Raufusskauz

Berlin, 19.06.2009. Gestern Abend mit Einbruch der Dämmerung wurde ein verletzt aufgefundener Raufußkauz frei gelassen. Nach 14-tägiger Pflege in der Wildtierstation ist er wieder fit für ein Leben in der freien Natur.

Aufgefunden wurde der gut amselgroße Raufußkauz (siehe Foto von Jens Scharon/NABU Berlin) am 2. Juni in Berlin-Weißensee. Benommen und flugunfähig lag die kleine Eule am Boden. Noch am selben Tag wurde der Vogel in die  Klinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin gebracht. Bei der Untersuchung  konnten keine Knochenbrüche oder äußere Verletzungen festgestellt werden. Nach zweiwöchiger Pflege in der Wildtierstation in Berlin-Marzahn hat sich der Kauz sehr gut erholt und kann erneut ein selbständiges Leben in der freien Natur starten.

„Vögel, die gegen Hindernisse wie z. B. Glasflächen oder Autos fliegen, erleiden ein sogenanntes Anflugtrauma. Durch den Aufprall werden Funktionen des Nervensystems gestört und oft schwer wiegende  Lähmungssymptome sind die Folge. Auch bei diesem Raufußkauz ist ein solches Anflugtrauma zu vermuten“, sagt André Hallau, Leiter der Wildtierstation.

„Zahlreiche Vögel werden alljährlich mit den Symptomen eines Anflugtraumas in die Wildtierstation gebracht. Doch nicht immer verläuft die Genesung so erfolgreich wie bei diesem Raufußkauz“, stellt Diplom-Biologin Ursula Bauer von aktion tier – menschen für tiere e.V. fest. Im Straßenverkehr, an Glasfassaden und in eng umbauten Höfen verunglücken in Berlin regelmäßig Vögel. Während des Vogelzuges im Frühjahr und Herbst sind es vor allem die nachtaktive Arten. Oft enden diese Unfälle für die betroffenen Vögel tödlich.

Die Wildtierstation in Berlin Marzahn ist ein Gemeinschaftsprojekt von NABU Berlin und aktion tier – menschen für tiere e.V.

Raufußkäuze gehören in Berlin zu den seltensten Eulenarten, die nicht alljährlich im Stadtgebiet auftreten. 1985 wurde diese Art erstmals als Brutvogel in Brandenburg nachgewiesen. Heute schätzen die Ornithologen den Brandenburger Brutbestand des Raufußkauzes auf etwa 20 bis höchstens 30 Paare. Aus Berlin gibt es  noch keinen Brutnachweis.

Die nachtaktiven Raufußkäuze bewohnen Nadel- und Mischwälder und brüten in alten Schwarzspechthöhlen, beziehen aber auch Nistkästen. Ihre Hauptnahrung besteht aus Kleinsäugern wie Mäusen.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:

André Hallau, Leiter der Wildtierpflegestation Berlin-Marzahn, 030-54712892 und

Ursula Bauer, aktion tier – menschen für tiere e.V., 030-30103831 (berlin@aktiontier.org).

aktion tier – menschen für tiere e.V.

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