Berlin/München, 11.12.2007. Katzen erkranken in den letzten Jahren immer häufiger an einer Schilddrüsenüberfunktion. Warum das so ist, war Fachleuten bisher ein Rätsel. Jetzt haben amerikanische Forscher eine mögliche Ursache ausgemacht: Flammschutzmittel in Polstermöbeln, Teppichen und Futterdosen. Bei Katzen mit einer Überfunktion der Schilddrüse fanden sie bis zu dreimal höhere Werte im Blut als bei gesunden Tieren.

„Seit der Verwendung dieser Brandschutzhemmer steigt in gleichem Maße die Rate der Schilddrüsenerkrankungen bei Katzen“, so Frau Dr. Hölscher, Tierärztin der aktion tier e.V. „Da liegt der Verdacht nahe, dass hier ein Zusammenhang besteht.“

Forscher vermuten, dass durch das häufige Liegen auf Kratzbäumen, Teppichen und Polstermöbeln die Schadstoffe ins Tierfell gelangen. Putzt sich die Katze wandern die chemischen Verbindungen im nächsten Schritt in den Organismus des Tieres. Doch auch Dosenfutter – vornehmlich mit Fischgeschmack -  beinhaltet nach Angaben der Wissenschaftler hohe Flammschutzmittelkonzentrationen.

„Erkrankte Katzen sind unruhig und verlieren stetig an Gewicht trotz guter Futteraufnahme“, beschreibt Frau Dr. Hölscher die teils unklaren aber dennoch schwerwiegenden Symptome. „Die Besitzer deuten dies oft falsch und schildern das Tier als besonders lebhaft und fidel “, warnt die Tierärztin.

Beweise liefert ein Bluttest. Die Therapie besteht entweder in reiner Medikamentengabe, in fortgeschrittenen Fällen wird eine Operation nötig.

Da die Gefahr für den menschlichen Organismus schon früher erkannt wurde, sind seit dem 30.06.2004 etwas strengere Bestimmungen in Kraft. Tierbesitzer, deren Möbel, Teppiche und Matratzen erst nach diesem Stichtag hergestellt wurden, können die Problematik etwas gelassener sehen. Für Katzenliebhaber mit älterem Mobiliar gibt es bisher keine Entwarnung.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 089-89146676, Mobil: 0177-2451198 (tierarzt@aktiontier.org).

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