Verschmustes und anhängliches kleines Angsthäschen sucht eine liebe Familie!

Toni wurde zusammen mit seinen drei Geschwistern Tobby, Nico und Dama (Dama hat bereits ein neues Zuhause gefunden) in unserem spanischen Partner-Tierheim Sierra Nevada abgegeben. Die vier Junghunde, die ulkigerweise alle sehr verschieden aussehen, kamen bei ihrem Vorbesitzer zur Welt, der auch noch die beiden Elterntiere zuhause hat. Eigentlich wollte er alle Welpen behalten, doch es zeigte sich, dass er total überfordert mit der kleinen Schar war. Nachdem es Beschwerden von Nachbarn hagelte, ließ er sich schließlich überreden, wenigstens Toni, Tobby, Nico und Dama ins Tierheim abzugeben.

Und das war auch gut so. Wie sich herausstellte, hatten die Junghunde den Garten ihres Vorbesitzers noch nie verlassen, sie waren noch nie an einer Leine gewesen, sind noch nie spazieren gegangen, sie kannten keinerlei Außenreize und waren nicht erzogen. Auf dem Grundstück des Mannes waren sie mehr oder weniger „wild aufgewachsen“ und sich selbst überlassen gewesen. Klar liebte der Mann seine Hunde und konnte sich nur schwer von ihnen trennen. Doch dies ist eine eigennützige Liebe. Wer sein Tier wirklich liebt, bietet ihm ein artgerechtes und erfülltes Leben. Und davon war das Geschwisterquartett weit entfernt.

Da die vier Winzlinge in Spanien keinerlei Vermittlungschancen hatten, durften sie Anfang Oktober zu uns ins Tierheim Kronach ausreisen. Hier sind wir nun gerade dabei, die vier „Jungen Wilden“ zu manierlichen Haushunden umzukrempeln, was nicht einfach ist. Dama, die einzige Hündin und mutigste des Quartetts, hat es bereits geschafft und durfte das erste richtige Zuhause ihres Lebens beziehen. Nun suchen wir eine passende Familie für Toni, den zweitmutigsten der Junghunde.

Seit Toni bei uns angekommen ist, hat er schon gewaltige Fortschritte gemacht. Anfangs ließ er sich nicht anfassen, war ständig nur auf der Flucht und zitterte am ganzen Körper vor lauter Angst. Wenn man bedenkt, dass er von klein auf nichts kennengelernt hat und keine Erfahrungen mit der Außenwelt machen konnte, wie es für Welpen aber so unsagbar wichtig ist, kann man verstehen, dass Toni alles erst einmal schrecklich bedrohlich vorkommen musste.

Aber der kleine Mann war wirklich tapfer und schaffte es, über seinen begrenzten Horizont hinauszublicken. Er spürte schnell, dass es mehr auf der Welt gibt als den gewohnten Garten seines früheren Herrchens und dass es interessant und aufregend sein kann, seine Nase in Richtung der großen unbekannten Welt auszustrecken. Als er merkte, dass ihm nichts passierte, wurde er immer mutiger und neugieriger.

Inzwischen kommt Toni fröhlich heran, wenn man ihn ruft. Er ist total anhänglich geworden und schmust für sein Leben gern. Während er früher nur auf der Flucht war, kriegt man ihn jetzt kaum von unseren Beinen weg.

Spazierengehen kannte er anfangs überhaupt nicht. Er war vor Schreck wie gelähmt und weigerte sich, einen Schritt zu machen, so dass man ihn nur herumtragen konnte. Inzwischen geht er super an der Leine und genießt seine Spaziergänge aus ganzem Herzen.
Ein Draufgänger ist er trotzdem nicht geworden. So kann es natürlich immer noch sein, dass er unterwegs vor ungewohnten Situationen Angst hat. Ein vorbeifahrender Traktor, ein Schuss oder Knall oder Menschen, die auf ihn zu rennen, können ihn trotzdem immer noch erschrecken. Aber Toni ist ja gerade erst am Anfang seiner Lernzeit und hat in dieser vergleichsweise kurzen Zeit schon große Fortschritte gemacht. Ganz sicher wird er auch weiterhin dazulernen und sich bessern. Trotzdem möchten wir ihn nicht in eine Innenstadt vermitteln. Toni musste in der letzten Zeit schon so viel Neues verkraften (was er auch gut gemeistert hat), aber der Lärm, der Verkehr und die vielen Menschen in einer Stadt wären sicher erst einmal zuviel des Guten und würden ihn überfordern. Tonis neues Zuhause sollte daher eher ländlich gelegen sein.

Damit er weiterhin dazulernt und Fortschritte macht, sind nun verständnisvolle und einfühlsame Menschen gefragt, die Toni weiter fördern und ihm die Welt zeigen. Dies ist nicht nur beim Spazierengehen nötig, sondern auch innerhalb des Hauses. Toni wurde früher ja nur im Garten gehalten. Dies bedeutet, dass ein Menschenhaushalt mit den dazugehörigen Regeln ebenfalls neu für ihn ist. Er muss sich also ans Treppensteigen gewöhnen, muss lernen, dass man Pipi nur draußen verrichten darf, dass man beim Alleinbleiben brav sein muss und dass unheimliche Geräusche wie Staubsauger, Waschmaschine oder Fernseher keine Bedrohung darstellen. Er ist wie ein Welpe, der alles erst noch lernen muss. Mit etwas Verständnis und Hilfestellung seiner Menschenfamilie wird er das aber spielend schaffen. Man darf nur nicht enttäuscht sein, wenn nicht gleich alles vom ersten Tag an perfekt klappt. Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Toni ist übrigens zu allen Menschen absolut lieb und hätte sicher auch mit vernünftigen und liebevollen Kindern kein Problem. Er ist gutmütig und lässt sich gern hochheben. Auch beim Tierarzt benimmt er sich sehr brav und anständig.

Mit anderen Hunden versteht sich Toni bestens. Er ist es ja gewohnt, mit vielen anderen Hunden zusammenzuleben und genießt ihre Gesellschaft sehr. Mit seinen Hundekumpels im Tierheim kuschelt er sogar oft zusammen im Körbchen. Ein zweiter Hund im neuen Zuhause wäre sehr von Vorteil, denn Toni könnte sich viel von ihm abschauen und würde an Sicherheit gewinnen. Auch große Hunde erschrecken Toni nicht, da ist er selbstbewusst und souverän.

SONY DSC

Hinter Gitter merkt man übrigens nicht, dass Toni im Grunde seines Herzens eigentlich ein Angsthase ist. Da fühlt er sich dann nämlich sicher und tut so, als ob er ein gefährlicher Wachhund ist. Das heißt, dass vorbeigehende Passanten tapfer angebellt werden. Dass er in Wirklichkeit klein mit Hut ist, weiß ja hinter dem Zaun niemand… 🙂 Auch sonst gibt Toni gern seinen „Senf“ ab, wenn er meint, dass etwas kommentiert werden muss oder wenn er unsicher ist. Dann versucht er, seine Angst und mangelnde Größe mit seiner Stimme auszugleichen… 🙂 Aber auch dies wird sich mit der Zeit bessern, wenn er gefestigter ist und sich in der Obhut seiner Familie sicher fühlt.

Da Toni ein unsicherer und ängstlicher Hund ist, braucht er Menschen, die die Führung übernehmen, die ihn leiten, ihm Grenzen setzen und zeigen, wo es lang geht. Er sehnt sich nach Geborgenheit und Sicherheit und möchte endlich irgendwo fest dazugehören.
Möchten Sie dieses Abenteuer auf sich nehmen und aus Toni einen tollen Familienbegleithund machen? Möchten Sie seine Fortschritte beobachten und ihn als Kumpel an Ihrer Seite haben? Dann melden Sie sich bitte bei uns! Wir beantworten Ihnen sehr gerne alle weiteren Fragen.