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Berlin, 15.12.2008. Die selbsternannte Hobbyzüchterin bietet Perserkatzen zum Preis von 50 Euro über das Internet an. aktion tier hat sich letzte Woche, als potentieller Käufer getarnt, die Zucht in einer Hochhauswohnung in Reinickendorf angesehen. In der unaufgeräumten Wohnung stinkt es, der Boden ist an vielen Stellen mit Katzenkot verschmiert, die wenigen Katzentoiletten sind mit blutigem Kot verdreckt.

Etwa 15 Perserkatzen unterschiedlichen Alters leben hier. Die genaue Anzahl kann die Züchterin nicht nennen. Alle Tiere sind unterernährt und ungepflegt, haben verfilztes Fell und teilweise kahle Stellen am Körper. Die meisten Katzen leiden an Durchfall und Ohrmilben, haben Augenentzündungen, triefende Nasen, schief stehende Zähne und Unterbisse. Viele Katzen haben Atemprobleme, saugen pfeifend die Luft ein. Bei manchen steht das Mäulchen permanent offen und die Zunge hängt heraus.

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„Hier wird der sogenannte US-Perserkatzentyp mit sehr kurzer Nase, rundem Kopf (Brachyzephalie) und stark eingedrücktem Gesicht völlig wahllos und unkontrolliert vermehrt“, erklärt Diplom-Biologin Ursula Bauer von aktion tier. Diese „Peke-Face“- Züchtungen sind aufgrund der massiven gesundheitlichen Probleme wie Schwergeburten, hohe Totgeburtenrate, Verengung der oberen Atemwege und des Tränenkanals, Vorbiss und Überbiss in Deutschland als Qualzüchtung verboten. Perserkatzen mit Brachyzephalie erkennt am daran, dass der obere Rand des Nasenspiegels über dem unteren Augenlidrand liegt.

aktion tier kauft undercover 3 sehr kranke, erwachsene Katzen und erhält einen apathisch wirkenden Babykater mit den Worten „der macht sowieso nicht mehr lange“ als Zugabe. Die Tiere werden am gleichen Tag einer Tierärztin vorgestellt, die sofort mit der intensiven Behandlung beginnt. Der kleine Perserkater wiegt im Alter von 5 Monaten lediglich 430 Gramm und stirbt eine Woche später trotz aller Bemühungen an den Folgen der Mangelernährung. Die drei erwachsenen Perserkatzen werden Dank der liebevollen Pflege wahrscheinlich überleben.

Auf der Grundlage der gesammelten Beweise und des tierärztlichen Befundes hat aktion tier Anzeige gegen die Züchterin erstattet. „Da in der Wohnung in Reinickendorf weitere Katzen in Lebensgefahr schweben, halten wir die sofortige Schließung der Zucht und Wegnahme aller Perserkatzen für angebracht“, sagt Ursula Bauer von aktion tier.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Diplom-Biologin Ursula Bauer, aktion tier – Geschäftsstelle Berlin, Tel.: 030-30103831 (Berlin@aktiontier.org).

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