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Seit fast 2 Jahren werden die unhaltbaren Zustände in der Schweinemastanlage K. in Siegen aufgedeckt. Strafanzeigen gegen Betreiber und Veterinäramt wurden mehrfach eingestellt; die Beweise unter den Tisch gekehrt. Neue Filmaufnahmen belasten nun Behörden und Schweinemäster schwer.

Siegen, 2. März 2006: Neue Filmaufnahmen der letzten Monate (Aug.-Dez.05) aus der Schweinemast K. zeigen: Ein Schwein mit schwerster Verletzung am Bein humpelt auf drei Beinen durch eine Mischung aus Kot, Urin, Futterresten und vergammeltem Stroh. Ein anderes Schwein liegt fiebrig und halb verdurstet auf dem Boden; es liegt im Sterben. Die Artgenossen kauen an ihm und seinen Wunden. Sie haben kein Trinkwasser und stürzen sich auf das von den Tierfreunden mitgebrachte Wasser. Eine Brühe aus Kot, Urin und Futter bedeckt den Boden. Kranke Tiere vegetieren in diesem dreckigen, feuchten Todesverlies, welches lange versteckt und unentdeckt blieb.

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Auch die normalen Schweinebuchten wurden in diesem Zeitraum gefilmt. Die Aufnahmen zeigen: Die Anlage gleicht eher einer Tropfsteinhöhle, bestialisch stinkender schimmeliger Schnodder tropft von Decken und Wänden. Die Betonspalten der Böden einiger Buchten sind verboten breit, scharfkantig und ausgetreten – die Schweine zum Teil fast schwarz, über und über verdreckt von ihren eigenen Fäkalien, in denen sie leben müssen. Die Schweine rutschen auf den glitschigen mit Exkrementen und Futterresten beschmierten Böden aus, fallen hin, verletzen sich. Verletzte und kranke Tiere in den Buchten: unbehandelt, nicht separiert, schlimme Eindrücke, grausame Tierquälerei. Das Wasser ist – wie in fast allen Buchten – abgestellt oder die Tränkenippel sind defekt und vielfach mit Kot- und Futterresten verstopft. Die Tiere leiden Durst und versuchen diesen an ihrer salzigen Futtersuppe zu stillen.

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Die Tierfreunde dokumentierten Zeit und Ort der Filmaufnahmen mit Tageszeitung und Navigationsgerät und legten diese Aufnahmen im September 2005 der Staatsanwaltschaft vor. Trotzdem stellte der zuständige Staatsanwalt Weiß mit dem Segen des Oberstaatsanwaltes Ebsen im Dezember 2005 die Anzeige erneut ein: Ein Sachverständiger sei dort gewesen, habe aber keine verletzten Tiere vorgefunden. Kein Wunder: Denn das oben beschriebene Todesverlies im zweiten Geschoss blieb für ihn bei einer Hausdurchsuchung in der Mastanlage verborgen – dies bestätigte uns der Sachverständige in einem Telefonat ausdrücklich. Der Mäster verschwieg gegenüber dem Sachverständigen diesen Raum und niemand hat bei der Hausdurchsuchung in der Schweinemastanlage gezielt danach gesucht, obwohl sich die Anzeige der Tierfreunde maßgeblich auf die Zustände in diesem Todesverlies bezog.

Mehr noch: Dem Sachverständigen wurden sogar für sein Gutachten die Aufnahmen der Tierfreunde seitens der Staatsanwaltschaft vorenthalten. Die Filmaufnahmen wurden von der Staatsanwaltschaft ohne Begründung als [Zitat] „nicht ausreichende Beweismittel“ angesehen, obwohl gerichtsfest belegt wurde, dass diese Zustände in der Schweinemast Krämer aufgenommen wurden und aktuell waren. Die Tierfreunde wurden nicht einmal als Zeugen geladen; die gerichtsfesten Beweise der Tierfreunde wurden unter den Tisch gekehrt. Ein Justizskandal.

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Schwerste Tierquälerei beweisen nun zusätzlich Langzeitaufnahmen mit versteckter Kamera von Januar 2006. In den gefilmten Schweinbuchten zu sehen: Nur zweimal am Tag wird den Tieren in den dunklen Kellerverliesen für wenige Minuten das Licht angemacht. Nur bei seltenen Reparaturarbeiten oder ähnlichen Ausnahmen sind die Tiere wenige Stunden im Hellen. Während der 7-tägigen Aufnahmen hatten die Tiere meist nur zweimal täglich 2-8 Minuten Licht – und zwar dann, wenn sie gefüttert wurden. Die meiste Zeit des Tages müssen sie im Dunkel des Kellerverlieses weggesperrt dahin vegetieren. Und das, obwohl bereits im Mai 2004 seitens der Behörden täglich 8 Stunden ausreichende Beleuchtung gefordert wurde. Wir fragen uns nach dieser Erfahrung, ob etwa grundsätzlich Auflagen der Behörden nicht kontrolliert werden, weil man stattdessen blind den Aussagen der Tierquäler vertraut?

Die vorliegenden Langzeitaufnahmen zeigen noch mehr: Entgegen den Beteuerungen des Mästers bei Gericht wurden die Futterrinnen, in die die Tiere in den engen Buchten unausweichlich auch urinieren und koten, während der 7-tägigen Langzeitaufnahmen kein einziges Mal gereinigt. Die Aufnahmen zeigen weiter, wie der Schweinemäster ein Tier erst mit der Hand, dann mit einem großen Werkzeug schlägt, weil es ihn bei einer Reparaturarbeit stört. Er spuckt nach getaner Arbeit in die Schweinebucht, wo die Tiere eng nebeneinander stehen. Er schüttet Futterreste, die bei der Reparatur des Futterrohres angefallen sind, einfach in die Bucht. Das hat zur Folge, dass sich das Futter mit den Fäkalien auf dem Spaltenboden vermischt und die Tiere unweigerlich daran lecken. Ein idealer Nährboden zur Verbreitung von Krankheiten und Wurmbefall.

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Wie passt das alles zusammen? Wir wollen es jetzt wissen: Sind das nun die Zustände, die in der Tierhaltung „normal“ sind oder handelt es sich um Verstöße gegen geltendes Recht? Die Reaktionen von Veterinärbehörden und Justiz zeigen uns bisher: Es ist normal, so leiden Schweine in Deutschland. Wir haben nun unsere Beweismittel dem Landwirtschaftsminister in NRW, Herrn Eckhard Uhlenberg, zukommen lassen und um Bearbeitung und Stellungnahme gebeten. Selbst Rap-Star Thomas D. hat an den Minister geschrieben und engagiert sich gemeinsam mit der internationalen Tierrechtsorganisation PeTA in Sachen Schweinemast Krämer. Fragen bitte auch Sie Minister Uhlenberg: „Ist das normal?“

Nehmen Sie bitte teil an unserer Online-Petition:

http://www.die-tierfreunde.de/inhalte/info/schutz/schweine_in_siegen/petition.htm

Weitere Details und aktuelles Bild- und Filmmaterial finden Sie unter:

http://www.die-tierfreunde.de/inhalte/info/schutz/schweine_in_siegen/feb_06.htm

Ihr Team von
Die Tierfreunde e.V.
Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.

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