Berlin/München, 17.11.2011 Reagiert eine Hundewelpe oder Katzenbaby kaum auf Zurufe, keimt in frischgebackenen Tierbesitzern bald ein unguter Verdacht: Ist mein Liebling vielleicht taub? Oder will er nur nicht gehorchen und hat seinen eigenen Kopf?
„Aufschluss kann ein Hörtest geben“, rät Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. Hierbei muss zwischen Tests unterschieden werden, die der Besitzer selber durchführen kann und professionell durchgeführten Audiometrietest in Tierarztpraxen. „Ein Helfer kann sich im Nebenzimmer verbergen und unvermittelt laut in die Hände klatschen oder anderweitig Krach erzeugen. Der Besitzer beobachtet die Reaktion des Hundes“, beschreibt Frau Dr. Hölscher eine mögliche Testmethode für den Hausgebrauch.
Komplizierter wird es, wenn es sich um die Diagnostik einer einseitigen Taubheit handelt. Dies ist vor allem für die Eignung zur Zucht wichtig. Manche Rassen wie Dalmatiner oder Perserkatzen sind besonders häufig mit ein- oder auch beidseitiger Gehörlosigkeit gestraft. In Verdachtsfällen sollten betroffene Individuen ausgetestet und im Falle einer Taubheit unbedingt von der Zucht ausgeschlossen werden. Manche Zuchtverbände schreiben den Hörtest sogar verbindlich vor. Diese so genannte Audiometrie kann jedoch nur in speziell dafür ausgerüsteten Tierarztpraxen durchgeführt werden. Das Tier bekommt mit Hilfe kleiner Ohrstöpsel Töne auf das Trommelfell gesendet. Diese erzeugen elektrische Signale, die ein Computer aufzeichnet. Ist der Vierbeiner taub, bleiben die Impulse aus und der Computer kann keine Weiterleitung registrieren. Eine Liste der Tierarztpraxen mit Audiometrie-Geräten findet sich zum Beispiel unter www.taubehunde.de.
„Taube Tiere können ein absolut erfülltes Leben führen“, tröstet Frau Dr. Hölscher Besitzer gehörloser Vierbeiner, „Taubheit ist keinesfalls ein Grund, ein Tier einzuschläfern. Der Geruchssinn ist für sie viel wichtiger als der Gehörsinn.“
aktion tier – menschen für tiere e.V. ist deutschlandweit eine der mitgliederstärksten Tierschutzorganisationen. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung durch Kampagnen und Informationsveranstaltungen auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen und Lösungen aufzuzeigen, wie diesen nachhaltig begegnet werden kann.
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Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 0177-2451198 (tierarzt@aktiontier.org).
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