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München/Berlin, 09.11.2006. Mit dem 11. November geht das Jahr der Landwirte zu Ende. Dies war in vergangenen Zeiten auch der Tag, an dem die Bauern an die Großgrundbesitzer die Pacht bezahlen mussten, was zumeist mit der „Währung Gans“ geschah. Heute wird mit Gänsen keine Pacht mehr gezahlt, dafür ist der Gänsebraten zu einem der beliebtesten saisonalen Gerichte in Deutschland geworden. 95% aller Gänse werden in den sechs Wochen zwischen St. Martin und Weihnachten verspeist. Statistisch verzehrt jeder Bundesbürger jährlich 300g Gänsefleisch, das entspricht ca. 4,8 Mio Gänse.

Für Gänse gibt es in Deutschland keine Haltungsverordnung und so verwundert es kaum, dass 700 000 Gänse in Mastanlagen vor sich hin vegetieren. In riesigen Hallen bei Dämmerlicht zusammengepfercht, müssen die Tiere in kürzester Zeit ein Höchstgewicht auf die Waage bringen.

Bei einer derartigen Mast bleiben natürlich körperliche Folgeschäden, wie Atemnot, Knochenbrüche und Gelenkentzündungen nicht aus. In der konventionellen Gänsemast wird den Gänsen lediglich Trinkwasser zur Verfügung gestellt. Durch den Entzug von offenen Wasserflächen, die Gänse als Wasservögel dringend bräuchten, entstehen körperliche Beeinträchtigungen, wie Schnabel- und Augenverkleben, schlechter Gefiederzustand und gestörtes Wohlbefinden. Damit möglichst viele Gänse diese Tortur überleben, müssen die Mäster Medikamente ins Futter mischen.

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Doch der deutsche Gänsemarkt reicht bei weitem nicht aus, um der Nachfrage Herr zu werden. Nur jede 8te in Deutschland verzehrte Gans wird hier auch aufgezogen. Der Großteil, 87 % wird vor allem aus den Ländern Polen und Ungarn importiert. Doch auch hier stammt der Großteil der Gänse aus Intensivmast. In Ungarn werden die Tiere aus dieser Produktionsform häufig noch gestopft und lebend gerupft.

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Aktion tier e.V. rät deshalb, wenn man nicht auf den alljährlichen Gänsebraten verzichten möchte, keine Gänse aus tierquälerischer Intensivmast zu kaufen. Die bekannte „Geiz ist geil Mentalität“ ist gerade bei Lebensmitteln nicht angebracht, wie die aktuellen Gammelfleisch- Skandale wieder zeigen.

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Judith Schmalzl von aktion tier e.V. München weist deshalb darauf hin: „Empfehlenswert sind grundsätzlich deutsche Bio-Gänse aus artgerechter Tierhaltung.“

Die Produktion von Ökofleisch ist streng an die Bestimmungen der EG-Öko-Verordnung gebunden. Die Einhaltung dieser Bestimmungen in Deutschland wird durch die von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zugelassenen Kontrollstellen gesichert. „Außerdem“, so Judith Schmalzl,“ wachsen Bio- oder Öko- Gänse mit ausreichend Platz auf, regelmäßigem Weidegang und gesundem, gentechnikfreien Futter ohne Zusatz von Antibiotika oder Leistungsförderern. Sie dürfen weder gestopft noch lebendig gerupft werden. Der Einsatz von Medikamenten ist streng reglementiert“. Zudem muss Bio-Gänsen Zugang zu einem offenen Gewässer gewährt werden.

Woran erkennt man Öko-Gänse ?

- Ein echtes Bio-Produkt muss die gesetzlich vorgeschriebene EWGKontrollstellen-Nummer, z.B. DE-001-Öko-Kontrollstelle, tragen. Diese Nummer bestätigt, dass das Produkt den Öko-Richtlinien der Europäischen Union entspricht und Landwirte sowie Lebensmittelhersteller regelmäßig streng kontrolliert werden.
- Am staatlichen Bio-Siegel mit dem grünen Haken; Alle Lebensmittel, die nach Öko-Richtlinien der EU erzeugt werden, können das gut erkennbare Siegel tragen.
- Es gibt auch andere Öko-Label wie beispielsweise Demeter, Biokreis, Bioland, Naturland, die meisten jedoch zusammen mit dem staatlichen Siegel.

Bildquelle “Aktion Tier e.V. / www.tierschutzbilder.de”
Die Tierschutzorganisation Aktion Tier – Menschen für Tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, Aktion Tier – Geschäftsstelle München, Tel.: 089-75969252 (Judith.Schmalzl@aktiontier.org).

Aktion Tier – Menschen für Tiere e.V.

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