Sommerzeit – das bedeutet für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres: Urlaub, Ferien, Freizeit und grenzenlosen Spaß.
Sommerzeit – für viele Tiere bedeutet dies aber auch die schlimmste Zeit des Jahres: ausgesetzt werden, Tod am Straßenrand, Krankheit, Hunger, Einsamkeit und grenzenloses Leid.
Es ist jedes Jahr dasselbe. Was für die einen die glücklichsten Wochen des Jahres sind, wird für die anderen die traumatischste Erfahrung ihres Lebens: wir reden vom Aussetzen. Zu keiner anderen Jahreszeit werden so viele Tiere ausgesetzt wie im Sommer. Ob dies nun immer an den Reiseplänen liegt, die Hund oder Katze durchkreuzen würden, wissen wir nicht. Fest steht nur, dass gerade der Sommer eine ganz besondere Leidenszeit für Hund, Katze und Kleintier darstellt.
Und dabei sollte man doch meinen, dass die Menschheit langsam erwachsen werden müsste, dass jeder, der sich „Mensch“ nennen möchte, auch so viel Verantwortungsgefühl mitbringt, um mit einem ihm anvertrauten Wesen auch „menschlich“ umzugehen. Doch leider ist das nicht so. Auch nach vielen tausend Jahren steckt die Menschheit anscheinend immer noch in den Kinderschuhen und muss noch viel dazulernen, was Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein bedeuten.
Niemand ist ja gezwungen, ein Tier zu halten, aber wenn er es tut, sollte er sich diesen Schritt vorher gründlichst überlegen. Es sollte nicht nur genügend Zeit für Auslauf, Pflege, Erziehung und Streicheleinheiten, sondern auch das nötige finanzielle Polster für Futter, Tierarzt, Steuer, Versicherung etc. vorhanden sein. Auch die persönlichen Lebensumstände müssen einfach stimmen. Was nützt es denn dem Tier, wenn es nach einem Jahr wieder aus seiner Familie herausgerissen wird, weil sich die Leute trennen oder in eine Wohnung mit Tierhaltungsverbot umziehen? Hund und Katze können durchaus 15 Jahre alt werden – da sollte man doch über seine Nasenspitze hinaussehen und etwas länger als nur bis zum nächsten Monat planen können. Und last, but not least muss eine Urlaubsbetreuung gesichert sein, wenn man seinen vierbeinigen Kameraden nicht mit in die Ferien nehmen kann oder will. Wer eine Urlaubsreise antreten möchte, muss eben nicht nur genügend Geld für Hotel und Flug, sondern auch für eine Tierpension auf die Seite legen. Doch daran scheitert es wohl bei manchen Tierbesitzern. Auch nach jahrelangem Zusammenleben mit ihrem Tier bringen sie es fertig, ihren Liebling kalt wie ein Eisklotz auf die Straße zu setzen.
Natürlich finden die Menschen aber auch noch andere Gründe, um ihren liebsten Gefährten loszuwerden. Alter oder Krankheit eines Tieres, Umzug, Geburt eines Babies, Zeitmangel und vieles mehr lassen sich hier aufführen.
Es ist aber auch so einfach: Tier ins Auto packen, möglichst weit weg fahren, Tür auf, Vierbeiner raus, Tür zu und dann Gas geben und nichts wie weg. Zurück bleibt ein völlig verstörtes Wesen, das nicht weiß, was geschehen ist und was es nun machen soll.
Da es fast unmöglich ist, einen Täter zu überführen – man müsste ihn schon auf frischer Tat ertappen – wiegen sich diese Menschen natürlich in Sicherheit. Wie sie es aber schaffen, sich selbst noch in die Augen schauen zu können, ist unbegreiflich. Haben solche Leute denn überhaupt kein Gewissen? Eins ist sicher: wer dazu fähig ist, einem wehrlosen und unschuldigen Mitgeschöpf so etwas Abscheuliches anzutun, der kann auch im Umgang mit anderen Menschen nicht gerade ein Engel sein.
Um unseren vierpfotigen Mitgeschöpfen Leid zu ersparen, daher – wie schon so oft – noch einmal unser Aufruf: Wenn Sie Ihr Tier los werden möchten, so bringen Sie es bitte ins nächste Tierheim! Das Tierheim Kronach verlangt bei der Abgabe eines Tieres keine Gebühr, auch wenn es natürlich schön wäre, wenn Hund oder Katze wenigstens geimpft wären (dies ist jedoch nur eine Bitte, kein Muss).
Eine besonders traurige Leidensgeschichte hat Spitzmischling „Bärle“ hinter sich. Er wurde am 22.06.06 über eine Hecke in einen Garten in Tschirn geworfen, wo ihn die Anwohner kurz darauf fanden. Als Mitarbeiter des Tierschutzvereins Kronach den armen Hundeopa abholten, trauten sie ihren Augen nicht – so erbarmungswürdig war der Anblick des kleinen Rüden. Bärle, wie er später genannt wurde, war bis auf die Knochen verfilzt, klapperdürr, außerdem blind und taub. Beim späteren Scheren kamen etliche Wunden und Narben unter dem Zottelfell zutage. Was mag dieser arme alte Kerl wohl alles erlebt haben? Was für ein schreckliches Leben mag er geführt haben? Schließlich war er wohl für seinen Besitzer überflüssig und zu alt geworden und wurde wie ein Sack Müll entsorgt.
Im Tierheim Kronach angekommen, wurde Bärle erst einmal ein bisschen aufgepäppelt und geschoren und fand sich trotz Blindheit und Taubheit schon nach wenigen Tagen erstaunlicherweise sehr gut zurecht.
Wie schön, dass diese traurige Geschichte nun doch noch ein Happy-End gefunden hat, denn Bärle lebt seit dem 01.07. in seiner eigenen Familie. Trotz Alter und Behinderung wird er geliebt, vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben. Und unser Hundeopa blüht von Tag zu Tag mehr auf, er genießt seinen Lebensabend in vollen Zügen, folgt seinem Frauchen auf Schritt und Tritt und kann von Streicheleinheiten gar nicht genug bekommen.
Nur zu schade, dass nicht jedes Tierschicksal so einen glücklichen Ausgang findet!
Übrigens sind es gar nicht immer nur alte Hunde, die ausgesetzt werden. Dies beweist die reinrassige und bildschöne Dt. Dogge, die Anfang Juni am Bauhof in Marktrodach angebunden und ihrem Schicksal überlassen wurde (auch sie hat inzwischen eine neue Heimat gefunden).
Ein besonderes Kapitel im Drama „Tierschicksale“ nehmen leider die Katzen ein. Misshandlungen, Quälereien und Aussetzen sind hier an der Tagesordnung. Vor allem im Sommer können die Mitarbeiter des Tierheims Kronach ein trauriges Liedchen darüber singen. Kaum ein Tag vergeht, an dem kein Neuzugang eintrudelt, oft sind es ganze Würfe kleiner Kätzchen und fast immer sind sie ausgesetzt. Gerade bei Katzen macht sich anscheinend kaum jemand die Mühe, seinen unerwünschten Nachwuchs regulär im Tierheim abzugeben – mit schlimmen Folgen. Oft waren die Kleinen schon tagelang im Freien, ohne Nahrung, Wärme und Schutz. Als Folge davon sind viele bereits erkrankt, wenn sie ins Tierheim kommen. Mit viel Mühe, Zeit und Kosten werden die Findlinge in der Quarantänestation des Tierheims aufgepäppelt, doch nicht jedes Kätzchen schafft es.
Wie viel Leid haben die Tierpfleger hierbei schon erleben müssen! Wie oft haben sie schon gepredigt, dass doch jeder Katzenbesitzer seine Tiere kastrieren solle! Dies gilt insbesondere für Bauernhöfe, auf denen meist eine Vielzahl von Katzen leben, sich unkontrolliert vermehren und teilweise dann auch abwandern oder ins Tierheim gebracht werden. Viele davon sind bereits verwildert, da sie den Umgang mit Menschen nicht mehr gewöhnt sind, und haben es somit umso schwerer, in geeignete Hände vermittelt zu werden. Hinter Tierheimgittern eingesperrt leiden sie unter Stress und sind somit anfällig für die verschiedensten Krankheiten. Endlose Leidensgeschichten könnten die Tierpfleger des Tierheims dazu erzählen.
Daher appellieren wir eindringlichst an alle Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen – übrigens auch die Kater! Nur so kann das Elend der ausgesetzten und unerwünschten Katzen eingedämmt werden.
Wie immer im Sommer quellen auch im Moment die Katzenzimmer des Tierheims Kronach wieder mal aus allen Nähten. Sollten Sie daher auf der Suche nach einem schnurrenden Hausgenossen sein, vergessen Sie doch bitte nicht, einmal bei uns im Tierheim vorbeizuschauen! Auch über Spenden (gern auch in Form von Katzen-Dosenfutter) würden wir uns riesig freuen, denn zur Zeit schmelzen unsere Vorräte dank der gierigen kleinen Katzenkinder schneller als Eis in der Sonne….
Unsere Samtpfoten sagen DANKE!!!
Und selbstverständlich würden sich auch unsere Hunde und Kleintiere (Zwergkaninchen, Ratten, Farbmäuse und Wüstenrennmäuse) über eine liebevolle und dauerhafte Bleibe sehr freuen. Bitte überlegen Sie sich jedoch diesen Schritt gründlich, denn nach vielen traurigen Erlebnissen sollen unsere Schützlinge nun endlich die Schokoladenseite des Lebens kennenlernen dürfen. Unser Tierheim-Personal berät Sie daher sehr gerne ausführlich, ob und welches Tier am besten zu Ihnen passt. Nie wieder soll es für unsere Tiere heißen: Sommerzeit – Leidenszeit!





Oktober 10th, 2008 at 15:52
ich könnte mich tierisch aufregen über solche verantwortungslosen menschen die unschuldigen tieren immer wieder leid zufügen!!! ich kann nur hoffen dass alle irgendwann einmal ihre gerechte strafe bekommen!!! solche menschen müssten genauso leiden wie die tiere denen sie so etwas antun!! es macht mich echt traurig!
lg sabine