Berlin/ München, 13.11.2008. Wieder macht die Inselgruppe im Nordatlantik, die Färöer-Inseln, zwischen den Britischen Inseln und Norwegen und Island gelegen, von sich Reden. Ähnlich wie Grönland sind die Färöer weitgehend autonom innerhalb des Königreiches Dänemark. Alljährlich werden von den Färingern hunderte von Kleinwalen, bevorzugt Grindwale oder Pilotwale aus der Familie der Delfine, im wahrsten Sinn des Wortes abgeschlachtet.
Die Bewohner der 18 Inseln sehen sich als Nachkommen der Wikinger und das Gemetzel an den Walen, so wird argumentiert, sei alter Brauch. Die Delfine werden mit Booten in enge Meeresbuchten getrieben. Dort wird ihnen ein Gaff (Eisenhaken) von den im Wasser stehenden Schlägern mit einem kugelförmigen Ende in das Blasloch geschlagen, was zu starken Schmerzen und Blutungen bei den Tieren führt. Im Blutrausch versuchen die Jäger den friedfertigen Meeressäuger nun die Hauptblutgefäße, die hinter dem Kopf tief im Körper liegen, mit kleinen Messern zu durchtrennen. Manche Tiere leiden bis zum erlösenden Tod 15 Minuten. Da es keine Fangquoten gibt, werden ganze Herden, mit trächtigen Weibchen und Jungtieren, auf diese barbarische Weise getötet.
Als Rechtfertigung dieser antiquierten Jagd mit Gaff und Messer wird die Tradition herangezogen und die notwendige Nahrungsbeschaffung. Doch das Lebensmittel-Argument ist fadenscheinig: Die Jagd auf Delfine hat ihre eigentliche Bedeutung längst verloren. Im Gegenteil: Die 45 000 Bewohner auf den Schafsinseln weisen laut einer Langzeitstudie hohe Konzentrationen der toxischen Stoffe auf, die auch bei den Pilotwalen zu finden sind. Die Färinger sind neben den Norwegern die einzigen Europäer, die regelmäßig Walfleisch konsumieren. Besonders gefährdet sind dabei die Kinder. Wissenschaftler wiesen typische Symptome einer Quecksilbervergiftung nach, wie Sprach- und Erinnerungsstörungen. Pilotwale enthalten Umweltgifte wie Quecksilber und Cadmium. Die örtliche Gesundheitsbehörde erteilte bereits eine Weisung, dass schwangere oder stillende Frauen kein Walfleisch mehr essen sollten.
Trotzdem halten die Färinger an diesem grausamen Volksport fest. „Im Grunde genommen“, stellt Judith Brettmeister von aktion tier – münchen fest, „geht es den Färingern auch nicht um die Nahrungsbeschaffung. Es ist ein jährlich stattfindender Event zu Lasten der Delfine. Die Wahrung traditioneller Gebräuche dient lediglich als Etikettenschwindel“.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
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November 19th, 2008 at 16:39
Und dann wundern sich die Leute noch, warum so viele Wal- bzw Fischarten vom Aussterben bedroht sind?
Nur aufgrund der Abstammung heißt es nicht, dass man Tiere dafür töten muss!
Wo ist das Hirn dieser Menschen?