Das Deutsche Tierhilfswerk e. V. sucht nun Unterbringungsmöglichkeit für die überlebenden Tiere

Berlin/Gosen, 23.01.2006. Vergangene Woche hatten Mitarbeiter des Deutschen Tierhilfswerks auf einer Weide in Gosen mindestens 15 vor kurzem gestorbene Schafe und weitere 7 Schafskelette im Schnee entdeckt und das Veterinäramt eingeschaltet. Der Tierhalter, der auf der gepachteten Fläche außer Schafen auch noch Großpferde, Ponys, Rinder und Hunde hält, war schon im vergangenen Jahr mehrfach wegen schlechter Tierhaltung vom Deutschen Tierhilfswerk angezeigt worden.

„Uns liegen Beweise vor, dass seit Juni 2005 bis heute immer wieder einzelne tote Schafe auf der Koppel lagen“, berichtet Ursula Bauer vom Deutschen Tierhilfswerk aus Berlin. Der Halter ließ die verendeten Tiere einfach auf derselben Koppel an Ort und Stelle verwesen, auf der der Rest der Schafherde weidet.

Gemäß §2 Tierschutzgesetz muss ein Tierhalter seine Tiere artgemäß ernähren, pflegen und unterbringen. Wer offensichtlich kranke Schafe nicht tierärztlich behandeln lässt, so dass sie auf der Weide sterben, verstößt somit massiv gegen das geltende Tierschutzgesetz. „Wir gehen davon aus, dass das Veterinäramt die überlebenden Schafe jetzt beschlagnahmt, um die Tiertragödie in Gosen endlich zu beenden“, erklärt Ursula Bauer, Biologin vom DTHW-Berlin. Um der Behörde bei der Unterbringung der beschlagnahmten Tiere zu helfen, sucht das Deutsche Tierhilfswerk jetzt Landwirte oder Privatpersonen, die die Nutztiere artgemäß unterbringen können. „Der lange Leidensweg der Tiere von Gosen soll endlich ein Ende haben“, fordert Ursula Bauer vom Deutschen Tierhilfswerk. Nur durch ein lebenslanges Tierhalteverbot kann verhindert werden, dass der Halter weiterhin Tiere hungern, frieren und elendig sterben lässt.

 

Fotomaterial kann unter info@dthw-Pressestelle.de kostenfrei angefordert werden.

 

Weitere Informationen bei:

Ursula Bauer, Diplom Biologin der DTHW Geschäftsstelle Berlin, Tel: 030/301038-31, Mobil: 0178-4550868 (berlin@tierhilfswerk.de).

 

 

Nach dem Fund toter Schafe Plätze für überlebende Tiere gesucht

Gosen (dpa/bb) – Nach dem Fund von 15 toten Schafen sowie Schafsskeletten auf einer Weide in Gosen (Oder-Spree) suchen Tierschützer nun Stellplätze für die überlebenden Tiere. Gesucht werden Landwirte und Privatleute, die die Schafe artgerecht unterbringen können, teilte das Deutsche Tierhilfswerk am Montag mit. Die Mitarbeiter gehen davon aus, dass das zuständige Veterinäramt die überlebenden Tiere beschlagnahmt. Das Amt war zu Wochenbeginn nicht zu erreichen.

update 27.01.06

 

Schlechte Tierhaltung in Gosen fordert neues Opfer

Das Deutsche Tierhilfswerk e. V. drängt auf die sofortige Wegnahme der Tiere und bietet gleichzeitig artgerechte Unterbringungsmöglichkeiten an

Berlin/Gosen, 27.01.2006. Ein weiteres Schaf ist tot. Mitte Januar hatten Mitarbeiter des Deutschen Tierhilfswerks eine größere Anzahl toter Schafe auf der Weide in Gosen entdeckt und auch mehrere kranke Tiere dem zuständigen Veterinäramt gemeldet. Eines der Schafe röchelte und konnte kaum noch aufstehen. Der Tierhalter gab an, das Tier mit Tee behandelt zu haben. Das Veterinäramt beauftragte schließlich eine in Gosen niedergelassene Tierärztin mit der Pflege. Jetzt ist das sehr schwache Schaf tot. Nach Auskunft der Tierärztin wurde es am 25.01. notgeschlachtet. Die Veterinärin weiß nicht, woran es erkrankt war. Der Kadaver wird angeblich gerade untersucht.

„Die toten Schafe, die wir gefunden haben, waren nur die Spitze des Eisbergs“, so Ursula Bauer vom Deutschen Tierhilfswerk Berlin. Das Tiersterben in Gosen geht weiter.

Ein gemeinsam mit einem Kamerateam von Pro 7 besuchter Zeuge hat ausgesagt, dass er auf den Gosener Weiden seit Juni 2005 immer wieder einzelne tote Schafe gesehen und fotografiert hat. Indes gibt das Veterinäramt in Beeskow bekannt, dass die gefundenen toten Tiere an einem Fütterungsfehler gestorben wären. „Falsch“, kontert Ursula Bauer vom DTHW-Berlin, „die Schafe sind gestorben, weil der Halter keinen Tierarzt gerufen hat“. Interessanterweise behauptet die derzeit behandelnde Tierärztin, dass die Tiere an Altersschwäche gestorben seien. Im Beisein des Pro 7 Fernsehteams hatte Ursula Bauer vom DTHW- Berlin insgesamt 7 Schafschädel gefunden, die auf der Weide verstreut herumlagen. Darunter der Schädel eines Lamms, welches nicht an Altersschwäche gestorben sein kann. Diese Beweise wurden dem Veterinäramt Beeskow ausgehändigt. Die derzeit in Gosen tätige Tierärztin hat den Schafbestand vor dem jetzigen aktuellen Fall zuletzt im vergangenen Sommer gesehen. Bevor das langsame Sterben begann.

„Wie viele Tiere müssen noch sterben, bevor das Veterinäramt endlich reagiert und die Tiere beschlagnahmt“, fragt Ursula Bauer vom Deutschen Tierhilfswerk in Berlin.

„Wer seine Tiere falsch füttert und bei eindeutigen Anzeichen von Krankheit keinen Tierarzt ruft, sondern ruhig abwartet, bis die Tiere verenden, hat nicht die erforderliche Kompetenz zur Tierhaltung“, so die Biologin des DTHW weiter. Ein lebenslanges Tierhalteverbot wäre die logische Konsequenz.

Die Tierschützer waren inzwischen aktiv und haben Privatpersonen, Landwirte und Kooperationspartner gefunden, welche die beschlagnahmten Tiere bei sich aufnehmen würden. „Wir könnten sofort alle Schafe aus Gosen dauerhaft artgerecht unterbringen“, berichtet Ursula Bauer vom DTHW- Berlin, „jetzt muss nur noch das Veterinäramt konsequent durchgreifen“.

 

Weitere Informationen bei:

Ursula Bauer, Diplom Biologin der DTHW Geschäftsstelle Berlin, Tel: 030/301038-31.

 

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