Berlin/München, 02.02.2007. Am 19.10.2006 forderte der Deutsche Bundestag die Bundesregierung auf, wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, um den Import, die Be- und Verarbeitung und das Inverkehrbringen von Robbenprodukten in Deutschland wirkungsvoll zu unterbinden.

Vorausgegangen war dieser Aufforderung des Parlaments an die Regierung  massive Bürgerproteste, nachdem immer  wieder publik gemacht wurde, wie barbarisch die Robben geschlachtet werden. 300 000 Tiere wurden allein im letzten Frühjahr getötet. Mit spitzhackeähnlichen Knüppeln wird auf die wehrlosen jungen Robben eingeschlagen, bis sie leblos auf dem Eis liegen bleiben. Nicht selten werden dabei die Jungtiere bei lebendigem Leibe gehäutet. 97% aller getöteten Tiere waren jünger als drei Monate.

Groß war daher die Freunde, als der Bundestagsbeschluss zustande kam. Hoffnung keimte auf, dass bereits vor der nächsten Fangsaison vielleicht sogar ein nationales Einfuhr und Handelsverbot greifen würde.

Etwas vergleichbares wie in Berlin, passierte in Brüssel, bei der EU. Auch hier hatte im September 2006 das EU-Parlament mit überwältigender Mehrheit eine Erklärung unterzeichnet, mit der die EU-Kommission aufgefordert wurde, einen Gesetzesentwurf für ein europaweites Handelsverbot vorzulegen.

Im Gegensatz zur Bundesregierung ist die EU-Kommission mittlerweile tätig geworden. Leider aber nicht im Sinne der EU-Parlamentarier und ganz sicher nicht im Sinne der Tierschützer. Am 26.01 2007 lehnte die EU-Kommission den Antrag auf ein europaweites Einfuhrverbot ab. Die Begründung lautete, dass ein gültiges EU-Gesetz von 1983, das die Tötung von Robben in der ersten 20 Lebenstagen verbietet, bereits ausreichend sei. Nach dieser Zeit aber sind die Robbenbabies nicht mehr geschützt – und genau darum ging und geht es aber.

Die Bundesregierung, welche die Forderung des Parlaments einfach aussaß, also nichts tat, erklärt jetzt, dass sie aufgrund der Haltung der EU-Kommission nunmehr prüfen (!) wolle, inwieweit Maßnahmen auf nationaler Ebene notwendig erscheinen. Da ein solcher Prüfvorgang erfahrungsgemäß sehr lange dauert, insbesondere wenn es um Tierschutzmaßnahmen geht und wenn dadurch auch Lobbyinteressen tangiert werden würden, muss jetzt auf nationaler Ebene Druck auf die Regierung ausgeübt werden, damit der Stillstand ein Ende findet.

Judith Schmalzl von aktion tier münchen fordert die Bundesregierung auf, endlich ein nationales Handelsverbot für Robbenprodukte zu erlassen, damit die größte Wildtiertötungsaktion in der Welt endlich ein Ende hat. Die Mitglieder der aktion tier haben bereits in einer aufsehenerregenden Aktion Tausende von Unterschriften gesammelt, die dem Bundestag mittels dem Bundestagsabgeordneten Johannes Singhammer überreicht wurde. Die Bundesregierung, sprich das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz muss nunmehr endlich in die Gänge kommen und den Bundestag einen Vorschlag entsprechend der Forderung des Parlaments unterbreiten.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, aktion tier – Geschäftsstelle München, Tel.: 089-75969252 (Judith.Schmalzl@aktiontier.org).

aktion tier – menschen für tiere e.V.

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