Nach einem schweren Schicksalsschlag wünscht sich Sacha endlich ein sorgenfreies Leben

Mit strahlendem Gesichtsausdruck und fröhlich leuchtenden Augen begrüßt die goldige kleine Sacha jeden Besucher im Tierheim. Sie freut sich unendlich über jede liebe Aufmerksamkeit und wickelt mit ihrem Charme problemlos jeden um den Finger. Dabei ist ihre optimistische Lebenseinstellung bei weitem nicht selbstverständlich! Denn Sacha hat den reinsten Albtraum hinter sich.

In Spanien lebte sie bei einem Mann mit Animal-Hoarding-Syndrom, landläufig auch “Tier-Messie” genannt. Das sind Menschen, die zwanghaft Tiere (in diesem Fall Hunde) sammeln, dabei aber sich selbst heillos überfordern und den Bedürfnissen ihrer Tiere in keinster Weise mehr gerecht werden können. Auslauf, Erziehung, Pflege, ja selbst Streicheleinheiten sind kaum noch gegeben. Meist hausen solche Menschen zusammen mit ihren Tieren in katastrophalen Zuständen, in zugemüllten und verdreckten Wohnungen oder Häusern, ohne tierärztliche Versorgung und mit einer ständig steigenden Tierzahl, da sich die Vierbeiner mangels Kastration natürlich auch noch weiter vermehren.

Der Fall von Sachas Besitzer nahm ein besonders tragisches Ende, da es in seinem Haus zu einem verheerenden Brand kam, in dem das Haus bis auf die Grundmauern abbrannte und auch mehrere der insgesamt rund 20 Hunde den Tod fanden. Sacha hat somit Schlimmstes erlebt und hatte Riesen-Glück, daß sie überhaupt noch am Leben ist!

Da ihr Besitzer daraufhin in eine Wohnung ziehen musste, in der Tierhaltung nicht erlaubt ist, war der Mann gezwungen, die überlebenden Hunde auf verschiedene Tierheime in Granada aufzuteilen. So kam Sacha zusammen mit sechs ihrer Schicksalsgefährten in unser Partner-Tierheim Sierra Nevada und von dort aus schließlich Ende April zu uns nach Kronach. Hier hofft die sympathische Maus auf die längst fällige gute Wendung in ihrem Leben.

Dass Sacha so schlimme Erlebnisse hinter sich hat, merkt man ihr gottseidank überhaupt nicht an, denn sie ist munter, fröhlich, menschenbezogen und einfach nur lieb. Am liebsten würde sie sich den ganzen Tag lang streicheln und knuddeln lassen, wobei sie sich mit Vorliebe auf den Rücken rollt und das rosa Bauchi kraulen lässt. Sicher hätte Sacha auch mit netten Kindern keine Probleme.

Ihren Bezugspersonen gegenüber ist die Knutschkugel extrem anhänglich und folgt ihnen auf Schritt und Tritt, immer auf ein gutes Wort und ein paar Streicheleinheiten bedacht. Es ist schier unmöglich, diesen goldigen Sonnenschein nicht ins Herz zu schließen!

An ihrer Erziehung merkt man dann aber schon die fehlende Kinderstube, wie es bei Animal Hoardern meist der Fall ist, denn erzogen ist Sacha bisher kaum. Auch scheint sie nicht viel zu kennen – klar, mit 20 Hunden kann man keine täglichen Spaziergänge machen oder die Hundeschule besuchen… Vermutlich waren Sacha und ihre Leidensgenossen nur in Haus und Grundstück unterwegs und haben noch nicht viel von der Welt kennengelernt. Auch das An-der-Leine-Gehen kannte Sacha noch nicht und selbst jetzt, nachdem wir schon mit ihr geübt haben, hat sie den Sinn noch nicht ganz verstanden. Anstatt vorauszulaufen und sich an der Bewegung und den vielen Schnüffeleien zu erfreuen, kugelt sie lieber auf dem Rücken herum und möchte gestreichelt werden… 🙂 Doch es wird täglich besser und so sehen wir keinen Grund, dass Sacha in kürzester Zeit nicht genauso gassigehen und wandern kann wie jeder andere Hund.

Auch andere Dinge – das Alleinbleiben, den Benimm in der Wohnung und im Straßenverkehr und die verschiedenen Kommandos muss Sacha erst noch lernen. Da sie aber aufmerksam, neugierig und nicht ängstlich ist, wird sie das spielend schaffen – verständnisvolle Hilfestellung und etwas Geduld ihrer neuen Menschenfamilie natürlich vorausgesetzt.

Mit anderen Hunden versteht sie sich übrigens bestens – immerhin ist sie ja das Zusammenleben mit ihren Artgenossen von klein auf gewöhnt. Sie könnte daher sicher gut als Zweithund leben.

Gesucht wird nun eine nette Familie, die Sacha als richtiges Familienmitglied betrachtet und bei der sie alles nachholen darf, was sie bisher versäumt hat. So wie wir die süße Maus kennen, wird sie sich mit großer Anhänglichkeit, Charme und guter Laune revanchieren.