
Um 4:30 Uhr am 21.05.06 wurde der Hund mit einem Stromkabel am Tierheim Mayen angebunden. Wir wissen diese Uhrzeit so ziemlich genau, weil im Wohnhaus neben dem Tierheim um diese Zeit ungewohnte Unruhe und Gebelle wahr genommen wurde. Daraufhin wurde gleich nachgesehen was da wohl los sei und es wurde eine weibliche Stimme vernommen, allerdings sonst nichts mehr. Man fand den Hund mit diesem Kabel angebunden und quartierte ihn notdürftig ein. Am Morgen konnte man das arme Bündel Hund richtig anschauen. Völlig verwahrlost, apathisch, sich nicht bewegend… Das Fell in großen Filzplatten am Körper, verkotet und selbst die Ohren waren voll mit dicken Kotplatten. Leider zeigt das Foto, das wir gemacht haben, nicht das ganze Ausmaß der Qual, die der Hund erleiden musste.
Behutsam versuchten wir die schlimmsten Filz- und Kotstellen zu entfernen, was der alte Hund geduldig über sich ergehen ließ. Nur an das ebenfalls verkrustete und verkotete Hinterteil durfte man nicht ran. Dann zuckte der Hund auf und versuchte zu schnappen. Warum? Das sahen wir dann bald mit Grausen: Im Bereich der Schwanzwurzel wimmelte es von Maden!! Auch in den Ohren, die feuerrot waren, wurde Madenbefall entdeckt! Können Sie sich vorstellen, dass in Ihren Ohren Maden wimmeln?? Was muss dieser Hund erlitten haben? Er lag da als wolle er sterben. Er rührte sich kaum und seine blutunterlaufenen Augen schienen bereits ins Leere zu schauen. Selbstverständlich wurde der Hund gleich in eine Tierklinik gebracht und vollkommen geschoren und von seinen ekligen Peinigern befreit.
Immer wieder meinen wir Tierheimleute, wir hätten wohl schon ALLES in den vielen, vielen Jahren erlebt und dennoch ist es eine erschreckende Wahrheit, dass es immer noch etwas Schlimmeres gibt. Leider! Es ist unglaublich welche Größe Tiere haben. Nach der Tortour des Scherens und der Behandlung beim Tierarzt, tappte der alte Hund mit offenbar neuem Lebensgefühl durch das Büro. Wir alle waren glücklich ihn so relativ stabil zu sehen. Er tappte hin und her und so gaben wir ihm den Namen \”Taps\”. Unser Herz wurde wirklich groß und weit als wir diesen, nun vom Fell und Maden befreiten Hund sahen. Nicht Wochen, sondern mindestens Monate muss er unter qualvollen Bedingungen gelebt haben. Gelebt? Nein, so kann man das wohl nicht nennen, was er durchmachen musste.
Wir sind glücklich, dass Taps nun bei uns ist. Er ist fast blind und taub, was ihn allerdings kaum stört. Er orientiert sich offensichtlich an seinem Geruchssinn. Was uns immer und immer wieder wundert und \”klein\” werden lässt: obwohl unzählige Tiere, wozu auch Taps gehört, von den Menschen so gequält werden, lieben sie! Die geschundenen Tiere lieben die Menschen. Trotz allem! Da meinen wir homo sapiens wir seien die Krönung der Schöpfung… welch ein Irrtum!
Wer Taps kennt, wer seine Peiniger kennt, der möge sich bitte im Tierheim melden. Wir werden auch die Presse einschalten, denn so eine \”Schweinerei\” (Entschuldigung) darf man nicht auf sich beruhen lassen. Wer ein paar Euro für Taps spenden möchte, der kann das gerne tun. Er braucht in der nahen Zukunft weiterhin besondere tierärztliche Betreuung, die wir ihm auf jeden Fall zukommen lassen. Vielleicht helfen Sie uns dabei!? Danke.

Taps nach der Schur
Kontakt:
Tierheim Mayen
eMail: kontakt@tierheim-mayen.de
HP: http://www.tierheim-mayen.de/





April 14th, 2007 at 20:26
Liebes Tierheim-Team!
Ich habe gerade die Geschichte von euerem Taps gelesen und mußte furchtbar weinen!
Ich habe selber 2 so “verstoßene” Tierchen zuhause.2 Katzen, eine aus dem Tierheim, sie war damals ein Jahr alt und ihre Herkunft unbekannt (Sie hat chronischen Schnupfen, darum wollte sie wohl keiner haben) Mittlerweile ist sie 18 und immer noch fit. Und letztes Jahr kam ein kleines Katerchen namens Caruso dazu, der mit etwa 5 Wochen vom Hund meiner Kollegin im Feld gefunden wurde, völlig verklebte Augen und absolut unterernährt. Als die Kollegin das Häufchen Elend zum Bauernhof brachte, wo er herkam, meinte der Bauer nur: “Laß den doch liegen, der verreckt doch eh in ein paar Tagen!!! Gehh doch in den Schuppen, da sind bessere!”
Doch die sahen auch nicht soo viel besser aus, also nahm sie den kleinen mit und nach und nach holte sie auch die anderen raus (Vergab sie an nette Leute)
Als Caruso die Augen endlich aufmachen konnte, sah ich etwas, was ich noch nie bei einer Katze sah! Er hatte rote Augen, wie ein Albinokaninchen, so entzündet waren die. Eines drohte er sogar zu verlieren, aber er hat es geschafft und 2 wunderschöne grüne Augen gucken immer, wo man noch was anstellen könnte…*Frechdachs*
Zurück zu Taps:Ich kann nicht verstehen, wie man mit einem Tier so umgehen kann!!! Ich habe schon einmal 2 Jahre auf einem Gnadenhof gelebt und auch so viel Leid gesehen, aber auch erlebt, wie viel Dank und Liebe von den Tieren zurückkommt, wenn es ihnen gut geht und sie wieder Vertrauen fassen. Taps hatte somit eigentlich Glück, bei euch angebunden worden zu sein. Schade nur, daß komischerweise die Nachbarn immer so viel wissen, aber wenn sie sowas anzeigen sollten, dann will nie jemand was gemerkt haben!!!!
Hoffe, euerem Taps geht es weiterhin gut und er hat noch viele schöne Tage!
Viele liebe Grüße aus Bayern!
Evi
Juni 4th, 2009 at 15:11
oh mein gott dieser hund is voll arm