Ramira trieb sich tagelang in der Nähe eines Ferienhauses in Lauenstein herum. Sie bettelte um Futter und suchte offenbar Anschluss. Obwohl die Urlauber in der Nachbarschaft herumfragten, schien niemand die grau-weiße Katzendame zu kennen. Da Ramira einen dicken Bauch hatte und die Leute befürchteten, sie könnte hochträchtig sein, brachten sie sie schließlich ins Tierheim.

Beim Tierarzt stellte sich jedoch heraus, dass Ramira nicht trächtig war, sondern sogar höchstwahrscheinlich sogar kastriert ist. Man konnte eine alte Naht am Bauch erfühlen. Da viele kastrierte Katzen im Alter einen Schwabbelbauch bekommen und Ramira laut Tierarzt mindestens 10, eher 12 Jahre alt ist, kann dies also tatsächlich zutreffen. Zudem frisst unsere Findlingsomi auch noch für ihr Leben gern und so braucht man sich über den beträchtlichen Bauchumfang auch nicht wundern. 🙂

Zu schade, dass Ramira bis jetzt noch nicht als vermisst gemeldet worden ist! Vielleicht hätte sie ja doch einen Besitzer gehabt! Immerhin muss sie jemand mal kastriert haben und auch ihr Ernährungszustand war beim Auffinden nicht schlecht. Doch da sich Ramira schon seit Anfang August bei uns befindet und sich seitdem niemand gemeldet hat, geben wir nun langsam die Hoffnung auf und suchen ein neues, schönes Plätzchen für die süße Maus.

Trotz ihres Alters ist Ramira noch topfit, neugierig, lebenslustig und aufgeweckt. Sie ist meist überall vorn dran, wo etwas los ist, begrüßt Besucher im Katzenzimmer, schaut den Tierpflegern bei der Arbeit zu oder bettelt sie um Leckerlis an. Wenn früh die Näpfe gefüllt werden, ist sie eine der ersten, die stramm stehen und es kaum erwarten können. 🙂

Ramira lässt sich auch sehr gerne streicheln. Sie ist kein Fräulein Rührmichnichtan, sondern freut sich, wenn man etwas mit ihr schmust. Dann räkelt sie sich genüsslich, schmiegt sich um Beine und Arme und schnurrt so laut, dass sie einem Rasenmäher Konkurrenz machen könnte. 🙂

Unsere Katzenomi ist wirklich eine problemlose, liebenswerte, sympathische und durch und durch freundliche Seele, die man einfach gern haben muss. Sie ist gutmütig und sanft und wäre sicher auch für Katzenanfänger geeignet. Auch Kinder sollten kein Problem sein, solange sie nicht zu wild sind und liebevoll mit der Omi umgehen. Denn auch wenn Ramira für ihr Alter noch gut drauf ist, ist sie natürlich trotzdem altersbedingt eine ruhige Katze.

Sicher wäre sie eine angenehme Hausgenossin, denn Ramira ist sehr sauber, brav und macht auch nichts kaputt.

Da sie draußen gefunden wurde und ganz offensichtlich Freigang gewöhnt war, wäre es schön, wenn sie auch in Zukunft die Möglichkeit dazu haben könnte. Ob sie diese dann nutzt, weiß man nicht – zumindest ist sie im Tierheim nur selten im Außenbereich des Katzengeheges anzutreffen. Meist hält sie sich im Zimmer auf, wo sie gemütlich in einem Körbchen liegt und alles überblicken kann. Wir vermuten, dass sie am liebsten dort ist, wo auch ihre Menschen sind und vielleicht nur dann stiften geht, wenn niemand zuhause ist. Vielleicht sucht sie dann aus lauter Langeweile etwas Ansprache.

Mit den anderen Katzen hat Ramira übrigens bis jetzt keine Probleme. Sie sucht zwar deren Nähe nicht, hat bis jetzt aber noch nie Streit angefangen. Nur wenn ihr die anderen ungebührlich nah kommen oder vor ihren Augen herumflitzen, weist sie sie mit einem Fauchen wieder in die Schranken.

Wie schön wäre es, wenn diese liebe Katzenomi ihren Lebensabend nicht im Tierheim verbringen müsste! Ramira wünscht sich eine Familie, in der sie sich geborgen und willkommen fühlen kann, die sich mit ihr beschäftigt, für sie da ist und immer gut versorgt.
Leider ist es schwierig, tierliebe Menschen für einen Senior zu finden. Freilich ist die Lebenserwartung nicht mehr so hoch wie bei einem Jungtier, freilich können Tierarztkosten auf einen zukommen (Ramira zum Beispiel hat etwas erhöhte Nierenwerte, braucht im Moment aber noch kein extra Futter oder Medikamente, aber es muss beobachtet werden). Nicht jeder ist bereit dazu. Aber noch haben wir die Hoffnung nicht aufgegeben. Denn es gibt sie: diese wahren Tierfreunde, die auch für Katzenomis und –opis ein Herz haben, ungeachtet der damit verbundenen Nachteile. Wie schön wäre es, wenn wir für Ramira so einen Engel finden würden. Die süße Maus hätte es wirklich verdient!