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Im Landkreis häufen sich die Fälle, in denen verwahrloste Haustiere gefunden werden. Das jedenfalls stellt das Kronacher Tierheim fest – und auch die Veterinäre des Landratsamtes sind alarmiert. „Wir registrieren tatsächlich in den letzten Wochen eine nicht zu erwartende Häufung solcher Fälle“, sagt Veterinär-Oberrat Markus Heckel, „wenn man die letzten Jahre dazu in Relation sieht.

Ende August erhielt das Tierheim Nachricht über zwei verwahrloste Hunde aus Nordhalben. Der Anblick der Hunde verschlug Katrin Meserth vom Kronacher Tierheim den Atem. „Bei den Hunden handelt es sich um einen Border-Colliemix und einen Sheltie. Beide Hunde hatten fast kein Fell mehr, kratzten sich ständig und waren voller Flöhe“, erzählt sie.


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Bereits im Juni wurden innerhalb von nur zwei Wochen vier Hunde in der Wildnis gefunden, deren Zustand auch alles andere als zufriedenstellend war. Einer davon war schon sehr alt, hatte eingewachsene Krallen und faulige Zähne, die gezogen werden mussten. „Wer wirft so ein armes Tier einfach auf die Straße?“, fragt sich Katrin Meserth – eine Antwort darauf hat sie nicht gefunden.

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“Idefix” – wie der kleine Hundeopa genannt wurde – hatte Glück: er hat inzwischen eine neue Familie gefunden.

Einer dieser Fundhunde, eine Hündin, ist immer noch im Tierheim. „Sie hat panische Angst vor Fremden“, sagt die stellvertretende Leiterin des Tierheims, „und hat vermutlich Schlimmes erlebt, bevor sie ausgesetzt wurde.“

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Joy sucht Menschen mit viel Geduld und Liebe.

Viele traurige Fälle von Tierquälerei

Die Liste der verwahrlosten Tiere ist noch weitaus länger. Ein Kaninchen verfing sich mit seinem Bein im Käfig  in einem Strang aus Heu- und Strohhalmen. Die Blutzufuhr wurde abgeschnitten. Weil der Besitzer das Tier völlig vernachlässigte, fing dessen Bein  zu faulen an. Das Kaninchen musste eingeschläfert werden.

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Die Häufung solcher Fälle nennt Meserth sehr ungewöhnlich und vor allem bedenklich. Ein Grund könnte sein, so Heckel, dass die gesellschaftliche Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klaffe. Haustiere von sozial schwachen Menschen würden von der Armutsfalle noch schneller erfasst als die Besitzer und von diesen vernachlässigt – bis hin zur Tierquälerei.

Das Fass zum Überlaufen brachte zuletzt der Fund eines völlig verwahrlosten Hundes in Gehülz. Anfang September erhielt das Tierheim einen Anruf von der Polizei, dass in einem Garten in Gehülz ein bewegungsunfähiger Hund liege. „Wir fanden eine mittelgroße Hündin“, erzählt Katrin Meserth noch heute fassungslos, „deren Fellfarbe mal hellbraun gewesen sein muss. Viel war vom Fell aber nicht mehr übrig, der Körper war fast kahl, alles eine Brutstätte für Flöhe.“ Teilweise hatte sich das Tier wund und blutig gekratzt.

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„Die Hündin lag auf der Seite, zappelte ab und zu etwas, konnte sich aber nicht mehr aufrichten. Es war sofort klar, dass sie im Sterben lag.“ Ob es an Unterernährung lag oder ob das Tier vorher von einem Auto angefahren worden war, konnte man nicht mehr feststellen. Die Mitarbeiter des Tierheims brachten die Hündin jedenfalls sofort zum Tierarzt, wo sie eingeschläfert wurde, um sie von ihren Leiden zu erlösen. Die Polizei ist dankbar für Hinweise über den Besitzer des Hundes unter der Telefonnummer 09261/5030.

Augen und Ohren auf!

Im Fernsehen laufen beständig Dokumentationen über Tierquälerei – Tiertransporte, Massentierhaltung und Tierversuche. In der Regel handelt es sich um Fälle, die fernab von Oberfranken stattfinden. „Doch der Schein trügt“, sagt Katrin Meserth, „unter dem edlen Mäntelchen lassen sich auch bei uns schreckliche Fälle von Tierquälerei entdecken. Vielleicht in kleinerem Ausmaß und eher im Verborgenen, aber nicht weniger verwerflich.“

Der Tierschutzverein und das Veterinäramt in Kronach bitten darum, dass die Menschen ein offenes Auge und Ohr für die Nöte der Tiere haben müssen. Auffälligkeiten sollten in jedem Fall gemeldet werden; die Mitarbeiter des Tierschutzvereins und vom Veterinärwesen werden die Fälle dann prüfen.

Auch an das Gewissen der Haustierhalter möchte man appellieren. „Behandeln Sie ihre Tiere so“, betont Meserth, „wie auch Sie behandelt werden möchten.“ Sollte man sein Tier aus irgendeinem Grund nicht mehr versorgen können, dann könne man es ins Tierheim bringen. „Wir verlangen doch keine Gebühr, wenn jemand sein Tier bei uns abgibt“, unterstreicht Meserth, „es ist also überhaupt nicht nötig, das Tier einfach auszusetzen.“

Wer einen Fall von Verwahrlosung oder Tierquälerei melden möchte, der kann sich an den Kronacher Tierschutzverein unter der Telefonnummer 09261/20111 oder 0171/3760632 wenden. Oder man wendet sich an das Veterinäramt in Kronach unter der Telefonnummer 09261/678444.

Quelle: Fränkischer Tag, Lokalredaktion Kronach

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