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Lutterberg/Hann. münden. “Dieser Hund war eine Katastrophe”, sagt Britta Waldmann, streicht ihrem braunen Podenco-Mischling Gina über den Kopf und lacht. Seit drei Jahren lebt der ehemalige spanische Straßenhund bei der 33-Jährigen. “Ich holte Gina mit etwa zwei Jahren aus dem Tierheim in Hofgeismar. Sie hatte Angst davor, Treppen zu laufen, weil sie das gar nicht kannte. Ich musste sie tragen”, sagt sie.

Außerdem habe sie fast täglich eine Müllhalde in ihrer Wohnung vorgefunden, wenn sie den Hund für ein paar Stunden alleine lassen musste. Gina konnte nicht davon lassen, Mülleimer auszuräumen und nach Resten zu suchen – eine Angewohnheit aus ihrer Zeit als Straßenhund. “Das Schlimmste aber war ihr Jagdtrieb. Sie hat mich regelmäßig im Feld stehen gelassen und war dann bis zu fünf Stunden verschwunden. Außerdem hat sie Nachbars Schafe und Katzen gejagt”, erzählt sie.

Wenn man heute sieht, wie Gina unangeleint über die Felder rennt und beim ersten Pfiff zu ihrer Besitzerin kommt, mag man das kaum glauben. “Ich habe zum Glück eine Hundetrainerin gefunden, die die richtige Ansprache für Gina gefunden hat”, sagt Britta Waldmann.

“Ich habe mich immer mehr mit den spanischen Rassen, wie den Podencos und Galgos, beschäftigt, auch Seminare besucht. Leider muss man dafür recht weit fahren”.

Probleme sind nicht selten

Aus Gesprächen mit anderen Besitzern südländischer Hunde, die immer öfter über Tierschutzorganisationen nach Deutschland vermittelt werden, weiß sie, dass Probleme zwischen Hund und Besitzern nicht selten sind.

Das hat auch John-Frederik Pyka vom Mündener Tierheim schon beobachtet. Er berät als Regionalbetreuer des Vereins “Aktion Tier – Menschen für Tiere”, der Träger des Tierheims ist, 48 Tierschutzvereine in Niedersachsen und Nordhessen. “Podencos und Galgos sind an sich keine schwierigen Hunde – wenn man sie angemessen auslastet. Es wird von manchen neuen Besitzern allerdings auch unterschätzt, dass Hunde aus dem Süden oft noch nie in einer Wohnung gelebt haben. Schon gar nicht die Podencos als Gebrauchshunde der spanischen Jäger”, sagt Pyka.

Britta Waldmann möchte ihre Erfahrungen gerne weitergeben: “Ich hätte mir damals gewünscht, hier einen Ansprechpartner zu haben. Da ich glaube, dass es auch in unserer Gegend Menschen gibt, die einen Hund aus Süd- oder Süd-Ost-Europa aufgenommen haben, würde ich gerne ein regelmäßiges Treffen zum Erfahrungsaustausch mit Hunde-Auslauf auf unserem sicher eingezäunten Grundstück initiieren.” (zwm)

Kontakt: Britta Waldmann, Telefon: 0 55 43/99 97 40, oder per E-Mail: brittawaldmann@web.de

12.12.2006

http://www.hna.de/muendenstart/00_20061212180245_Podenco_sucht_Podenco.html

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