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‘Du hast es mit einem Tier zu tun, also benimm dich entsprechend’, sagt Hubert Asam aus Erzingen. Mit seiner Arbeit ermöglicht er Menschen und Hunden ein stressfreies Miteinander. Die Kommunikation zwischen Mensch und Tier muss stimmen, weiß Hundenarr Hubert Asam.

Balingen-Erzingen
Schon als Kind interessierte sich der 41-jährige Hubert Asam für Hunde. Er fragte sich schon früh, warum es manchmal zwischen Herrchen und Vierbeiner nicht so klappt, wie es klappen könnte. ‘Der Unterschied zwischen dem Nebeneinanderherleben und dem Zusammenleben ist meistens sehr groß.’

Er hat seine Passion zu seinem Job gemacht. Heute arbeitet Asam mit Hunden und deren Rudeln, den Besitzerfamilien, um Probleme zu lösen. Der Bedarf ist da. Viele Komplikationen treten bei Hunden aus dem Tierheim auf oder bei solchen, die aus dem Ausland mitgebracht wurden. Aber auch bei Tieren, die schon als Welpe in eine Familie gekommen sind, gibt es oft genug Verständigungsprobleme. ‘In diesen Fällen ist die Art der Arbeit, die wir leisten, sehr wichtig, auch notwenig und hilfreich’, sagt Asam.

Zusammen mit seinem Lehrer Uli Köppel, der durch Beobachtung des Hundeverhaltens die ‘Beziehungsarbeit’ für Mensch und Hund entwickelt hat, gibt Hubert Asam Seminare für den Hund und sein Herrchen in ganz Deutschland. Die Grundlage ihrer Arbeit ist die Verhaltensforschung von Eberhard Trumler, der besonderes Augenmerk auf die Beobachtung der Hunde im Rudelverband legte. Er ging davon aus, dass die wilden Vorfahren der Haushunde ein ursprüngliches Instinktverhalten aufweisen, das die Haushunde nun nicht mehr zeigen.

Die Beobachtung dieses ursprünglichen Sozialverhaltens sah Trumler als Basis an, um das Verhalten von Haushunden zu verstehen. Nach diesem Prinzip arbeiten auch Asam und sein Kollege. Mit dem ‘Rudelkonzept’ sind die zwei Trainer in der Lage die Verständigung zwischen Mensch und Hund zu optimieren. Sie klären sozusagen die Struktur im Rudel Mensch – Hund und ermöglichen damit ein stressfreies Miteinander.

‘Wichtig ist, dass die Kommunikation stimmt.’ Er bedient sich ausschließlich im Verhaltensrepertoire der Hunde. Der körpersprachliche Ausdruck und die Signale, die ein Mensch aussendet, sind wichtige Komponenten, um sich den Hunden verständlich zu machen. ‘Das größte Problem ist, dass die Menschen zu viel denken. Würden sie einfach ihrem Instinkt und ihrem Gefühl folgen, würde es gar nicht so viele Probleme geben’, erzählt der Hundeliebhaber. Aggressive, beißende und wild kläffende Köter wären damit Geschichte. ‘Annähernd alle Probleme von und mit Hunden basieren auf Beziehungsstörungen zwischen den Hundebesitzern und ihren Tieren, die sozial verunsichert sind’, erzählt Asam. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Wird die Rudelstruktur geklärt, können auch Hunde, die vorher stark problembehaftet waren, sich fertig entwickeln und zu selbstsicheren, entspannten und unproblematischen Tieren werden.

‘Das hat gar nichts mit Hundeschule oder Hunde-Nanny zu tun’, stellt Asam richtig. Seine Arbeit ist absolut artgerecht, denn es findet keine Vermenschlichung der Hunde statt. Die Tiere werden nicht mit Leckerlis bestochen, noch werden sonstige Hilfsmittel eingesetzt. Denn Leckerlis sind nur Ausdruck von Hilflosigkeit. ‘Wenn Menschen mit ihren Hunden nicht klar kommen, dann versuchen sie ihr Glück auf der Belohnungs- und Bestechungsebene’, erklärt der Hundenarr. Dadurch nimmt das Tier den Besitzer aber trotzdem nicht ernst. Das frustriert viele Menschen. Und dieser Frust wird dann meistens am Hund, der nichts dafür kann, ausgelassen. ‘Stachelhalsbänder, die eigentlich verboten sind, sieht man überall’, erzählt Asam betroffen.

Die Devise lautet Erklärung und Beziehungsarbeit statt Dressur, Rudelklärung statt Ausbildung.

Aber egal wer ein Problem mit seinem ‘besten Freund’ hat, kann sich beraten, unterstützen und helfen lassen. Es gibt die Möglichkeit sich bei einem der zahlreichen Seminare anzumelden, bei denen Hunde ausdrücklich erwünscht sind oder das Angebot von Einzelunterricht in Anspruch zu nehmen. Dem Verhältnis zwischen Hund und Mensch wird dies sicherlich zuträglich sein. Und wenn es dem Hund gut geht, kann auch das Herrchen oder Frauchen wieder glücklich sein.

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