Berlin, 08.05.2007. Gerade jetzt, mitten in der Brutzeit der Vögel, werden
immer wieder Stimmen laut, die ein Einsperren von Schmusekater und
Stubentiger fordern, damit kein Schaden in der Vogelwelt entsteht. Eine
gesetzliche Grundlage dafür gibt es nicht – aber natürlich kann jeder
Katzenbesitzer auch Einfluss darauf nehmen, ob etwas passiert oder nicht.
Hier ist nicht vom berühmten Glöckchen die Rede, sondern von
Ausgangssteuerung. Während der Brutzeit sollten sich Katzen gerade in der
Morgen- und in der Abenddämmerung in der Wohnung aufhalten. Mittags ist die
Aktivität der Vögel geringer und nachts schlafen sie meist.
Vogelverluste sind so zwar nicht vollständig zu vermeiden, aber Katzen begleiten den
Menschen in jedes Dorf und jede Stadt bereits seit Jahrtausenden. Erst in
dieser Zeit haben Vögel auch diesen Lebensraum sehr erfolgreich erschlossen
und sich natürlich auch mit den Gefahren arrangiert, die Ihnen in diesem
Umfeld drohen. Weder Amsel noch Grünfink, weder Meise noch Spatz sind in
dieser Zeit durch Katzen ausgerottet worden. Eher noch sind menschliche
Gefahren wie Straßenverkehr, ausgeräumte Landschaften und Parks, kahle
Hauswände direkt oder indirekt für Vogelverluste verantwortlich, weil
Deckung oder Nahrungsmöglichkeiten fehlen. Auch andere “natürliche” Feinde
wie Fuchs und Marder, Elster und Eichhörnchen greifen regelmäßig zu, wenn
meist unerfahrene oder kranke Vögel erscheinen.
Selbstverständlich sollte der Stubenarrest dann werden, wenn beobachtet
wird, dass Jungvögel gerade das Nest verlassen – in den ersten Tagen sind
sie dann noch sehr unsicher und werden schnell zur Beute. Vogelfreunden
raten wir, “räuberische” Katzen mit einem Wasserstrahl zu vertreiben. Das tut
ihnen nicht weh und sie meiden dann in aller Regel diesen Garten für längere
Zeit. Für potentielle Brutbäume gibt es im Fachhandel auch Katzenabweiser.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit
210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und
Artenschutzorganisationen Deutschlands.
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