Berlin / Hohengörsdorf, 11.11.2008. Seit Anfang dieses Jahres kritisiert aktion tier die unkontrollierte Vermehrung und tierschutzwidrige Haltung von mindestens 15 Sibirian Huskies in Hohengörsdorf. Die Tiere lebten in einem kleinen Freilauf ohne trockenen Unterstand und zusätzlichen Auslauf. Krankheiten und Bissverletzungen wurden nicht tierärztlich behandelt, der Großteil der Hunde war nicht ordnungsgemäß gechipt und angemeldet. Eine Tierschutz-Ordnungsverfügung des Landkreises Teltow Fläming wurde durch das zuständige Veterinäramt nicht konsequent umgesetzt.
Auf Druck von aktion tier und TIER.TV überredete das zuständige Veterinäramt Teltow-Fläming am 24.09.08 die Halterin endlich, zumindest 6 Huskies in unsere Obhut zu geben. „Man hätte der völlig überforderten Halterin Simone W. alle Tiere schon viel früher wegnehmen müssen“, kritisiert Diplom-Biologin Ursula Bauer von aktion tier Berlin.
Die tierärztliche Untersuchung der 6 freigekommenen Huskies im Tierheim Zossen bestätigte, was aktion tier von Anfang an kritisiert hatte – die ungechipten und unkastrierten Tiere waren verfloht und mit alten, unbehandelten Bisswunden übersäht. Mehrere Hunde hatten starken, zum Teil entzündeten Ohrmilbenbefall, tiefe, eitrig entzündete Bissverletzungen und litten unter teilweise massivem Pilzbefall.
„Dass man der Halterin trotz des katastrophalen tierärztlichen Befunds immer noch mindestens 10 Hunde gelassen hat ist uns völlig unverständlich“, ärgert sich Ursula Bauer von aktion tier. „Wenn ein Hund in einem Rudel Pilz- und Parasitenbefall aufweist, haben die anderen Tiere dies mit Sicherheit auch“, so die Biologin weiter.
Am 31.10.08 sind dann die restlichen 10 Huskies sowie die beiden Haushunde plötzlich spurlos verschwunden. Auch Simone W. sieht man in Hohengörsdorf nicht mehr. Über einen Zeitungsartikel in der Märkischen Allgemeine vom 08.11.08 erfahren wir, dass Simone W. weggezogen und ihre Hunde an verschiedenen Orten untergebracht hat. Für das zuständige Veterinäramt ist der Fall damit erledigt. „Uns interessiert natürlich, wohin die Tiere gekommen sind, ob sie nun tierärztlich versorgt werden und in Zukunft ein artgerechtes Leben führen können“, sagt Ursula Bauer von aktion tier.
Abschließend steht auch die aus tierschützerischer Sicht berechtigte Frage im Raum, warum Simone W. durch das Veterinäramt kein Tierhalte- und Tierbetreuungsverbot auferlegt wurde. „Nur durch ein Verbot des Haltens und Betreuens von Tieren auf unbestimmte Zeit können wir sichergehen, dass Simone W. nicht in absehbarer Zeit wieder ein Huskyrudel heranzüchtet und unter den gleichen schlechten Bedingungen hält wie in Hohengörsdorf“, erklart Ursula Bauer von aktion tier Berlin.
Weitere Informationen finden Sie auch unter http://www.tier.tv/videos/diskutier/zuschauerfall-huskys/
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