Tönnchen Tuno sucht Menschen mit viel Herz

Zugegeben: Eine Schönheit ist er nicht gerade mit seinen kupierten Ohren und Schwanz, den kleinen Glubschaugen und dem winzigen Schnäuzchen, in das die vergleichsweise großen Zähne gar nicht richtig hineinzupassen scheinen, vor allem aber mit seinem walzenförmigen Körperchen auf den dünnen Streichholz-Beinchen, die ihm anstatt seines Namens Tuno den Spitznamen „Tonno“ eingebracht haben. Tatsächlich sieht der kleine Mann aus wie ein kleines Tönnchen auf Beinen… Und fotogen ist er zu allem Unglück auch überhaupt nicht. Trotzdem liegt Schönheit auch immer im Auge des Betrachters. Und Tuno weicht von der Mainstream-Schönheitsnorm so weit ab, dass er schon wieder süß ist. 🙁

Wie könnte man das winzige Hunde-Etwas auch nicht lieb haben? Mit seinem immer irgendwie hilflos blickenden Gesichtchen und den zerbrechlich winzigen Beinen erweckt er den Beschützerinstinkt in jedem auch nur halbwegs mitfühlenden Menschen. Man kann gar nicht anders, man möchte Tuno auf den Arm nehmen und vor der großen Welt da draußen in Schutz nehmen.

Und genau das hätte Tuno auch bitter nötig, denn bisher lebte er abgeschottet von der Außenwelt, er durfte nichts kennenlernen – weder Liebe und Geborgenheit, noch die große weite Welt außerhalb seines Zwingers – und bräuchte somit ganz dringend liebe- und einfühlsame Menschen, die ihm Schutz und Sicherheit bieten und ihm langsam alles zeigen und beibringen, was zu einem guten Hundeleben gehört.

Tuno stammt aus Spanien, wo er als Zuchtrüde „benutzt“ wurde. Er war nur einer von vielen süßen Kleinsthunden – Chihuahuas, Malteser, Shih Tzus, Yorkis -, eben alles Rassen, die gesucht sind und sich gut verkaufen lassen. Geld verdienen, das war der einzige Zweck seines Besitzers. Familienanschluss Fehlanzeige! Tuno und seine Leidensgenossen hausten (und hausen immer noch) in kleinen Käfigen ohne Auslauf, ohne Streicheleinheiten oder irgendwelche Außenreize, einzig und allein zu dem Zweck, Nachwuchs und damit Geld zu produzieren.

Ab und zu sortiert besagter Züchter seine „Ausschussware“ aus, die nicht mehr zur Zucht taugt. Diese Hunde schafft er dann in unser dortiges Partner-Tierheim – und man muss darüber noch froh sein, denn er könnte sie ja genauso gut in der städtischen Tötungsstation entsorgen… Wenn die Käufer all der niedlichen Welpen doch nur eine Vorstellung davon hätten, was die Eltern ihrer kleinen Lieblinge erdulden müssen und welches Tierleid sie mit ihrem Kauf unterstützen…! 🙁

Wie auch immer, für Tuno war es ein großes Glück, dass er „aussortiert“ wurde und über den Umweg über unser Partner-Tierheim Sierra Nevada den Weg zu uns nach Kronach fand. Nun hat er vielleicht doch endlich die Chance, ein glückliches und liebevolles Hundeleben zu führen. Dafür suchen wir nun verständnisvolle Adoptiveltern, die den kleinen Mann so nehmen wie er ist, auch wenn er vielleicht nicht gerade eine gefeierte Schönheit ist.

Charakterlich ist Tuno einfach nur lieb. Er ist ein zurückhaltendes kleines Sensibelchen und einfach nur froh, wenn ihm niemand etwas zuleide tut. Er lässt alles mit sich machen, egal ob hochheben, tierärztliche Behandlungen o.ä. Bei fremden Menschen ist er anfangs etwas schüchtern, aber wenn er gemerkt hat, dass man ihm nichts Böses will, fasst er schnell Vertrauen und zeigt seine Anhänglichkeit und Dankbarkeit. Auch seine täglichen Streicheleinheiten, eine Wohltat, die er von früher her gar nicht kannte, genießt er nun mit Hingabe und Begeisterung. Gern schmiegt er sich an und sucht immer wieder Geborgenheit. Ein gemütliches und kuscheliges Körbchen ist für ihn der absolute Luxus.

Auch wenn Tuno absolut lieb ist, möchten wir ihn nicht in eine Familie mit kleinen Kindern vermitteln. Er ist so winzig und seine Beinchen so filigran, dass unbeholfene kleine Patschhändchen ihm wirklich weh tun und sogar verletzen könnten. Außerdem ist Tuno ein sehr ruhiger und sensibler Hund und braucht eine ruhige Umgebung ohne Hektik und Trubel. Er wäre ideal für ältere, aber noch rüstige Menschen geeignet. Mit anderen Hunden versteht sich Tuno übrigens bestens.

Tuno braucht nicht allzu viel Auslauf, aber er muss trotzdem täglich seine Runden drehen – schon allein, um dem kleinen Speckbäuchlein den Kampf anzusagen. Auch seine Futterportionen müssen streng limitiert werden, denn Tuno frisst leidenschaftlich gern, muss aber dringend etwas abnehmen.

Wer sich für den kleinen Mann interessiert, muss bedenken, dass er noch nie in einem Haus oder in einer Familie gelebt hat. Er muss alles noch von Grund auf lernen, angefangen von der Stubenreinheit bis hin zu den üblichen Kommandos. Alleinbleiben dürfte kein Problem sein, da Tuno sehr ruhig ist und man ihn kaum merkt. Auch alles andere wird er mit liebevoller Hilfestellung seiner neuen Menschenfamilie sicher im Handumdrehen lernen.

Welche liebevollen Menschen stören sich nicht an Tönnchen Tunos Körperformen, sondern sehen seinen liebenswerten und gutmütigen Charakter? Wer möchte dem kleinen Mann zeigen, wie schön es ist, geliebt zu werden und Familienanschluss zu haben?