
Anscheinend haben wir im Tierheim zur Zeit eine Pechsträhne. Innerhalb von nur drei Monaten mussten wir zusehen, wie unsere Schützlinge Lexa, Nixe und Ricky über die Regenbogenbrücke gingen. Alle drei waren unsere Lieblinge und für alle drei tut es uns in der Seele weh, dass sie im Tierheim sterben mussten. Sie hatten keine Gelegenheit mehr gehabt, ein richtiges glückliches Familienleben kennenzulernen, sie hatten niemanden, der nur für sie da war und ihnen das Gefühl gab, etwas Besonderes zu sein. Sie hätten es alle drei so sehr verdient!
Leider hat sich jedoch trotz Zeitung und Internet nie jemand für sie interessiert, sie wurden links liegen gelassen und mit einem bestenfalls mitleidigem, meist jedoch eher abschätzigen Kopfschütteln und den Worten „zu alt“ abgestempelt. So blieb den armen Seelen nur das Tierheim, wo die Hunde-Ausführer und wir Tierpfleger uns zwar alle Mühe gaben, ihnen eine Familie zu ersetzen und sie Wärme, Zuneigung und Geborgenheit spüren zu lassen, dabei jedoch zwangsläufig scheitern mussten, denn das Tierheim kann ein richtiges Zuhause niemals ersetzen.
Doch auch wenn Lexa, Nixe und Ricky den meisten Menschen egal waren – uns sind sie das nicht! Und wenn sie schon im Leben niemand beachtet hat, dann vielleicht wenigstens im Tod, denn wir möchten nicht, dass unsere drei Schützlinge in Vergessenheit geraten.

Lexa
„Lexa“, eine Schäferhund-Rottweiler-Dame, erhielten wir im Sommer 2005 aus dem Tierheim Sonneberg. Das dortige Tierheim wurde damals umgebaut und so mussten neue Unterkünfte für die Hunde gefunden werden. Die knuffige Schmusebacke musste in ihrem Leben schon viel Schlimmes mitmachen, was auch ihren Charakter geprägt hat. Vor allem Männern gegenüber verhielt sich Lexa immer sehr misstrauisch und auch oftmals aggressiv. Daher schafften wir es auch in den dreieinhalb Jahren, die sie bei uns lebte, nicht, ein geeignetes Zuhause für sie zu finden. Bei ihr bekannten Personen war Lexa jedoch solch ein Schatz, dass man sie einfach gern haben und knuddeln musste. Sie war unser Liebling, unser Maskottchen und ein Tierheim ohne sie konnten wir uns gar nicht vorstellen. Leider mussten wir uns dann aber doch an diesen Gedanken gewöhnen, denn im Herbst 08 ging es unserer Rotti-Lady immer schlechter, sie hatte Probleme mit ihren alten Knochen und kam schließlich gar nicht mehr hoch oder fiel einfach um. So mussten wir sie sehr schweren Herzens am 27.11.08 erlösen, um ihr weitere Qual zu ersparen.

Nixe
Nixe, eine reinrassige ältere Schäferhündin von ca. 8 Jahren, lebte nur kurz in unserer Mitte. Sie wurde am 02.01.09 in eisiger Kälte auf einem Rastplatz bei Mitwitz gefunden und da sich nie ein Besitzer meldete, nehmen wir an, dass sie ausgesetzt wurde. Vielleicht wusste der Vorbesitzer bereits, dass sie krank war und wollte sich ihrer daher entledigen? Wir merkten davon freilich nichts, denn Nixe waren außer einer schäferhundetypisch schlechten Hüfte keinerlei Krankheitssymptome anzumerken. Die liebenswerte Schmusebacke schmeichelte sich mit ihrer gutmütigen, sanften und dankbaren Art schnell in unser Herz. Umso größer war der Schock, als Nixe am Morgen des 08.02.09 tot im Zwinger lag! Sie hatte am Tag zuvor lediglich etwas Durchfall gehabt und auch Medikamente bekommen, doch niemand, nicht einmal der Tierarzt, hatte mit etwas Schlimmeren gerechnet! Wir waren total geschockt!

Ricky
Am meisten hat uns jedoch der Tod unserer Schäfermischlingshündin Ricky mitgenommen, die drei Jahre (!!!) im Tierheim lebte, ohne dass sich jemand für sie interessiert hätte. Dabei war sie mit ihren 8 Jahren doch noch gar nicht so alt und auch charakterlich nicht so schwierig wie zum Beispiel Lexa. Wir konnten es einfach nicht verstehen, dass niemand sein Herz für Ricky entdecken wollte. Sie war so gehorsam, anhänglich, verschmust und freundlich, nur mit anderen Hunden kam sie nicht immer zurecht. Mehrmals wurde sie in den verschiedenen Zeitungen und auf etlichen Internetseiten vorgestellt, doch ohne jeden Erfolg. Es schien, als könnten wir jeden Hund vermitteln – auch Hunde, die älter oder charakterlich wesentlich problematischer waren – nur Ricky blieb immer übrig. Eines Tages stellten wir plötzlich fest, dass Ricky einen aufgeblähten Bauch und Fieber hatte, viel ruhiger als sonst war und nicht recht fressen wollte. Der Tierarzt diagnostizierte nach einigen Untersuchungen einen aufgebrochenen Milztumor, der in den Bauchraum blutete. Wir hatten keine andere Wahl: wir mussten Ricky einschläfern lassen, sonst wäre sie innerlich verblutet. So starb Ricky am 23.02.09 nach über drei Jahren Tierheimleben. Wir können es immer noch nicht fassen, dass sie nicht mehr da ist.
Lexa, Nixe (von der wir nicht einmal ihren richtigen Namen kennen) und Ricky – auch wenn Ihr allen anderen Menschen egal wart: Wir werden Euch nie vergessen! Ihr werdet immer ein Plätzchen in unseren Herzen haben! Und wenn auch nur einer das hier liest und dann einem Tierheimtier eine Chance gibt, so dass es sein Leben nicht hinter Gittern verbringen muss, dann seid Ihr nicht ganz umsonst gestorben!
Macht´s gut, Ihr drei und findet nun endlich das Glück, das euch zu Lebzeiten verwehrt geblieben ist!





März 5th, 2009 at 16:01
Farewell, ihr Drei!
Wie schade, dass sich niemand für die Seniorenhunde interessiert hat. Wäre es nicht schön gewesen, einem alten Hund, und sei es nur für ein paar Monate, ein liebevolles Zuhause zu geben? Zu zeigen, dass auch alte Tiere Liebe und Schmuseeinheiten verdient haben? Sind sie nicht schon genug bestraft, wenn sie, zum Teil ausgesetzt, abgeschoben, vernachlässigt im Tierheim landen. Sicher, im Tierheim wird alles getan, was möglich ist um es ihnen schön und angenehm zu machen. Aber es ersetzt kein eigenes Zuhause. Ein altes Tier dankt es einem doch auf seine Weise, wenn es endlich ein Heim hat. Ich spreche aus Erfahrung. Meine Bitte: Schaut euch doch mal nach alten Tieren im Tierheim um und gebt euren Herzen einen Ruck! Alle Tiere, auch die “Alten” haben es verdient, ein eigenes, liebevolles Heim zu haben.
März 8th, 2009 at 20:07
wir wünschen euch ein schönes leben im hundehimmel, ihr könnt alle drei sicher sein, dass es dort ganz sicher ganz viel liebe und geborgenheit gibt, genauso soviel wie ´jeder einzelne von euch braucht, um glücklich zu sein. die menschen auf unserer welt sind manchmal sehr seltsam leider auch grausam können sie werden, wennn man nicht perfekt funktioniert. aber es gibt auch tolle menschen, echte tierfreunde wie zum beispiel alle mitarbeiter vom tierheim kronach und alle menschen die sich auch für die älteren tiere die nötige zeit nehmen, um die herzen der tiere zuerobern, denn aus eigener erfahrung weiß ich,dass es sich wirklich lohnt!!! wir werden euch nicht vergessen!!!! peggy,sascha und alle vierbeiner von uns!!!
März 9th, 2009 at 11:59
Nur wer vergessen wird, ist tod. Und das werdet ihr sicher nicht!! Ich wünsche Euch Dreien alles erdenklich im Regenbogenland. Hier wird euch kein Leid geschehen. Es tut mir unendlich leid, daß ihr leider keine Gelegenheit hattet eine warme Couch zu bekommen. Da ich selbst das Tierheimteam kenne, bin ich mir sehr sicher, sie haben euch alles ihnen mögliche gegeben. Max, euer früherer Tierheimkumpel schickt euch mit mir ganz liebe Grüße über die Regenbogenbrücke.
April 18th, 2009 at 21:43
Wir sind sehr sehr traurig, das diese 3 süssen Mäuse nie eine richtige Familie hatten! Wir haben selbst 2 ältere Hundemädels. Eine davon ist ein sogenannter türkischer Straßenhund mit 3 Beinen. Sie war sehr lange im Tierheim und hatte keine Chance auf Vermittlung. Seit sie bei uns lebt, ist sie der Sonnenschein pur. Ich kann nicht alle Tiere retten, aber ihre Welt habe ich gerettet und das zeigt sie uns jeden Tag mit ihrer Liebe und Zuneigung. Also wer das liest, traut Euch einen älteren oder behinderten Hund ein Zuhause zu geben, denn jedes Tier hat eine Chance verdient! Allen Tieren viel Glück und ein liebes Zuhause wünschen Nesrin,Jessy und Simone
September 17th, 2009 at 21:56
Die armen Mäuschen. Wir kenen Ricky und Lexa noch persönlich aus der Zeit als wir unseren Ricco im Tierheim Kronach geholt hatten. Die beiden standen auf unserer liste zusammen mit Chico und unserem Ricco. Er war damals auch schon 7,5 Jahre alt. Da man ihm damals die schlechtesten Vermittlungschancen prophezeite entschieden wir uns für unseren Ricco, der mittlerweile 11 Jahre ist und trotzdem noch fit ist und mit jedem Jungen Hund mithalten kann. Er liebt schwimmen, lange spaziergänge (weniger wie eine Stunde und er weigert sich nach Hause zu gehen), 3 Stündige ausritte mit Galopp und Trab passagen und mit anderen Hunden rumtoben. Alles kein Problem für unseren Opi. Wenn wir mit seinem Grauen Bart nicht beweisen das er schon älter ist, glaubt jeder er sei erst 2, was uns immer schmunzeln lässt und stolz macht.
Wenn wir durch diese Mail nur einen Menschen dazu bekommen sich für einen älteren Hund zu entscheiden, hat sich der Komentar gelohnt. Öffnet eure Herzen und gebt den älteren eine Chance es lohnt sich.
Wir wünschen Ricky, Lexa und Nixe endlich Ihren ersehnten Frieden und Geborgenheit gefunden zu haben. Danke an die lieben Menschen im Tierheim die sich aufopferungsvoll um die Tiere kümmern und Ihnen so viel liebe geben wie Sie können. Da wir das Tierheim Team selber kennen sind wir uns sicher das die drei trotzdem eine schone Zeit bei euch hatten und es kein besseres Tierheim für sie geben hätte können. Unsere Anteilnahme gehört daher auch dem Team denen es bestimmt am meisten weh tut nicht helfen gekonnt zu haben.
Ihr Lebt in unseren gedanken für immer weiter.
Viel erfolg bei der Vermittlung eurer Tiere und allen im Tierheim sitzenden viel Glück und erfolg auf der suche nach einem neuen zuhause.
Liebe Grüße
David, Judith und euer alter Freund Ricco