Berlin, 09.11.2006. Stollen und Marzipankartoffeln im August, Vogelfutter im Oktober – immer früher legt der Einzelhandel Artikel vor, die eigentlich in die wirklich kalte Winterzeit gehören. „Dass Meisenknödel und Futtermischungen so zeitig verkauft werden, verleitet viele Tierfreunde dazu, das Futter auch gleich auf dem Balkon oder im Garten auszulegen“, sagt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Dabei sind unsere Stadtvögel grundsätzlich überhaupt nicht auf Fütterungen angewiesen. Gesunde starke Tiere finden selbst in harten Wintern immer genug zu fressen. „Wir helfen mit der Winterfütterung sowieso nur einigen Vogelarten, die recht zahm sind und in unseren Städten leben“, so Ursula Bauer von aktion tier. Die scheuen Vögel draußen in der Natur kommen nämlich erst gar nicht an die Futterhäuschen.

Dennoch schätzen viele Tierfreunde die gute Möglichkeit, im Winter Wildvögel am Futterhäuschen aus nächster Nähe beobachten zu können. Damit diese Freude auch für die gefiederten Gäste ungetrübt bleibt, sollten jedoch einige Faktoren beachtet werden.

Beginn und Dauer

-     es soll grundsätzlich nur in den Wintermonaten gefüttert werden;

-     man beginnt langsam mit der Fütterung, sobald die ersten Nachtfröste einsetzen und erhöht die Futtermengen später bei Schneelagen und Dauerfrost;

-     je nach Witterung stellt man im Februar/März die Fütterung ganz allmählich ein, indem die Futtermengen kontinuierlich verringert werden;

Futterplätze

-     die Futterstellen sollten an überschaubaren, freien Stellen errichtet werden, damit sich keine Katzen anschleichen können;

-     zu Glasscheiben immer einen Abstand von mindestens 2 Meter einhalten;

Winterfütterungsgeräte

-     Futterhäuschen müssen so beschaffen sein, dass die Vögel nicht im Futter herumlaufen können; ansonsten wird das Futter durch den Kot beschmutzt, wodurch Krankheiten wie beispielsweise Salmonellen, die für die Vögel tödlich sind, übertragen werden;

-     geeignet sind Futtersilos oder Futtersäulen, bei denen das Futter in einem geschützten Depot lagert und jeweils nur die Menge nachrutscht, die von den Vögeln herausgepickt wird;

Das richtige Futter

-     an unserer Futterstellen kommen sowohl Weichfutterfresser als auch Körnerfresser – es werden also mindestens zwei Futtersorten benötigt;

-          darüber hinaus können für alle Vogelarten Meisenknödel, Meisenringe, Nusstangen und Ähnliches angebracht werden;

-     das Futter muss immer frisch sein; im Winterfutter vom letzten Jahr können sich vor allem in ranzigen Nüssen giftige Stoffe gebildet haben, die für Vögel tödlich sind;

-     Essenreste jeder Art haben an den Futterstellen nichts zu suchen; besonders schädlich ist salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln; Brot ist ebenfalls ungeeignet, da es im Vogelmagen aufquillt;

Ein Infopaket zum Thema mit Bauplänen für Futtersilos kann kostenlos bei aktion tier in Berlin (Tel.: 030 / 30 10 38 31) angefordert werden.

aktion tier – Menschen für Tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Ursula Bauer, aktion tier- Geschäftsstelle Berlin, Tel.: 030 – 30 10 38 31, berlin@aktiontier.org

aktion tier – Menschen für Tiere e.V.

Pressestelle

Kaiserdamm 97
14057 Berlin

Tel.: 030-301038-33

Fax: 030-301038-

Share