Bei Tierquälern denken wir automatisch an Menschen, die ihren Tieren brutale Gewalt antun. Hier ein paar andere Gedanken.
Ist es normal, einen kleinen Hund zu kreieren, der noch nicht einmal 1 kg Lebendgewicht auf die Waage bringt?
Dieses Wesen ist kleiner als mein Zwergkaninchen aus meiner Kindheit. Das kleine Miniaturhündchen bleibt aber ein Hund, mit allen Bedürfnissen, die ein Hund eben hat. Ein Leben lang verdammt auf dem Arm seines Besitzers die Welt von oben anzuschauen.
Keine, oder nur wenige soziale Kontakte, weil selbst ein Dackel eine zu große Spielnummer für den Miniwauwau ist.
Was ist mit den neuartig auf dem Hundemarkt kursierenden Nackthunden? Nur ein paar Federn am Kopf und der Rest ist lebenslang zum Frieren verdammt. Im Sommer darf Fifi nicht ohne Sonnenschutzfaktor ins Freie, im Winter gibt es diese tollen Capes, damit er nicht nach dem Gassigehen an einer Lungenentzündung dahinscheidet.
Solche und ähnliche Qualzüchtungen gibt es mittlerweile Zuhauf in unserer westlichen, angeblich so zivilisierten Welt.
Nehmen wir nur den Mops. Ein Hund, der aus zuchttechnischen Gründen seine kurze Schnauze noch um ein paar Millimeter einbüßte, damit er Zeitlebens in das Kindchenschema passt. Das sieht ja so niedlich aus!
Leider kann der kleine, sonst eher pfiffige Kerl keine großen Sprünge machen, weil eben seine Atemwege durch Züchtung verlegt wurden und freie Atmung nicht möglich ist.
Als letztes Beispiel möchte ich den Basset Hound erwähnen. Wer kennt diesen gemütlichen Vertreter nicht noch aus der Schuhwerbung für die bequemen Hush Puppies?
Er hat leider mittlerweile ein so deformiertes Laufwerk (zu lang zu schwer), seine Hängeohren schleifen ständig über den Asphalt, sodass er zu den weniger lauffreudigen Hunden zählt. Er kann es einfach nicht mehr.
Darüber hinaus wächst der Markt für Hundeschmuck und Hundebekleidung ständig. Exklusive Boutiquen bietet an, was das Herz begehrt und Frauchen berappen kann. Ein Jogging Anzug für Fifi lässt sich mit weit über 100 Euro erstehen.
Letztlich sah ich einen Zwergpudel, der die Krallen besonders lang hatte, damit sie gut lackierbar waren. Er trug natürlich farblich genau den Nagellack seiner Besitzerin. Jeder Schritt tut diesem kleinen Kobold wegen der zu langen Krallen weh, aber er braucht ja nicht mehr laufen, die Mama trägt ihn. Dann kommt auch der Krallenlack besser zur Geltung und scharbt sich auf hartem Boden nicht ab.
Ich frage Sie, wo fängt die Tierquälerei eigentlich an?
Ich bin der Ansicht, es gibt viel mehr Tierquäler, als wir ahnen. Nicht nur die, die mit brutaler Härte gegen ein Mitgeschöpf Gottes vorgehen, sondern auch die Modefanatiker, die mit Affenliebe und Geschmacksverirrungen durch die Gegend laufen und ihren Vierbeiner aus der Hundewelt zu ihrem Bijou machen.
Quelle: http://www.rp-online.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::141627&hxmain_category=::pjsub::opinio::/tier___mensch/hund




