VON BIANCA HENNINGS
KRONACH – Spanien – das Land, das ein Ferienparadies für Touristen ist, bedeutet für viele Tiere – vor allem für Hunde – die Hölle. 1999 lernte eine Mitarbeiterin des Kronacher Tierheims das Elend der spanischen Hunde kennen. Während eines halbjährigen Auslandsaufenthalts auf der Halbinsel arbeitete sie in einem dortigen Tierheim und schrieb regelmäßig von ihren schrecklichen Eindrücken.
„Wir sind neugierig geworden und dann im Dezember 1999 nach Roquetas de Mar gefahren, um diesen armen Kreaturen wenigstens ein kleines bisschen helfen zu können. Mit einem ganzen Bus voller Hunde sind wir wieder nach Kronach zurückgefahren“, erzählt Tierpflegerin Katrin Meserth, die Spanien vor zwei Wochen erneut einen Besuch abgestattet hat. Seither verbindet das Kronacher Tierheim eine enge Freundschaft mit dem Tierheim Roquetas de Mar. Ein Jahr später kam noch das Tierheim Granada hinzu. Und inzwischen gibt es auch intensiven Kontakt mit einem dritten Tierheim in Sierra Nevada.
Zweimal im Jahr fliegen Kronacher Tierschützer nun auf eigene Kosten für jeweils eine Woche nach Spanien. Dort werden dann alle spanischen Hunde fotografiert. „Die stellen wir nach und nach ins Internet. So können im Jahr bis zu 100 Hunde vermittelt werden – ohne Zwischenstation im Kronacher Tierheim“, sagt Katrin Meserth.
Das Tierheim Roquetas de Mar hat einen eigenen Transporter. Etwa einmal im Monat fahren die dortigen Mitarbeiter nach Deutschland und bringen versprochene Hunde mit. Die Heime in Granada und Sierra Nevada arbeiten mit Flugpaten. „Wir suchen ständig Touristen, die von den Flugplätzen in Malaga oder Almeria starten und einen Hund mitnehmen würden. Das kostet den Leuten nichts. Sie haben auch keine Unannehmlichkeiten. Die Hunde werden zum Flughafen gebracht. Bis die Tiere verladen werden, bleiben die Mitarbeiter des Tierheims da. Am Zielflughafen werden die Hunde dann abgeholt. Wir brauchen eigentlich nur den Namen der Passagiere“, erklärt die Tierpflegerin, die selbst drei spanischen Hunden ein Zuhause gegeben hat.
In Kronach werden fleißig Spenden für die drei Tierheime in Spanien gesammelt. Dort wird jeder Cent dringend gebraucht. Denn: Tierheime wie die in Roquetas de Mar, Granada und Sierra Nevada sind in Spanien die Ausnahme und müssen täglich ums Überleben kämpfen. In Roquetas de Mar leben 350 bis 450, in Granada 100 bis 150, in Sierra Nevada 50 bis 80 Hunde. Die Mitarbeiter arbeiten entweder kostenlos oder für ganz wenig Geld.
In den meisten Gemeinden gibt es noch die so genannten Tötungsstationen. Fangen die Tierfänger einen Hund, kommt er dorthin und nach drei Tagen bis zwei Wochen – je nach Gemeinde – wird das Tier umgebracht: entweder vergast, vergiftet oder eingeschläfert.
Ganz langsam kann man laut Katrin Meserth eine Bewegung im spanischen Tierschutz erkennen – meistens angeschoben von Deutschen. Auf diese Weise entstehen auch immer mehr Tierheime – und immer mehr Spanier interessieren sich für die Tiere. „Vielleicht dadurch, dass ihnen nun vorgelebt wird, wie man mit Tieren umgehen sollte“, meint Katrin Meserth.
Die spanischen Hunde sind mittlerweile nicht nur in Kro-nach sehr gefragt. „Sie haben einen guten Ruf, sind meistens sehr soziale und friedliche Tiere, die ja in der Regel auf der Straße gelebt haben. Sie vertragen sich gut mit Artgenossen, oft auch mit Katzen und sind so dankbar, wenn sich jemand um sie kümmert“, sagt Katrin Meserth. Das Leben im Tierheim ist für sie in der Regel eine große Gnade. Eine Familie, die sie aufnimmt, bedeutet für sie den Himmel auf Erden.
Bevor die Hunde ins Tierheim kamen, waren viele von ihnen ausgemergelt, wurden angefahren, verprügelt oder mussten ihr Dasein an einer Kette fristen. Vielen spanischen Hunden werden die Ohren abgeschnitten – aus welchen Gründen auch immer. Jagdhunde werden nach der Saison traditionsgemäß an Bäumen aufgehängt – mit einem Seil um den Hals. Dabei ist es Sitte, die guten Jagdhunde hoch oben baumeln zu lassen, um ihnen einen schnellen Tod zu verschaffen, die „Versager“ dagegen werden so weit unten aufgehängt, dass sie mit den Zehenspitzen gerade noch den Boden berühren und somit einen langsamen qualvollen Tod sterben müssen.
Neben den etwa 100 Hunden, die pro Jahr übers Internet vermittelt werden, kommen jährlich knapp 50 spanische Hunde direkt ins Kronacher Tierheim. „Wenn da jemand sagt, ‚Was gehen mich die spanischen Hunde an?‘, da kann ich nur antworten: Wer einmal diese Hunde in ihren Gehegen besucht hat, wer einmal zwischen ihnen stand und gesehen hat, wie sehr sie sich über eine noch so kleine Zuneigung freuen, wie dankbar diese Tiere sind, der fragt so etwas nicht mehr“, erklärt die Kronacher Tierpflegerin.
Ist das Engagement des Kro-nacher Tierheims angesichts der vielen Hunde in den spanischen Tierheimen nicht ein Tropfen auf den heißen Stein? „Nein, denn erstens ‚läppert‘ es sich doch zusammen, wenn man an die Zahl von 300 Hunden in den letzten sechs Jahren denkt. Außerdem helfen ja auch noch andere Tierheime. Zudem ist auch jedes einzelne gerettete Leben die Mühe wert und wenn man in die glücklichen Augen eines Hundes blickt, der ohne die Hilfe vielleicht schon tot wäre, weiß man, dass man richtig gehandelt hat.“
von links nach rechts: Christine Murrmann (Tierheim Kronach), Lisa Biehl, Karin Beyer (Tierheim Roquetas), Jos Govaers (Erster Vorsitzender Tierheim Roquetas), Katrin Meserth (Tierheim Kronach)
50 spanische Hunde kommen jährlich nach Kronach
Knapp 50 Hunde jährlich kommen aus Spanien ins Kronacher Tierheim. „Allerdings nie im Sommer, da sind wir meistens selbst voll“, sagt Tierpflegerin Katrin Meserth.
Den Vorwurf, dass die spanischen Hunde den Kronacher Tieren den Platz wegnehmen würden, weist sie zurück: „Da haben wir immer noch Reserven. Kronacher Fundhunde haben wir bisher nie abgewiesen, selbst wenn wir schon voll sind. Da findet sich immer ein Plätzchen.“
Auch „Abgabehunde“ werden zu 95 Prozent sofort aufgenommen. Vereinzelt käme es vor, dass die Tierbesitzer gebeten werden, den Hund noch ein paar Tage länger zu behalten, bis ein Platz frei ist. Spenden und Zuschüsse für das Kronacher Tierheim fließen nicht in die Betreuung der spanischen Hunde. „Die kosten in der Regel nichts. Sie kommen geimpft, entwurmt und kastriert zu uns. Was wir bei der Vermittlung einnehmen – zwischen 130 und 150 Euro –, reicht, um das Futter für sie zu bezahlen und auch mal Tierarztkosten zu übernehmen“, betont Tierpflegerin Katrin Meserth.
Spendenkonto
Spenden für die spanischen Partner-Tierheime nimmt das Kronacher Tierheim gerne entgegen – Sparkasse Kulmbach-Kronach, Konto-Nummer 240 001 164, Bankleitzahl 771 500 00. Bei Überweisungen muss bei Betreff „Spende für Spanien“ angegeben werden. Das Geld wird dann nach Spanien weitergeleitet. Jeder Spender erhält eine Spendenquittung. Natürlich ist auch das Kronacher Tierheim auf Spenden angewiesen. Dort warten zurzeit 22 Hunde (im Sommer meistens bis zu 50), 16 Katzen („die Ruhe vor dem An-sturm“), zwei Meerschweinchen, drei Ratten und sieben Zwergkaninchen auf ein neues Zuhause.





Februar 4th, 2008 at 13:02
hallo..ich heiße maren und muss ein referat halten,darüber dass viele hunde und katzen misshandelt,verprügelt und ausgesetzt werden..kann ich ihnen ein paar fragen stellen??dann antworten sie mir doch bitte…falls dasm it meiner email adresse nicht funktioniert können sie auch auf diese email adresse antworten : nkrudwig@t-online.de
mfg maren
Januar 22nd, 2009 at 20:57
Hallo,
Ich habe schon lange den Wunsch einen Hund an meiner Seite zu haben, und durch das Internet ist mir die grausamkeit an den Tieren erst so richtig bewusst geworden. Gerne möchte ich mir einen Hund aus einem Ausländischen Land holen, nur leider habe ich keine Ahnung wie ich das anstellen soll? können sie mir helfen??
mit lieben grüßen jacqueline