Berlin/München, 09.10.2007. So genannte Botox-Spritzen zur Fältchenglättung sind längst nicht mehr nur elitären Kreisen vorbehalten. In Zeiten von Spa und Wellness sind derartige Eingriffe bereits unter Normalbürgern salonfähig geworden. Was die wenigsten wissen: Für jede einzelne dieser Spritzen sterben Tiere.
Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin der aktion tier e.V., erläutert, warum so viele Kreaturen ihr Leben lassen müssen: „Botoxspritzen werden aus Botulinumtoxin hergestellt. Es handelt sich dabei um das stärkste bekannte Gift überhaupt – eine Million mal stärker als Zyankali! Es wird aus Bakterien gewonnen und kann nicht künstlich hergestellt werden. Daher kann jede produzierte Charge in ihrem Giftgehalt leicht unterschiedlich sein. Somit muss jede einzelne Fabrikationseinheit in Tierversuchen getestet werden.“
Das Präparat wird Mäusen in den Bauch gespritzt. Es führt zu Krämpfen, Lähmungen und Atemnot. Der Todeskampf kann bis zu 4 Tage andauern. Ziel ist die Ermittlung der LD 50, die letale Dosis, bei der die Hälfte aller Tiere verstirbt. Im Jahr 2005 gaben 7.375 Nager auf diese Weise ihr Leben für die Spritzenherstellung im Namen des Schönheitswahns.
Fünf zugelassene Produkte sind als Arzneimittel getarnt auf dem Markt: Dysport, Xeomin, Neurobloc, Botok und Vistabel. Nur der Deckmantel des Medikamentes ermöglicht überhaupt ihre Vermarktung. Für Kosmetika sind Tierversuche dieser Art bereits verboten.
Unter Botoxnutzern sind sicher auch viele unwissende Tierfreunde. aktion tier e.V. appelliert an alle, die Informationen rund um die Botoxgewinnung zu verbreiten, um das grausame Tierleid als Preis für faltenfreie Gesichtszüge zu beenden.
Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 0177-2451198
(tierarzt@aktiontier.org).
aktion tier – menschen für tiere e.V.
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