Berlin/München, 31.05.2006. Bei der beginnenden Silage-Ernte werden wieder Tausende von Jungtieren ihr Leben lassen. Viele Wildtiere suchen bevorzugt das hohe Gras als Brut- und Nistmöglichkeit auf. Das Problem ist, dass Ende Mai/Anfang Juni die meisten Landwirte mit der Heu- und Grünfutterernte beginnen. Beim Mähen mit dem Kreiselmäher, der eine Arbeitsbreite bis zu sechs Meter haben kann, kommen viele der im Gras lebenden Wildtiere grausam zu Tode oder sie werden verstümmelt, schwer verletzt, und gehen elendig zu Grunde.

Um die hohen Wildtierverluste zu minimieren sind die Landwirte aufgefordert, vor dem Mähen die Wiesen nach Rehkitzen, Junghasen oder Wiesenbrütern abzusuchen. In den letzten Jahren sind immer wieder Landwirte, die dies versäumten und deshalb die Rehkitze durch ihre Mäharbeiten zu Tode brachten, zu Geldstrafen verurteilt worden. Nach Auffassung des Gerichts haben die Landwirte die Rehkitze vorsätzlich und ohne vernünftigen Grund  nach § 17 Tierschutzgesetz getötet.

Judith Schmalzl, von der Tierschutzorganisation aktion tier – Menschen für Tiere e.V. in München fordert daher alle Landwirte auf: „Einen Tag vor dem Mähen den zuständigen Jagdausübungsberechtigten darüber informieren, damit dieser mit Hunden das Areal absuchen kann. Auch Vogelscheuchen und Blinklichter haben sich bewährt, wobei diese einige Tage vorher aufgestellt werden müssen, um die Alttiere so abzuschrecken, dass sie ihre Kitze nicht in die Wiese ablegen.“

Sollte dies aus zeitlichen Gründen nicht machbar sein, so ist der Landwirt verpflichtet die Fläche selbst abzusuchen. Wichtig ist auch, dass von innen nach außen gemäht wird, um den verschreckten Tieren eine Fluchtmöglichkeit zu geben.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – Menschen für Tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel.: 089-75969252 (Judith.Schmalzl@aktiontier.org).

aktion tier – Menschen für Tiere e.V.

Pressestelle

Kaiserdamm 97
14057 Berlin

Tel.: 030-301038-33

Fax: 030-301038-34

www.aktiontier.org

Info@aktiontier-Pressestelle.org

Share