tierfänger in Tötungsstationen gebracht, wo sie einige Tage oder auch länger (meist unter katastrophalen Bedingungen) „aufbewahrt“ und – wenn sich kein Besitzer meldet – schließlich getötet werden.

Warum sollen diese Hunde sterben – nur weil sie das Pech hatten, nicht in Deutschland, sondern in Spanien geboren zu werden? Warum sollen sie sterben, wenn sie woanders die Chance hätten, als Familienhund zu leben und ihrer neuen Familie genau so viel Liebe und Freude zu geben wie sie ihnen?

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Daher nehmen unsere Partnertierheime herrenlose Tiere nicht nur auf, sondern bemühen sich, ein neues Zuhause für sie zu finden. Da es leider schwierig ist, Tierheimhunde in Spanien selbst zu vermitteln – kaum jemand holt sich dort ein Tier aus dem Tierheim – werden die meisten nach Deutschland vermittelt, entweder direkt in eine Familie oder in ein deutsches Tierheim als Zwischenstation.

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Wir beschlossen zu helfen. Daher sind wir eines dieser deutschen Tierheime, die immer wieder mal spanische Hunde aufnehmen – natürlich nur dann, wenn wir selbst Platz haben und gewährleistet ist, dass „unsere eigenen“ deutschen Tiere dabei nicht zu kurz kommen.

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Übrigens: Für alle unsere Partnertierheime gilt – alle Hunde, die ins Ausland gehen, sind geimpft  und gechipt (das ist sowieso gesetzlich vorgeschrieben), entwurmt, auf die gängigen „Mittelmeerkrankheiten“ getestet und auch meist bereits kastriert.

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Tierheim Roquetas
Internet: http://www.tiere-brauchen-hilfe.de/

Das Tierheim von Roquetas de Mar wurde 1992 von deutschen Tierschützern, die das Tierleid nicht mehr mit ansehen konnten, gegründet. Seitdem wurde es immer weiter ausgebaut – dank der Mithilfe vieler Freiwilliger – und beherbergt inzwischen ca. 300 bis 400 Hunde gleichzeitig! Die meisten davon werden in großen Gehegen in Rudeln gehalten, nur unverträgliche Hunde leben in Zwingern.

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Das Tierheim hat freundschaftliche Kontakte zu mehreren deutschen Tierheimen geknüpft, und inzwischen sind die Tierschützer in der Lage, ca. ein Mal monatlich mit dem tierheimeigenen Transporter nach Deutschland zu fahren, um Hunde in eine bessere Zukunft zu bringen.

Die Hunde werden entweder von ihren künftigen Familien direkt übernommen, oder in deutsche Partnertierheime – z.B. nach Kronach – gebracht und von dort in ein neues Zuhause vermittelt.

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Tierheim Granada
Internet: http://www.alterhundnaund.de/13757.html

Das Tierheim Granada besteht seit 1994, es ist deutlich kleiner und kann ca. 150 Hunde und ca. 30 Katzen gleichzeitig aufnehmen. Der Bedarf wäre natürlich um ein Vielfaches größer, aber leider sind die Aufnahmekapazitäten des kleinen Tierheims ständig erschöpft. Es fehlt an Mitteln und Personal, um noch mehr Tiere zu retten. Etwa 25 Freiwillige arbeiten unermüdlich und unentgeltlich – neben ihren eigentlichen Berufen –, um die Tiere zu versorgen und um neue Familien für sie zu finden.

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Im Jahr 2000 erfuhren wir von den Aktivitäten der Tierschützer in Granada, seitdem sind unsere Kontakte immer enger geworden, und auch hier versuchen wir zu helfen, soweit es geht.

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Da das Tierheim Granada leider über kein Transportfahrzeug verfügt, ist es auf Flugpaten angewiesen, um Tiere nach Deutschland zu bringen. Wir sind daher ständig auf der Suche nach Flugpaten!

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Tierheim Sierra  Nevada
Internet: http://www.refugioanimales-sierranevada.org.es/

Einige Zeit später erfuhren wir zufällig von einem weiteren Tierheim in den Bergen der Sierra Nevada. Eigentlich war es ursprünglich nur das – inzwischen unbewohnte – Landhaus eines Privatmanns, der begonnen hatte, herrenlose Hunde und Katzen zu „sammeln“. Sie lebten in selbstgebauten Behelfszwingern und Käfigen auf dem Grundstück und wurden von ihm versorgt.

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Trotz aller guten Absichten des spanischen Tierfreundes war er mit der immer größer werdenden Hundegruppe einfach überfordert. Hilfe kam jedoch von weiteren Tierschützern, die sich an dem „Projekt“ beteiligten, und so wurde ein regulärer Tierschutzverein gegründet, das alte Landhaus wurde zum Tierheim, die Tiere wurden tierärztlich versorgt und größtenteils kastriert (vorher hatten sie sich wild vermehrt) und die Vermittlungsaktivitäten begannen – auch hier werden fast alle Tiere ins Ausland vermittelt. Und wieder sind Flugpaten meist die einzige Möglichkeit.

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Die Tierschützer in der Sierra Nevada haben mit geringen Mitteln wirklich Unglaubliches geleistet. Die Tierhaltungsverhältnisse im neu gegründeten Tierheim haben sich erheblich verbessert und die Tiere werden liebevoll jeden Tag versorgt. Viele von ihnen haben seitdem ein gutes neues Zuhause gefunden – oft konnten wir dabei helfen, so dass nun auch schon einige ehemalige „Sierra-Hunde“ in und um Kronach leben.

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Inzwischen beherbergt das Tierheim Sierra Nevada ca. 80 Hunde und 20 Katzen gleichzeitig. Sie werden ausschließlich von unbezahlten Freiwilligen versorgt.

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Helfen Sie uns zu helfen!
Auch wenn es „nur“ um Einzelschicksale geht – jedes gerettete Leben ist die Mühe wert!

Welchen Unterschied macht es, ob ein Tier in Deutschland, Spanien oder anderswo geboren wurde?

Tierschutz ist grenzenlos!

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