Berlin/München, 17.03.2006. Frankreich hat mit der Massentötung von Geflügel begonnen. Nordöstlich von Lyon sollen in einem Nutztierbetrieb 950.000 Truthähne getötet werden. Das Geflügel ist gesund, stammt aber aus der Sperrzone, in der das Vogelgrippe-Virus aufgetaucht war, und darf deshalb nicht mehr in den Handel gelangen. Dabei geht es bei der Tötungsaktion längst nicht mehr darum, Menschen vor einer Seuche zu bewahren oder Geflügel davor zu bewahren sich mit einem Virus anzustecken. Es geht um ökonomische Interessen. Den großen Geflügelfarmen sind ihre Geflügel zur Last geworden, weil der Markt an Geflügel nichts mehr hergibt, was sich die Massentierhalter von ihrer Qualhaltung versprochen haben. Frankreich, welches vor kurzem noch mit umfangreichen Impfungen dem Virus entgegentreten wollte, gibt jetzt grünes Licht für Massenkeulungen, die vom Staat subventioniert werden. D.h. die Massentierhalter erhalten Subventionen, wenn sie „ihre“ Tiere, die merkantil keinen Wert mehr darstellen, zur Hinrichtung freigeben.

Deutschland geht einen ähnlichen Weg. Auch hier finden Massenkeulungen von Tieren statt, selbst dort, wo keine akute Infizierung von Tieren feststellbar ist.

„Angeblich vorsorgliche Massenkeulungen von nicht infizierten Tierbeständen bringen überhaupt keinen Nutzen hinsichtlich einer weiteren Verbreitung des Virus“, so Judith Schmalzl vom Deutschen Tierhilfswerk e.V. in München. Eine Infizierung von Vogelbeständen ist heute innerhalb von Stunden nachweisbar und eine Tötung von Tieren sollte bei einem positiven Befund dann auch nur bei diesen infizierten Tieren vorgenommen werden. Dass ganze Bestände ausgerottet werden, war eine Handhabung aus früherer Zeit, in der eine Virusbestimmung noch Tage dauerte und deshalb die Gefahr einer Verbreitung eher gegeben war.

Das Deutsche Tierhilfswerk ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, DTHW-Geschäftsstelle München, Tel.: 089-75969252 (judithschmalzl@tierhilfswerk.de).

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