So zierlich und unscheinbar die grau getigerte Sanserei auf den ersten Blick auch wirken mag – sie ist zur Zeit die unumschränkte Chefin im Katzenzimmer des Tierheims! Da darf sich keine andere Samtpfote etwas erlauben, was Sanserei zuwider ist, sonst gibt es gleich Saures! Ja, Sanserei hat die Hosen an und setzt sich durch. 🙂

Vermutlich hat sie diese Charakterstärke in der harten Schule des Straßenlebens lernen müssen, denn Sanserei wurde gefunden und wir nehmen an, dass sie lange Zeit auf sich allein gestellt unterwegs war. Es gab niemanden, der sie versorgt hätte, niemand, der sich gekümmert hätte, niemand, der ihr regelmäßig Futter oder Streicheleinheiten angeboten hätte, niemand, auf den sie sich hätte verlassen können. So ist es kein Wunder, wenn sie im täglichen Überlebenskampf lernen musste, sich durchzusetzen.

Auch uns Menschen gegenüber ist Sanserei sehr selbstbewusst. Sie ist nicht ängstlich oder scheu, sondern zutraulich und aufgeschlossen. Sie sucht unsere Nähe und lässt sich sehr gern streicheln – aber nur, wenn sie gerade Lust dazu hat! Wehe, wenn man sie belästigt, wenn Madame gerade ihre Ruhe haben möchte! Dann kann es durchaus einen Pfotenhieb setzen. Ja, Sanserei ist wirklich die unumschränkte Queen des Katzenzimmers und regiert ihre Untertanen – zu denen sie auch uns Menschen zählt – mit strenger Pfote.

Aus diesem Grund ist Sanserei nur für katzenerfahrene Liebhaber geeignet. Kleine Kinder sollten nicht in ihrem neuen Heim leben. Man muss Sanserei einfach so nehmen wie sie ist – eine stolze und starke Persönlichkeit mit Ecken und Kanten. Gerade das macht sie zu etwas Besonderem.

Auch andere Katzen sollten in ihrem neuen Zuhause nicht leben. Sanserei möchte eine Einzelprinzessin sein und ihr kleines Reich nicht mit Artgenossen teilen.

Da Sanserei ihr Leben lang draußen verbracht hat, soll sie auch zukünftig wieder über Freigang verfügen können. Sie ist nicht der Typ, den man einsperren kann. Sanserei braucht ihre Freiheit, sie möchte Patrouillen durch ihr Revier laufen, möchte in der Sonne liegen, die Umgebung beobachten, Mäuschen fangen und und und. Auf Dauer eingesperrt im Haus (so wie es jetzt im Tierheim der Fall ist), wird die selbstbewusste Katzendame nur unleidig und mürrisch, da sie nicht ausgelastet ist.

Doch im Unterschied zu ihrem traurigen vorherigen Leben soll sie diesmal immer die Möglichkeit haben, in ihr Zuhause zurückzukehren, um Streicheleinheiten abzuholen, um an ihren sicheren Fressplatz zu gelangen, den ihr niemand mehr streitig machen kann oder einfach nur um gemütlich auf dem Sofa zu schlafen und keine Sorgen haben zu müssen. Sanserei sehnt sich nach einem ruhigen Leben in Sicherheit und Geborgenheit. Wer könnte ihr das verdenken?

Welche netten Menschen haben Verständnis für unsere selbstbewusste Katzenqueen und schenken Sanserei ein glückliches und erfülltes Leben?