Jannika gehört zu den zahllosen Katzen, die Jahr für Jahr auf Bauernhöfen, in Scheunen oder ähnlichen Unterschlüpfen geboren werden. Vermutlich ist ihre Mutter eine frei lebende, verwilderte Katze, die niemandem gehört und die sich – da sie natürlich nicht kastriert ist – ungehemmt weiter vermehrt, um weiteren Nachwuchs zu produzieren, der genauso verwildert und unerwünscht ist… Es ist eine Spirale des Elends und des Leids. 🙁

Ab und zu gelingt es Tierschützern, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und ein paar dieser Katzen einzufangen und zu kastrieren. Es ist eine Sisyphus-Arbeit, aber jede Katze weniger, die geboren wird, trägt zur Verminderung des Leids bei.

Auch Jannika hatte nie einen Besitzer. Sie wurde in Freiheit geboren, ihre Mutter ist unbekannt. Doch Jannika hatte großes Glück: Anwohner kümmerten sich um das Katzenmädchen, fütterten es und konnten es schließlich einfangen und ins Tierheim bringen.

Anfangs war Jannika bei uns sehr scheu, sie versteckte sich im hintersten Winkel, war nur auf der Flucht und wollte sich nicht anfassen lassen. Wenn man bedenkt, dass sie fast ohne Kontakt zu Menschen aufgewachsen ist, ist das nur zu verständlich. Trotzdem hat Jannika schnell verstanden, dass ihr von uns keine Gefahr droht, sondern dass wir – im Gegenteil – sogar für ihr Wohlbefinden in Form von Futter, Wärme, kuscheligen Decken, Streicheleinheiten und Leckerlis sorgen. So ist das schlaue Katzenmädchen nach und nach aufgetaut und hat Vertrauen gefasst.

Freilich, trotzdem ist Jannika nicht gerade ein Draufgänger. Sie gehört nicht zu der Sorte Katzen, die gleich auf jeden Fremden zugehen und sich ihm an den Hals werfen. Wenn man ihr jedoch ein bisschen Zeit lässt, sich langsam nähert und liebevoll mit ihr spricht, bleibt sie sitzen oder kommt einem sogar entgegen. Wenn sie spürt, dass man es gut mit ihr meint, lässt sie sich gerne streicheln, wobei sie sich wohlig räkelt und schon nach kurzer Zeit anfängt, zu schnurren.

Hat Jannika erst einmal Vertrauen gefasst, hält sie sich sehr gern in der Nähe ihrer Menschen auf, beobachtet sie und bietet sich immer mal wieder zum Streicheln an. Sie ist sehr anhänglich und dankbar für jegliche zärtliche Zuwendung.

Unbekannte Gegenstände untersucht sie vorsichtig, aber neugierig. Man spürt deutlich, dass das Katzenmädchen dicht an der Schwelle steht, noch weiter aus sich herauszugehen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis sich Jannika zu einer ganz normalen jungen Katze entwickelt hat, die gerne spielt, Unsinn macht und vor allem natürlich gerne schmust.

Bei allem ist Jannika aber trotzdem eher ein ruhiger Typ und alles andere als ein wilder Feger. Sie ist stubenrein, brav und sauber und macht auch nichts kaputt. Ein ruhiges Zuhause ohne Trubel und Hektik würde sie ganz sicher vorziehen.

Mit anderen Katzen versteht sie sich sehr gut und könnte daher sicher auch prima als Zweitkatze leben.

Da Jannika in Freiheit geboren und aufgewachsen ist, würden wir sie lieber in ein Zuhause mit Freigang vermitteln. Die ersten Wochen sollte sie zur Eingewöhnung aber auf jeden Fall im Haus bleiben und in Anbetracht der Tatsache, dass der Winter vor der Tür steht, könnte man sie auch bis zum Frühjahr drinnen behalten.

Jannika ist ein kleines Sensibelchen, zärtlich, sanft und absolut lieb und freundlich. Sie sehnt sich nach Menschen, die gut zu ihr sind, die ruhig und liebevoll mit ihr umgehen und bei denen sie Sicherheit und Geborgenheit finden kann. Ein ruhiges Zuhause, ohne allzu viel Stress und Trubel, wäre ihr sicher am liebsten.

Wo könnte unser kleines Schätzchen all dies finden und endlich glücklich werden?