Berlin/München, 21.09.2010. Stutenmilch wird schon seit dem Altertum heilende, verjüngende und damit verschönernde Wirkung nachgesagt. Bewiesen ist das natürlich nicht. Doch die Nachfrage regelt bekanntlich den Markt. Nicht verwunderlich also, dass sich in Deutschland etwa 40 Stutenmilchfarmen angesiedelt haben. Soweit so gut. Stuten geben aber nur Milch, wenn sie zuvor ein Fohlen geboren haben. Was passiert also mit den ganzen Fohlen, die nur der Milchgewinnung wegen das Licht der Welt erblickten?
„Genau das ist das Problem an der Stutenmilcherzeugung“, erklärt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier e.V., die düstere Seite der Medaille. „Die weiblichen Tiere kann man zum Teil wieder zur Milchgewinnung einsetzen. Doch die übrigen und die Hengstfohlen landen oft auf dem Schlachttiertransport nach Südeuropa.“
Damit nicht genug. Auch die wenigen Monate, die die Fohlen überhaupt zu leben haben, sind für sie kein Zuckerschlecken. Zu jung werden sie über lange Zeiträume von der Mutter getrennt, während diese gemolken wird. Die übrige Zeit dürfen die Fohlen nur deshalb bei der Mutterstute bleiben, weil diese bei längerer Abwesenheit des Fohlens keine Milch mehr geben würde. Kontakt zu Menschen erleben die jungen Pferde während dessen kaum. „Darum ist für sie der lange Transport zum Schlachter auch besonders schlimm. Die sterben vorher schon tausend Tode, wenn sie verladen werden“, berichtet Frau Dr. Hölscher traurig.
Zu allem Übel ist das ganze Treiben legal. Rein rechtlich hat niemand eine Handhabe gegen das Abschlachten der Jungtiere. Der Verbraucher ist daher gefragt. Stutenmilchprodukte in jeder Verarbeitungsform sollten von Tierliebhabern strikt abgelehnt werden.
Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 0177-2451198
(tierarzt@aktiontier.org).
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September 22nd, 2010 at 05:15
Das ist grausam. Wieder mal geht es nur ums Geld. Diesmal auf Kosten von wehrlosen Fohlen. Die Die Stuten werden als Milchproduzentin missbraucht und die armen Fohlen bezahlen mit Leben. Das das Ganze auch noch legal ist, macht die Angelegenheit keinen Deut besser. Wenn ich mir die Fohlen vorstelle, ohne Mutter ohne Milch, viel zu früh getrennt und als Schlachttiere benutzt: Ich bin entsetzt, todtraurig, angeekelt von der Art und Weise wie mit einer Mutter und ihrem Kind umgegangen wird. Alles für Kohle! Respekt oder Mitgefühl sind wieder mal Fremdwörter. Wir Menschen wollen etwas, um jeden Preis-egal auf wessen Kosten, egal wer dafür bezahlt oder leidet. Es ist einfach nur entsetzlich, was wir Tieren antun. Aber solange Nachfrage an einem Produkt besteht, egal wie verwerflich die Produktion ist, solange wir weitergemacht. Überlegt gut, was ihr kauft!