Berlin/München, 17.06.2007. Pferdespezialisten schlagen Alarm: Immer mehr Rösser werden Opfer einer so genannten Sandkolik. Durch die trockene Witterung im Frühjahr sowie eine in Mode gekommene Aufstallungsform, dem Sandpaddock, hat diese schwerwiegende Erkrankung in jüngster Zeit drastisch zugenommen. Die Pferde nehmen über das Futter große Mengen Sand mit auf. Bei einer Weidehaltung geschieht dies durch an Graswurzeln anhaftende Erde, bei der Aufstallung im mit Sand aufgefüllten Paddock fressen die Pferde Heu mit Sand vermischt vom Boden. Dieser lagert sich nach und nach im Magen-Darm-Trakt ab. Es kommt zur Verstopfung und damit zu Koliksymptomen. Laut Pferdetierärzten wurde in Operationen schon eimerweise Sand aus Pferdedärmen entfernt, so gewaltige Ausmaße können die Ansammlungen annehmen.

Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin der aktion tier e.V., erklärt, woran der Tierhalter eine sich anbahnende Kolik rechtzeitig erkennen kann: „Die Pferde werden unruhig, scharren am Boden oder wälzen sich. Sie drehen den Kopf häufig in Richtung Rumpf oder fangen ohne ersichtlichen Grund an zu schwitzen. Eine Kolik ist ein Notfall. Der Besitzer muss sofort einen Tierarzt rufen.“

Die Verabreichung von Flohsamen kann helfen, Sandreste aus dem Verdauungstrakt auf natürlichem Weg zu entfernen. Wie viel Sand das eigene Pferd aufnimmt, kann der unerschrockene Halter selber prüfen. Er muss lediglich eine Kotprobe in lauwarmem Wasser aufschwemmen. Der darin enthaltene Sand setzt sich auf dem Grund des Gefäßes ab. So kann der Pferdefreund schon im Vorfeld erkennen, ob er an seiner Haltungsform etwas ändern muss.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 089-89146676, Mobil: 0177-2451198 (tierarzt@aktiontier.org).

aktion tier – menschen für tiere e.V.

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