Berlin/München, 30.05.07. Ende Mai/Anfang Juni beginnt für viele Landwirte die Zeit der Heu- und Grünfutterernte. Zur gleichen Zeit suchen viele Wildtiere bevorzugt das hohe Gras als Brut- und Nistmöglichkeit auf. Jedes Jahr werden so Tausende von Wildtieren beim Mähen mit dem Kreiselmäher, der eine Arbeitsbreite bis zu sechs Meter haben kann, grausam getötet, verstümmelt oder schwer verletzt, viele gehen elendig zu Grunde. Um bei der Heu- und Grünfutterernte die hohen Wildtierverluste zu minimieren, sind die Landwirte aufgefordert, vor dem Mähen die zuständigen Jagdausübungsberechtigten zu informieren. Diese sollen durch Absuchen des jeweiligen Geländes die Gefahr, Wildtiere zu töten, verringern. Ist dies zeitlich nicht möglich, muss der Landwirt die Flächen selbst abgehen und die betreffenden Stellen so umfahren, dass keine Gefahr für die Wildtiere durch Maschinen droht. Unterlässt ein Landwirt solche vorbeugenden Maßnahmen, obwohl er davon ausgehen kann, dass sich auf seiner Wiese junge Wildtiere befinden, kann er zu empfindlichen Geldstrafen verurteilt werden. Denn diese Wildtiere sind nach Auffassung der Gerichte vorsätzlich und ohne vernünftigen Grund nach § 17 Tierschutzgesetz getötet worden.

Besonders verhängnisvoll ist die Entscheidung einiger Bundesländer, stillgelegte Flächen für die Futternutzung freizugeben. Dies geschah deshalb, da sich aufgrund der extremen Trockenheit  im April, das  Pflanzenwachstum auf den herkömmlichen Futterflächen drastisch vermindert hat. Mit der Freigabe soll den Landwirten nun ermöglicht werden, die Futterversorgung der Nutztiere zu gewährleisten.

Judith Schmalzl, von aktion tier in München, verdeutlicht die Problematik, die dieser Beschluss mit sich bringt: „Das Abmähen von stillgelegten Flächen hat fatale Folgen. Zum einem werden noch mehr Wildtiere den Mähtod erleiden, zum anderen werden mehrjährige Pflanzen abgemäht, die den Wildtieren in der Winterzeit Deckung und Nahrung bieten.“

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel.: 089- 75 969 252, (Judith.Schmalzl@aktiontier.org).

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