Kater Theo musste durch verbotene Falle sterben – Gefahr auch für spielende Kinder
Leutersdorf. Innerhalb kurzer Zeit trauert Nikola Menk mit ihrer kleinen Familie nun um die dritte Katze. Theo, der achtjährige Kater, starb qualvoll, weil er in der Scheune des Nachbargrundstückes in eine Tellerfalle geraten war. Diese Fallen sind aber EU-weit schon seit 1995 verboten.
Drei Katzen hatte Nikola Menk mitgebracht, als sie vor einiger Zeit von Schleusingen nach Leutersdorf gezogen ist. Die Tiere gehörten zur Familie und waren auch für die 12-jährige Tochter und den 4-jährigen Sohn liebe Spielgefährten. Doch schon nach kurzer Zeit verschwand die erste Katze spurlos. Wenig später war auch das zweite Tier unauffindbar.
„Es waren keine Streuner, sie haben sich immer in der Nähe des Grundstückes aufgehalten, waren geimpft, kastriert und sehr gepflegt“, erzählt die junge Frau. Dann kam auch Kater Theo nicht mehr nach Hause. Die ganze Familie machte sich auf die Suche – vergebens. Am nächsten Tag fand Nikola Menk ihren Kater in der Scheune auf dem Nachbargrundstück – gefangen in einem Tellereisen, das an einer Kette befestigt war.
„Sein Zustand war erbärmlich – das Beinchen durchtrennt, er lebte noch, war aber in einem jämmerlichen Zustand. Aber das war nicht der einzige Schock. Vor mir war offensichtlich schon jemand am Tatort, denn der Kater hatte Kopfverletzungen, die wohl dazu dienen sollten, ihn ruhig zu stellen. Offenbar wollte man ihn bei Nacht und Nebel unbeobachtet abtransportieren. Ich war fassungslos und entsetzt. Unser Katerchen kam wieder zu Bewusstsein und antwortete auf mein verzweifeltes Rufen“, erzählt Nikola Menk.
Keine Rettung mehr
Sie holte Hilfe, denn zum Öffnen des Eisens bedurfte es schweren Werkzeuges. Der Tierarzt, den sie sofort aufsuchte, bestätigte ihre Vermutung, dass der Kater nicht mehr gerettet werden kann. Das Beinchen war abgestorben. Die Kopfverletzung zu schlimm und nicht einschätzbar. „Seine flehenden Augen und sein Wimmern werde ich nicht mehr vergessen. Alles, was wir tun konnten, war, ihn von seiner Qual zu befreien und ihm ein einsames Verenden in den Fängen solcher Tierquäler zu ersparen. Ein unwürdigeres Ende für einen Freund kann ich mir kaum vorstellen“, empört sie sich. Tränen auch bei den Kindern, die den verschmusten Kater so sehr vermissen.
Mittlerweile hat Nikola Menk erfahren, dass auch etliche andere Katzen in Leutersdorf vermisst werden. Nicht nur sie hegt die Vermutung, dass diese Tiere in der gleichen Scheune ein furchtbares Ende gefunden haben. Sie hat recherchiert und dabei erfahren, dass Katzen auf diese Weise gefangen werden, um aus ihnen Köder zur Jagd zu gewinnen oder ihre Pelze als Rheumadecken verkauft werden.
Dass diese Tiere in den Tellereisen einen qualvollen Tod finden, interessiert offenbar nicht. Und vermutlich scheren sich diese Tierquäler auch keinen Deut darum, dass Tellereisen seit 1995 europaweit verboten sind. Die Fangmethode funktioniert nämlich folgendermaßen: Das Tellereisen wird mit Hilfe eines Tellers gespannt, der zwischen die auseinandergehenden und niedergetretenen Bügel angebracht wird.
Dieser Teller ist von einem zwei Zentimeter breiten Kranz mit einem Durchmesser von etwa zwanzig Zentimetern umgeben. Die beiden Bügel werden über eine Feder gespannt. Fast immer ist an der Feder eine Kette mit einem Anker angebracht, um ein Fortschleppen des Tellereisens vor oder nach dem Zuschnappen zu verhindern.
Tritt ein Tier auf den Teller, so schlagen die Bügel zusammen. Das Tier stirbt nicht sofort, sondern verendet qualvoll. Die Methode ist bei Tierfängern beliebt, die auf das Fell der Tiere aus sind. Abnehmer sind insbesondere osteuropäische Länder.
Die Scheune auf dem Nachbargrundstück des Anwesens, auf dem Nikola Menk mit ihrer Familie wohnt, ist ein Tummelplatz für Mäuse und damit ein Eldorado für Samtpfoten. Und wahrscheinlich ist dieses Gebäude schon vielen Tieren zum Verhängnis geworden.
Doch nicht nur für Tiere ist die Scheune eine große Gefahr – auch für spielende Kinder. Nicht auszudenken, wenn kindliche Neugier gepaart mit Entdeckerdrang – bei Kindern ja etwas ganz normales – sie dorthin führt? Nikola Menk mag gar nicht darüber nachdenken. Noch immer sitzt der Schock tief in ihr, wenn sie an ihren Kater Theo denkt.
Nicht wegschauen!
„Es ist verantwortungslos, solche grässlichen Fallen aufzustellen. Ich würde mir wünschen, dass auch andere Nachbarn nicht einfach wegschauen, sondern die Dinge beim Namen nennen, damit diesen verantwortungslosen Menschen das Handwerk gelegt wird“, meint sie. Natürlich habe die Familie Anzeige erstattet gegen den Eigentümer der Scheune. Das Tellereisen sei zwar inzwischen verschwunden. Der Besitzer streite ab, dass es jemals eins gegeben habe in der Scheune. „Doch wir haben alles sehr genau dokumentiert im Beisein eines Polizeibeamten“, versichert Nikola Menk. Die Polizeiinspektion Schmalkalden Meiningen bestätigte auf Anfrage, dass die Ermittlungen laufen. Die Staatsanwaltschaft prüfe derzeit den Sachverhalt, hieß es.
Harald Bernhardt, Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit beim Landratsamt, reagiert gleichermaßen empört über diese ganz offensichtliche Tierquälerei. „Ohne die Einzelheiten jetzt nachprüfen zu können, kann ich sagen: so wie das die Betroffenen erlebt haben, ist mit Sicherheit ein Straftatbestand gegeben. Wir werden prüfen, ob möglicherweise die Jagdbehörde hier einschreiten sollte. Auch der zivilrechtliche Aspekt spielt eine Rolle, denn bei der Katze handelt es sich um fremdes Eigentum – und das ist gesetzlich geschützt. Dazu zählen auch Tiere. Inwieweit tierschutzrechliche Verfügungen möglich sind, muss geprüft werden. Auf jeden Fall haben wir es hier mit einer rohen und unzulässigen Fangmethode und somit mit Tierquälerei zu tun“, stellte Harald Bernhardt klar.
Karla Banz
Quelle: http://www.freies-wort.de/nachrichten/regional/meiningen/art2799,993081





Juli 7th, 2009 at 12:33
Ich kann nur unter Tränen diesen Bericht schreiben. Was für “Menschen” tun so etwas?? Wie kann man eine Tellereisenfalle aufstellen und Katzen damit fangen und zu Tode quälen? Ich kann so etwas nicht verstehen. Aus Profitgier Katzen zu töten für Rheumadecken.. Warum? Ich bin der Meinung Katzen für R-Decken ist ein genausolcher Unsinn und Tierquälerei wie Gallensaft von Bären oder Tigerpenis zur Potenzsteigerung. Dem Besitzer der Fallen sollte man mal ausprobieren lassen, wie es sich anfühlt, wenn man gefangen ist, man panisch wird….Es heißt, wir Menschen sind die Krönung der Schöpfung. Bei so etwas und anderen Greueltaten die an wehrlosen Tieren und Menschen stattfinden, kann ich nur sagen:Gute Nacht schöne Welt…