Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Vielen Tieren hat es Glück gebracht. Sie konnten aus schrecklichen Verhältnissen gerettet werden und durften in neuen liebevollen Familien ein Zuhause finden.
Doch wie jedes Jahr mussten wir auch heuer wieder viel Leid erleben, viel Gedankenlosigkeit, Ignoranz und auch Grausamkeit. In beispielloser Weise wurde unser Tierheim dieses Jahr von einer Flut aus Abgabe- und Fundhunden überschwemmt, so dass wir vor allem im Sommer aus Platzmangel oft weder aus noch ein wussten.
Besonders in Erinnerung geblieben sind uns dabei der uralte, völlig verfilzte und kranke Foxterrier, der mitten im Wald verzweifelt am Ende einer Reifenspur saß und auf sein verantwortungsloses Herrchen wartete, das ihn dort gerade ausgesetzt hatte. Oder der alte nierenkranke Dackel, der ebenfalls gefunden wurde und nach dem nie mehr jemand gefragt hat. Oder all die vielen Junghunde, die aus einer gefühlsduseligen Laune heraus angeschafft wurden, nur um dann im Tierheim zu landen, weil ihre Besitzer festgestellt hatten, dass so ein Tier Arbeit macht und sie eigentlich gar keine Zeit dafür haben. Die Liste ließe sich endlos verlängern. Noch immer warten viele Waisenhunde bei uns hoffnungsvoll auf eine bessere Zukunft.
Aufgrund der Hundeschwemme und der vielen traurigen Schicksale waren wir manchmal schier am Verzweifeln, denn so schlimm war es noch kein Jahr gewesen. Dabei hatten wir doch gehofft, dass die Menschen langsam dazulernen, verantwortungsbewusster werden und ein besseres Gespür für das Leid und die Bedürfnisse der ihnen anvertrauten Tiere entwickeln. Doch das Gegenteil war der Fall, zumindest hat es sich heuer so dargestellt. Wir hoffen immer noch, dass es sich nur um eine Phase handelt und wir nicht langsam spanischen Verhältnissen entgegendriften…
Bei den Katzen war die Situation ebenfalls nicht besser. Unzählige kleine Kätzchen haben wir aufgenommen, oft halb verhungert, krank und am Ende ihrer Kräfte. Fast alle wurden draußen gefunden, waren entweder ausgesetzt oder von wild lebenden herrenlosen Müttern geboren worden. Das Elend der frei lebenden Katzen ist grenzenlos und wird weiter bestehen, solange es immer noch Menschen gibt, die ihre Samtpfötchen nicht kastrieren lassen. Wie oft brach es uns das Herz, wenn wir ein todkrankes Kätzchen von seinen Leiden erlösen mussten! Obwohl wir immer versucht haben, alles Menschenmögliche zu tun, nagen die Gewissenbisse an uns, dass es vielleicht doch nicht genug war, wohingegen die Verursacher des Elends frei von jeglichen Skrupeln sind und uns für unser Mitleid wahrscheinlich noch auslachen. Was für eine Welt! Was für Menschen!
Doch auch wenn wir nicht alle Katzen retten konnten: Jedes einzelne Leben zählt!
Und so denken wir, dass wir auch heuer wieder vielen Tieren zu einem besseren Leben – oder sogar überhaupt zu einem Leben – verholfen haben. Ganz allein hätten wir aber sicher nicht soviel geschafft. Daher möchten wir uns an dieser Stelle ganz ganz herzlich bei allen “Heinzelmännchen” bedanken, die in irgendeiner Form zum Tierschutz beigetragen haben. Erwähnen möchte ich hier nicht nur unsere fleißigen Spender, ohne die ein Überleben unseres Vereins unmöglich wäre, sondern auch unsere Hunde-Ausführer, unsere ehrenamtlichen Helfer, die vielen netten Menschen, die unsere Futterspenden-Tonnen in den Supermärkten füllen, wild lebende Katzen füttern und zum Kastrieren einfangen oder uns in irgendeiner Form unterstützt haben. Auch an die Zeitungen ergeht ein ganz dickes Lob, denn ohne die wöchentliche Vorstellung unserer Tiere würden weit weniger ein neues Zuhause finden.
Bitte halten Sie auch im Neuen Jahr einen Platz in Ihrem Herzen für uns bereit, denn nur wenn wir alle zusammen helfen, können wir zum Wohl der Tiere etwas erreichen und die Welt vielleicht ein klein wenig verbessern.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein sorgenfreies und besinnliches Weihnachtsfest sowie ein gesundes und glückliches Jahr 2012!
Ihr Tierschutzverein Kronach









