Liebe TierfreundInnen,
Die haute volée der französischen Stierquäler versammelte sich am vergangenen Sonntag, den 4. Februar, in der französischen Kleinstadt Samadet, um entnervt durch die Attacken der Stierkampfgegner eine Gegenoffensive zu starten. Alles, was in der Stierkampfszene Rang und Namen hat – Direktoren der großen und kleinen Arenen, Präsidenten der wichtigsten Stierkampfclubs, Bürgermeister von Corridastädten, Leiter der Stiertöterschulen, die Torero-Gewerkschaft, unverbesserliche Corridafans etc.- , eilte in den kleinen Ort im Pyrenäen-Vorland, um die Möbel zu retten. Da am gleichen Tag in Samadet eine Corrida stattfand, nutzen sie die Gelegenheit, sich in der Arena an der Agonie von 6 Stieren zu ergötzen.
Als Ergebnis brüteten die Herren eine Petition an die französischen Abgeordneten des EU-Parlaments aus. Aufgeschreckt wie Hühner – für die Tiere eigentlich eine Beleidigung – sehen die Stierkampfmachos ihre Felle davon schwimmen. Sie haben bemerkt, dass mit der Erklärung die Subventionen, die den Züchtern von “Kampf”-Stieren gewährt werden, in Gefahr geraten und damit auch die Finanzierung ihrer blutigen Veranstaltungen gefährdet wird. Bisher haben sie geglaubt, dass der Amsterdamer Vertrag sie vor Angriffen der Tierschützer bewahrt, denn dessen Änderung ist nur mit Zustimmung aller Regierungen der EU-Länder möglich. Bei den Subventionen jedoch kann das EU-Parlament ein Wörtchen mitreden, und damit wird es für die Stierquäler ungemütlich.
Wir fordern heute nochmals – und nicht zum letzen Mal – alle TierfreundInnen auf, an die Abgeordneten zu schreiben. Unseren Aufruf haben wir der neuen Strategie unserer französischen Freunde angepasst und empfehlen nunmehr, die Abgeordneten einzeln anzuschreiben. Nähere Erläuterungen finden Sie auf unserer Webseite. Da die Beteiligung von Abgeordneten einiger Länder – darunter ein großes mitteleuropäisches Land – noch sehr schwach ist, bitten wir Sie, auch über Ihre Kontakte in anderen europäischen Ländern EU-Abgeordnete zu erreichen. Wer Tierschutz-Organisationen in Ländern, in denen bisher wenige oder gar keine Volksvertreter unterschrieben haben, mobilisieren möchte, findet Adressen auf der Webseite von world@nimalnet .
Wir danken im Namen der gequälten Stiere allen, die bisher zahlreich und unermüdlich die Aktion voran getrieben haben und hoffen, das Ziel von 393 Unterschriften bis zum 15. April zu erreichen. Übrigens, das Vereinigte Königreich steht bisher mit 18 Unterschriften an der Spitze.
Herzliche Grüsse aus Südfrankreich
Anke & Karl Daerner
http://www.stop-corrida.info/3.3.20.eu.htm




