Ostern ist jetzt nicht mehr weit und in diesem Zusammenhang liegen mir folgende Punkte sehr am Herzen:
Legehennen – Leiden im Käfig
So zivilisiert unser Land auch sein mag, so armselig ist es doch. Nach wie vor müssen Millionen von Legehennen – 38 Millionen alleine in Deutschland, entsprechend mehr europaweit und weltweit – ein mehr als unwürdiges Dasein fristen. Zu Ostern ist dieses Thema natürlich besonders brisant. Mittlerweile sollte es sich eigentlich rumgesprochen haben, dass jedes Ei einen Stempel tragen muß, aus dem erkennbar ist, wie die Henne, die das Ei gelegt hat, gehalten wird – die erste Ziffer auf dem Ei ist hierfür ausschlaggebend.
So steht Ziffer 3 für Käfighaltung, Ziffer 2 für Bodenhaltung, Ziffer 1 für Freilandhaltung und Ziffer 0 für Eier aus ökologischer Erzeugung.
Von Eiern mit Ziffer 3 UND 2 sollte man unbedingt die Finger lassen. Das Leid, das wir damit den Tieren antun, ist so immens, dass der Kauf dieser Eier mit nichs zu rechtfertigen ist. Zwar können sich die Hühner bei der Bodenhaltung “freier” bewegen als bei der Käfighaltung, aber auch hier leben sie ausschliesslich in einer Halle und können ihren natürlichen Verhaltensweisen und Bewegungsbedürfnissen nicht nachkommen. Hinzu kommt die Vergasung der männlichen Küken kurz nach dem Schlüpfen oder das qualvolle Sterben im sogenannten “Muser”, einer Art Trichter, unter dem sich ein rotierendes Schlagwerk befindet, in dem die Tiere zerdrückt, zermust, zerfetzt werden, alles im Akkord.
Hände weg auch von bereits gefärbten Eiern oder sogenannten “Brotzeiteiern” etc…, auf denen man den Stempel nicht sieht. Sie kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Käfighaltung. Nicht vergessen sollte man auch, dass in fast allen konventionellen Produkten, in denen Eier verarbeitet werden, Qual-Eier stecken, von Eier-Nudeln bis Süßigkeiten und Gebäck bis Fertigprodukten.
Lasst Euch nicht blenden von grünen Wiesen auf den Verpackungen und Sprüchen wie “frisch vom Bauern” usw… Unbedingt auf den Stempel schauen, er alleine zählt! “Achten Sie auf Ihre Eier”, die Kampagne des Deutschen Tierschutzbundes aus dem Jahre 2004 ist heute noch genauso aktuell wie damals. Der für 2007 geplante Ausstieg aus der Käfighaltung wurde letztes Jahr einfach so gekippt. Unfassbar aber leider wahr.
http://www.tierschutzbund.de/fileadmin/mediendatenbank_free/TV-Spots/TVSpotGef_ngnis.mpg
Also, Hände weg von Eiern mit Ziffer 2 oder 3 und noch besser Reduzierung des Konsums von Eiern, nicht zuletzt der Gesundheit zuliebe!
Anschaffung und Haltung von Kaninchen als Haustier
Tiere sind keine Geschenke. Auch oder gerade nicht für Kinder. Jetzt werden die niedlichen Tierchen wieder zahlreich in den Zoogeschäften gekauft und landen in winzigen Käfigen in irgendeinem Wohnzimmer. Dort sitzen sie entweder jahrelang in Einzelhaft (Kaninchen sind Gemeinschaftstiere!!!!!) oder sie werden nach kurzer Zeit im Tierheim oder bei Tierhilfen abgegeben. Schon jetzt – vor Ostern – sind viele Kleintierstationen überfüllt. Nach Ostern wissen viele Tierheime/Tierhilfen nicht mehr, wohin mit den vielen Kleintieren.
Solange Kaninchen oder andere Kleintiere in den Zoogeschäften gekauft werden, werden sie dort auch angeboten und kommen vielfach in nicht artgerechte Haltung.
Daher die dringende Bitte: kauft keine Tiere in Zoogeschäften. Die Art und Weise, in der sie angeboten werden, diese empfindsamen Individuen, ist schon völlig unwürdig. Es sind keine Kuscheltiere und kein Kinderspielzeug!!!
Vielleicht überlegt der ein oder andere von Euch gerade, sich ein Kaninchen aus dem Tierschutz zu holen, vielleicht gibt es jemanden in Eurem Bekanntenkreis, der Kaninchen auch in so einem winzigen Käfig hält und die bewegungsfreudigen Tiere somit jeglicher Grundrechte beraubt. Auch als Ostergeschenk empfehle ich folgendes Buch: “Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)kaninchen” von Ruth Morgenegg (gleiches gibt es auch für Meerschweinchen). Ich habe es von einer lieben (Tierschutz-)freundin bekommen, da wir gerade dabei sind, ein Hasengehege zu bauen und es ist wirklich ein tolles Buch, aus dem man sich viele Tipps holen kann, wie groß ein Gehege mindestens sein soll, was es enthalten sollte etc..
Der “Osterhase” hat es schwer
Nicht nur als vielgeliebtes und oft leidendes Haustier hat es der Hase, der den Kindern Jahr für Jahr doch “so fröhlich” die Osternester bringt, schwer.
Hasen werden zahlreich als Versuchskaninchen in furchtbaren Tierversuchen missbraucht. Gerade für den “Draize-Test” eignen sich Kaninchen gut, da sie keine Tränendrüsen besitzen. So ist es hier besonders einfach, chemische Substanzen in die Augen zu träufeln. Die Augen werden auf diese Weise immer wieder verätzt. Unzählige Kaninchen (und natürlich weitere Tierarten) werden auf diese Weise “verbraucht”, wie es im Fachjargon heisst.
Die Alternative: tierversuchsfreie Kosmetik, Wasch- und Putzmittel. Diese gibt es mit Label vom IHTK (weitere Info: http://www.ihtk.de/_start.html ) oder als kontrollierte Naturkosmetik (http://www.kontrollierte-naturkosmetik.de/ ; hier allerdings Achtung, es handelt sich oftmals nur um Mindestbestimmungen, besser zu Produkten greifen, deren Hersteller strengere Eigenauflagen haben).
Weiterhein vegetieren Kaninchen als Masttiere, die dann als Kaninchenbraten nicht nur an Ostern auf dem Teller landen. Man muß dabei bedenken, dass es für Hasen- und Kaninchenhaltung keinerlei Gesetze gibt. Dies hat zur Folge, dass die Tiere auf nacktem, kalten Metallgitter hocken, schmerzhafte Skelettveränderungen und Knochenbrüche ertragen müssen und ihren natürlichen Bedürfnissen in keinster Weise nachkommen können. Mit Antibiotika und Hormonen werden die Tiere “gesund” gehalten und zum Rekordwachstum gezwungen. Guten Appetit!
Nicht zuletzt leiden Kaninchen für das Produkt “Angorawolle”. Sie wird aus dem Fell von Angorahasen gewonnen wobei die Schur eine qualvolle Prozedur für die Kaninchen darstellt. Die Haare werden nämlich nicht nur aus dem Fell gekämmt sondern oft gerupft und ausgerissen. Überlebt das Tier diese Prozedur, ist es bald wieder an der Reihe. Genau wie Mastkaninchen sitzen die Tiere in engen Käfigen und werden maltraitiert, bis sie sterben oder geschlachtet werden. Der Tod ist eine Erlösung für sie.
Angora ist immer aus tierquälerischer Haltung (Hauptproduzent ist China), von daher sollte man vom Kauf dieser Wolle unbedingt absehen!
Osterlamm
Eine besonders makabere Spezialität sind Milchlämmer – also Säuglinge, die noch von der Mutter trinken und noch nie Gras gefressen haben, zwischen 8 Wochen und einem halben Jahr alt. Aus diesem Grund haben sie sehr helles Fleisch, das als “butterweich, zartfaserig und fettarm” gilt – Babyfleisch eben, eine Spezialität…
Entgegen weit verbreiteten Vorstellungen ist es in den meisten Fällen nicht so, dass die Tiere wenigstens bis zu ihrem frühen Tod ein “schönes Leben” haben. Allen Lämmern werden die Schwänze kupiert, und an den kleinen Böcken wird eine betäubungslose Kastration durchgeführt, oder ihnen werden die Hoden vom Blutkreislauf abgeklemmt. Und weil sie ein reiner Produktionsfaktor sind und ihrem Besitzer schnell Geld bringen sollen, ist meist auch die Haltung ein Skandal: Oftmals finden Tierschützer die Tiere auf Weiden ohne Unterstand, ohne Schutz vor Sonne, Wind, Nässe oder Kälte. Im Winter stehen die Tiere bei Minusgraden in Schnee und Eis, teilweise mit frisch geborenen Lämmern, die Mütter mit entzündeten Eutern. Im Sommer haben sie keinen Schatten, um ihre geschorenen Körper vor der Sonne zu schützen. Teilweise fehlt es sogar an regelmäßigem frischen Wasser. Unter diesen Bedingungen sterben viele Lämmer, aber das kalkuliert der Züchter meist fest ein. Schafe, die von Tierschützern aus solchen Haltungen freigekauft wurden, sind völlig erschöpft und ausgezehrt.
In Deutschland werden Schafe nicht mehr zur Wollgewinnung gehalten. Sie dienen einzig dem Fleischkonsum. 2.100.000 Schafe und Ziegen werden jedes Jahr allein in Deutschland gegessen.
Weil die Wolle in Deutschland nicht weiterverarbeitet wird, ist sie unnötiger Abfall und Mehraufwand. Daher werden immer mehr Kamerunschafe gezüchtet, eine wunderschöne afrikanische Rasse, die nicht geschoren werden muss, weil sie noch einen natürlichen Fellwechsel hat. Doch diese afrikanischen Tiere stehen dann in deutschen Wintern in Schnee und Eis draußen – und nicht wenige erfrieren.
Die Alternative ist ein Fest (!) ohne derartiges Leid. Ein Ausweichen auf andere Tierarten ist nicht besser, die Zustände sind für Hühner, Puten, Gänse, Kühe, Schweine, Fische usw.. usw.. ähnlich. Überall, wo Fleisch billig und schnell produziert wird herrscht großes Leid. Nicht anders sieht es übrigens in der konventionellen “Milchviehhaltung” aus. Für Milch und alle weiteren Milchprodukte leiden Lebewesen, werden Kälbchen ihren Mamas gleich nach der Geburt weggenommen, damit wir die Milch trinken können, die doch den Kälbchen gehört. Eine Abnahme dieser Produkte vom Biobauern/aus dem Bioladen sollte selbstverständlich sein, letzten Endes ist es aber die Reduzierung der Nachfrage nach diesen Produkten, die die Massentierhaltung und Ausbeutung der Tiere irgendwann der Vergangenheit angehören lässt.
Wenn es Fleisch sein muß, dann sollte man wenigstens auf die Herkunft und die Haltung vor dem Tod achten. Das Schlachten aber bleibt.
Warum ausgerechnet Ostern solch ein blutiges Schlachtfest ist? Warum ausgerechnet christliche und kirchliche Feste, Feste der Geburt Jesu oder wie jetzt seine Auferstehung mit solch unsäglichem Leid verbunden sein müssen, warum die “Achtung vor dem Leben” und ein “Du sollst nicht töten” vor unseren Mitgeschöpfen, den Tieren Halt macht, das sei dahin gestellt…
In diesem Sinne ein schönes Osterfest und viele Grüße schicken Euch
Birbel und Samtpfoten




