Milch und Milchprodukte sowie deren Preise sind zurzeit in aller Munde. Sie stellen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar, denn Deutschland ist mit 28 Millionen Tonnen pro Jahr größter Milcherzeuger der EU. Anlässlich des internationalen Tages der Milch macht der Bundesverband Menschen für Tierrechte auf das weitgehend unbekannte Leid der »Milchkühe« aufmerksam.
»Viele Verbraucher wissen nicht, dass eine Milchkuh jedes Jahr ein Kalb gebären muss, um Milch zu geben. Das Kalb wird der Mutter gleich nach der Geburt weggenommen – eine Grausamkeit für beide«, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.
Genaue gesetzliche Regelungen zur Haltung von »Milchkühen« fehlen in Deutschland und in der EU. Von den rund vier Millionen »Milchkühen« in Deutschland leben 60 bis 70 Prozent in sogenannten Laufställen, Weidegang oder Auslauf sind selten. Auch die Anbindehaltung, bei der eine Kuh lebenslang angebunden im Stall steht und lediglich aufstehen und sich hinlegen kann, ist noch weit verbreitet. Die Haltung von Kälbern in engen Einzelboxen ist bis zum Alter von acht Wochen erlaubt. Weibliche Kälber gehen in die »Milchproduktion«, Bullenkälber werden meist gemästet und geschlachtet.
Zudem müssen weniger Kühe immer mehr Milch liefern – durchschnittlich etwa 7.000 Liter pro Tier pro Jahr, »Spitzentiere« sogar bis zu 14.000 Liter. Dabei wird den Kühen eine Stoffwechselleistung abverlangt, die gravierende gesundheitliche Folgen hat – von Euterentzündung und Milchfieber über sinkende Fruchtbarkeit bis hin zu Klauenerkrankungen. Schon mit vier oder fünf Jahren sind die Tiere ausgezehrt und werden geschlachtet, obwohl sie 20 Jahre und älter werden könnten.
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte möchte die Verbraucher deswegen anregen, ihren Milchkonsum zu überdenken.
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