Schon seit drei Jahren beobachtet das Team von Green Ocean den stetigen Anstieg von Plastikmüll im Mittelmeer. Während eines kürzlich abgehaltenen Meerespraktika ermittelten die Teilnehmer, dass der Abstand zwischen zwei Stücken Plastik, an der Meeresoberfläche, lediglich 80 m misst. Es wurde außerdem noch „schwebender“ Plastikmüll in einer Tiefe von 80 bis 100 m dokumentiert. Bei Untersuchungen mit Unterwasserkameras und Sonar wurden am Meeresgrund regelrechte Felder von Plastikmüll entdeckt. Umgerechnet auf die Oberfläche des Mittelmeeres, bei einer angenommenen Dichte von 100 g/m², ergibt das eine Umweltbelastung von ca. 200 Millionen t Plastikmüll.
2004 entdeckte man einen riesigen Müllteppich in der Größe Westeuropas, der zwischen Hawaii, Japan und Nordamerika im Pazifik treibt und etwa 3 Millionen Tonnen wiegt.
Wir müssen aber nicht länger machtlos zusehen. Green Ocean hat ein Konzept entwickelt, dass die Meere effektiv und ohne besonders komplizierte Maßnahmen säubert. Der Müll wird nämlich bereits aus dem Meer geholt, durch die Fischer. Da sie jedoch bisher keinerlei Anreiz hatten, diesen Müll abzuliefern und dabei auch sicherlich Abnahmeprobleme gehabt hätten, warfen sie diesen lästigen “Beifang” gezwungenermaßen wieder über Bord. Jahrelang wurde hier eine Chance vertan. Das soll sich nun ändern. Green Ocean hat ein Projekt erarbeitet, bei dem zunächst lokal in zwei italienischen Städten (Calambrone und Livorno) Container durch Green-Ocean aufgestellt werden. Den Fischern wird sofort im Hafen der Müll abgekauft. Danach wird er ordnungsgemäß entsorgt. Green Ocean arbeitet dabei eng mit dem bedeutenden italienischen Naturschutzverband LEGAMBIENTE und der Küstenwache zusammen. Gewonnene Daten werden an nationale Umweltministerien und die zuständigen Stellen in der EU weiter gegeben. Wir erstreben damit:
- Eine Änderung der Vorschriften hinsichtlich der Verwendung von Plastik in der Verpackungsindustrie – Umstellung auf biologisch abbaubare Materialien.
- Kontinuierliches Entfernen von Plastikmüll wie z.B. durch die Fischer.
Die Effektivität liegt offen auf der Hand. Unsere Organisation versucht nun, mit entsprechenden Fakten über den Zustand vor, während und nach der Aktion, sowie durch exakte Daten über die abgelieferte Menge und Beschaffenheit des Mülls, eine wissenschaftlich Grundlage zu schaffen, damit diese Art von Müllbeseitigung in den EU Richtlinien verankert wird und dann EU weit eingeführt werden kann. Bereits 60 Universitäten haben sich bereiterklärt, das Projekt zu unterstützen.
Wir würden uns freuen, wenn auch Sie diese Aktion unterstützen könnten.
“Viele sind verantwortlich, aber WIR zeigen Verantwortung!”
Quelle: http://www.plastic-sea.com/?language=german
update 01.10.07
Über die Sommermonate ist der Kunststoff-Recycling Container in Livorno ein fester Bestandteil des Hafens geworden. Die Fischer benutzen ihn nicht nur zum Entsorgen von Plastikmüll aus dem Meer, sondern er dient auch gleichzeitig zur Entsorgung von alten, ausgedienten Kunststoffnetzen.
Trotz des Beginns der Schonzeit für gewisse Fischarten in der Region, und der allgemeinen Urlaubszeit wurden im August über 11,4t an Kunststoff aus dem Meer am Container abgegeben.
Im Monat August hatten wir uns zum Ziel gesetzt, den anfallenden Kunststoff entsprechend der Zusammensetzung zu sortieren um so auch einen Hinweis auf die Herkunft und Zusammensetzung zu erhalten. Die Auswahl wurde aufgrund optischer Gesichtspunkte getroffen. Netze und andere Artikel, die offensichtlich erst im Hafen zum Kunststoffmüll hinzugefügt wurden, klammerten wir bewusst aus dieser Kalkulation aus.
Schon bei der Reinigung des Strandes in Calambrone wurde die Ausbeute eines Abschnitts an die Uni Pisa weitergeleitet, um auf Zusammensetzung und Herkunft untersucht zu werden.
Im September bemerkten wir einen starken Anstieg der abgelieferten Plastikmenge. Nach näherer Untersuchung der Zusammensetzung ergab sich allerdings ein großer Anteil an Netzen oder Netzteilen. Spielte der „Zwangsurlaub“ im August, und resultierende Zeit zur Netzreparatur da eine Rolle?
Bis zu diesem Zeitpunkt wurden 2.750,00€ für den Aufkauf von Kunststoff verwendet. Es ergab sich aus den Kalkulationen eine Gewichtsabweichung zwischen den von den Fischern „gekauften“, und den Wiegescheinen der Kunststoff verwertenden Firma. Die Begründung in dieser Abweichung liegt im Wassergehalt des Kunststoffes. Während der Zeit im Container trocknet der Kunststoff ab und es resultiert ein Gewichtsunterschied von ca. 4%.
Die Aktion soll noch für mindestens 6 Monate weiter geführt werden. Ziel ist ja, die Auswirkung dieser Aktion auszuwerten und die entsprechenden Daten zu sammeln.
“Viele sind verantwortlich, aber WIR zeigen Verantwortung!”
50 €uro helfen uns, eine Tonne Plastik aus dem Meer zu entfernen.
Durch Ihre Mithilfe wurden nun bereits über 50 Tonnen Kunststoffmüll aus dem Mittelmeer entfernt. Wir danken Ihnen herzlich für Ihre bisherige Unterstützung dieses Projektes.
Für die nächsten 6 Monate bitten wir unsere zahlreichen Freunde und Förderer, das Projekt weiterhin zu unterstützen.
Spenden bitte an:
Dr. Robert Groitl – Aktion Plastik aus dem Meer
Konto Nr. 430 288 662
BLZ 741 500 00
IBAN: DE14741500000430288662
BIC: BYLADEM1DEG
Sparkasse Deggendorf
Weitere Infos unter:
www.plastic-sea.com
www.green-ocean.org







