Berlin/ München, 27.01.2010. In Deutschland herrscht Dauerfrost. Viele Spaziergänger beobachteten an den noch nicht gefrorenen Gewässerrändern, tote Fische.

Eigentlich verfügen Fische über eine gute Überlebensstrategie in frostigen Zeiten. Gefriert ein See, gefriert er von oben nach unten, vergleichbar mit einem Eiswürfel, der in einem Getränk auch oben schwimmen würde. Ist der See genügend tief, existiert unter dem Eis noch immer ausreichend fließendes Wasser. Das kühle Nass hat in der Tiefe des Sees sogar plus 4°C. Bei 4°C ist das Wasser spezifisch am schwersten und sinkt deshalb in den Gewässern nach unten. Da Fische wechselwarme Lebewesen sind, ist die Temperatur eines Fisches gleich warm oder gleich kalt wie das Wasser in dem er lebt. Die Flossentiere passen ihre Körpertemperatur der Umgebung an und vermögen sich über einen längeren Zeitraum ruhig zu halten.

Dadurch verbrauchen sie nur sehr wenig Energie und überstehen diese unwirtliche Jahreszeit. Sie leben von den Fettreserven, die sie sich im Sommer angefressen haben. Auch finden die Tiere im Winter noch Reste von Pflanzen und kleine Lebewesen.

Aber es gibt ein paar Ausnahmen. Eine davon ist die Schleie. Dieser Fisch begibt sich in einen Winterschlaf wie das Murmeltier. Im Schlamm, auf dem Grund des Sees, gräbt sie sich ein und verbringt dort ihre Tage, bis es wieder wärmer wird.

Problematisch wird es für die Fische, wenn Freizeitsportler auf den zugefrorenen Gewässern Eislaufen, ihre Pirouetten drehen oder dem Puck hinterherjagen. Der Lärm, den die schlittschuhlaufenden Menschen verursachen, dröhnt in die Tiefen der Gewässer. Judith Brettmeister von Geschäftsstelle aktion tier – München sieht darin den Grund, dass im Winter so viele Fische sterben „Durch die lauten Geräusche werden die Fische aus ihrer Kältestarre geschreckt. Der Stoffwechsel wird aktiviert und mehr Sauerstoff aufgrund vermehrter Atmung verbraucht. Es entsteht Sauerstoffmangel und es kommt zu einem Fischsterben.“

aktion tier-menschen für tiere e.V. rät deshalb vom Eislaufen auf Naturflächen abzusehen, zum einem ist es aufgrund der momentanen Eisbeschaffenheit viel zu gefährlich und zum anderen wird die Tierwelt in den Seen nachhaltig geschädigt.

aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Judith Brettmeister, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel: 089-75 969 252 (Judith.Brettmeister@aktiontier.org).

aktion tier – menschen für tiere e.V.

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