Zur Unterstützung des Antrags von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN legt aktion tier fundierte Bestandszahlen und Schätzungen vor

Berlin, 30.11.2010. Morgen, Mittwoch, den 01. Dezember, wird BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Antrag „Tierschutz stärken – Tierheime entlasten“ dem Deutschen Bundestag vorlegen. aktion tier begrüßt, dass damit Themen wie die Zuständigkeit im Umgang mit Fund- und herrenlosen Tieren, die ganz Deutschland betreffende Straßenkatzen- Problematik sowie die Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht von Privatkatzen mit Freigang von politischer Seite aus angegangen werden.

„aktion tier hat bereits 2002 das Straßenkatzen- Hilfsprojekt kitty ins Leben gerufen, welches über 8 sogenannte kitty-Foren die deutschlandweit umfangreichste Hilfe für verwilderte Hauskatzen leistet“, erklärt Ursula Bauer, Geschäftsführerin von aktion tier. Über das Projekt kitty werden jährlich annähernd 4.000 Straßenkatzen kastriert, Hunderte weiterer Katzen medizinisch versorgt sowie Tausende Katzen an festen Futterstellen betreut. Aber Füttern und Kastrieren allein genügt nicht, um die Straßenkatzen-Problematik auf Dauer in den Griff zu bekommen. Daher hat sich aktion tier verstärkt dafür eingesetzt, dass in Paderborn als erste Stadt in Deutschland eine Verordnung erlassen wurde, welche die Kastration und Kennzeichnung von Privatkatzen mit Freigang behördlich vorschreibt. Das sogenannte Paderborner Modell wurde inzwischen auch in anderen Städten wie beispielsweise Delmenhorst, Gütersloh, Bad Dürrenberg, Bünde und Forst (Lausitz) eingeführt.

„aktion tier hat den Antrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Anlass genommen, eine umfangreiche Dokumentation mit dem Thema `Straßenkatzen und das Paderborner Modell` zu erstellen“, sagt Ursula Bauer von aktion tier. „Im Rahmen unseres Straßenkatzenprojekts kitty haben wir seit Jahren Zahlen und Fakten zu den von uns betreuten Populationen in insgesamt 8 größeren Regionen Deutschlands erhoben, deren Ergebnisse aus dem Jahr 2009 wir nun erstmalig in diesem Umfang veröffentlichen“, so die Biologin weiter.

Die von aktion tier erhobenen, belegbaren Zahlen und die daraus hergeleiteten Bestandsschätzungen vor allem für 3 exemplarische Siedlungsräume (Berlin als Großstadt, Paderborn als Mittelstadt, Nordhessen als ländliche Region) geben einen guten Einblick zumindest in lokale Bestandssituationen. „Unsere Schätzungen ergeben, dass beispielsweise in Berlin zwischen rund 17.200 und rund 35.000 verwilderte Hauskatzen leben“, so Ursula Bauer von aktion tier. Somit kommen auf 100 Berliner zwischen 0,5 und 1 Straßenkatze. Werte, die auf ähnlich strukturierte Großstädte übertragbar sind. Dagegen leben gemäß der Berechnungen von aktion tier im ländlichen Bereich mit geringer Bevölkerungsdichte wie beispielsweise im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis wesentlich mehr, nämlich zwischen 1,5 und 2,5 Straßenkatzen pro 100 Einwohner.

Die Straßenkatzen-Problematik ist ein deutschlandweites Problem, welches endlich gemeinschaftlich und flächendeckend angegangen werden sollte. „Nachdem sich Tierschutzvereine und allen voran aktion tier jahrelang mit einem hohen personellen und finanziellen Einsatz der Hilfe von Straßenkatzen gewidmet haben wären nun eine bundesweit einheitliche Regelung zum Umgang mit Straßenkatzen sowie eine bundesweite Verordnung zur Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Privatkatzen die politisch notwendigen, erfolgversprechenden Schritte zur nachhaltigen Eindämmung der Straßenkatzen-Problematik“, so Ursula Bauer von aktion tier abschließend.

aktion tier freut sich über das Engagement von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bittet die tierschutzpolitischen Sprecher der Fraktionen um Unterstützung des Antrages.

Auf Nachfrage kann die Dokumentation zur Verfügung gestellt werden.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Ursula Bauer, aktion tier – Geschäftsstelle Berlin, Tel: 030 – 30 10 38 31 (berlin@aktiontier.org).

aktion tier – menschen für tiere e.V.
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