Wer möchte unserem Angsthäschen Blanca die Welt zeigen?

Blanca (auf deutsch: „die Weiße“) und ihre beiden Geschwister Nieve (sprich „Njeve“, auf deutsch: „Schnee“) und Bel hatten einen sehr schlechten Start ins Leben. Wie so viele unerwünschte Welpen in Spanien wurden die drei einfach auf einem Gelände in der Nähe einer Ortschaft ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen. Sie hatten kein Futter, kein Wasser und als man sie im März 2017 fand, waren sie mit gerade mal 4-6 Wochen noch viel zu jung, um auf sich allein gestellt überleben zu können.

Zum Glück wurde jemand auf die drei Mäuschen aufmerksam und informierte unser dortiges Partner-Tierheim Albolote/Granada. So konnten sie in Sicherheit gebracht werden. Da die drei Schwestern inzwischen erwachsen sind, aber immer noch kein Zuhause gefunden haben, durften sie Ende Juli nach Kronach ausreisen, in der Hoffnung, hier endlich ihr Glück zu machen. Bei Bel hat das tatsächlich schon funktioniert: Sie lebt bereits in ihrer eigenen Familie und ihre Menschen sind sehr glücklich mit ihr. Kein Grund also, dass nicht auch Blanca und Nieve ihr ganz persönliches Traum-Zuhause finden sollten!

Blanca mit Schwester Nieve

Für unsere weiße Schönheit Blanca suchen wir allerdings ganz besondere Menschen, denn die bildschöne Hündin ist am Anfang unbekannten Personen gegenüber sehr schüchtern. Man muss bedenken, dass sie nicht das Glück hatte, in einer Familie aufzuwachsen und mit allen möglichen Alltagssituationen vertraut werden zu können. Sie hatte nur ihre gewohnten Tierheimgitter um sich und konnte noch kaum etwas von der großen weiten Welt dort draußen erschnuppern. So ist es nur zu verständlich, wenn ihr alles Neue erst einmal unheimlich vorkommt.

Trotzdem ist sie aber auch neugierig und aufgeschlossen. Vor allem mit Leckerlis kann man ihr Vertrauen relativ schnell erlangen, denn genauso wie ihre Schwester ist auch Blanca sehr verfressen. Viel Geduld und Verständnis sind natürlich trotzdem nötig. Blanca muss noch viel lernen und vor allem am Anfang wird noch lange nicht alles rund laufen.

Für Blanca suchen wir Menschen, die sie nicht bedrängen, sie nicht sofort mit Streicheleinheiten überschütten, sondern sie erst mal in Ruhe lassen. Gerade für ängstliche Hunde ist es ein absolutes No-Go, wenn sie von unbekannten Personen sofort angefasst und gestreichelt werden. Klar ist dies nicht böse gemeint, aber der Hund weiß dies ja nicht. Für ihn sind allzu schnelle Vertraulichkeiten einfach nur gruselig. Geht man aber mit Blanca spazieren und lässt sie dabei vollkommen in Ruhe, hat sie die Gelegenheit, die neue Bezugsperson erst einmal zu beobachten und abzuschätzen. Wenn sie merkt, dass alles ganz normal ist und nichts Schlimmes passiert, taut sie von ganz allein auf und nimmt vorsichtig Kontakt auf.

Zu beobachten, wie ein Angsthund jeden Tag Fortschritte macht, immer ein Stückchen weiter aus seinem Schneckenhaus herauskommt und Stück für Stück die Welt erobert, gibt einem ein richtig gutes Gefühl. Doch nicht jeder Mensch ist für Angsthunde geeignet. Wer sich für Blanca interessiert, sollte Geduld und Verständnis mitbringen und einen ruhigen Tagesablauf haben. Für kleine Kinder, die ja gerne etwas stürmisch und tapsig auf Hunde zugehen, ist sie nicht geeignet, auch wenn sie absolut lieb ist.

Überhaupt ist Blanca trotz ihrer anfänglichen Angst ein absolut lieber und freundlicher Hund. Sie ist sehr gutmütig, schnappt nicht, sondern lässt alles mit sich machen.

Natürlich muss sie noch viel lernen – angefangen von den ganz normalen Kommandos bis hin zu Benimm im Haus, Alleinbleiben, Straßenverkehr etc. Bei Blanca muss man wirklich von der Pike auf anfangen.

Als sie zu uns kam, konnte sie noch nicht einmal spazieren gehen. Das gefällt ihr aber inzwischen sehr gut, da wir schon fleißig mit ihr geübt haben. Trotzdem erschrickt sie immer mal wieder, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert (z.B. ein Traktor, der an ihr vorbeifährt oder ein Jogger, der auf sie zu rennt). Damit sie sich dann nicht vor Schreck aus dem Geschirr winden kann, vermitteln wir sie nur mit Sicherheitsgeschirr. Auch gilt fürs erste natürlich absolute Leinenpflicht.

Blancas neue Familie sollte eher ländlich wohnen. In einer Innenstadt wäre Blanca mit all den vielen Reizen völlig überfordert. Auch ist sie kein Hund, den man in einer Etagenwohnung halten kann. Blanca braucht ein Haus mit eingezäuntem Garten. Da sie vermutlich Herdenschutzhunde in ihrer Ahnenreihe hat, liebt sie es, draußen zu sein, im Garten umherzulaufen und nach dem Rechten zu sehen oder einfach nur in der Sonne zu liegen. Sehr gern planscht sie übrigens auch im Wasser.

Ebenfalls von ihren Herdenschutzhund-Ahnen hat sie eine gewisse Sturheit geerbt. Zu Kadavergehorsam à la Schäferhund wird man sie wohl nie erziehen können. Doch das macht auch ihren ganz eigenen Charme aus.

Mit anderen Hunden versteht sich Blanca normalerweise gut. In ihrem eigenen Bereich kann sie aber auch eifersüchtig sein, wenn es um Futter oder den besten Liegeplatz geht. Beim Spazierengehen verträgt sie sich aber mit allen Artgenossen. Geradezu traumhaft wäre es natürlich, wenn Blanca gemeinsam mit ihrer Schwester Nieve umziehen könnte. Die beiden hängen sehr aneinander und machen alles gemeinsam. Da dies aber vermutlich nur ein schöner Traum bleiben wird, würden wir die beiden Schwestern aber auch trennen.

Möchten Sie vielleicht unserer Blanca die Welt zeigen, ihr das kleine Hunde-Einmaleins beibringen und gemeinsam mit ihr durch dick und dünn gehen? Wenn Sie genügend Platz und Zeit haben, ihr viel Liebe und Geborgenheit schenken können, dann melden Sie sich doch bitte bei uns! Wir beantworten Ihnen sehr gerne alle weiteren Fragen!

Und hier sehen Sie noch ein paar Fotos aus Blancas Kindheit:

So wurden die drei Schwestern gefunden