Berlin/München, 30.10.2008. Was die Versorgung ihres Vierbeiners angeht, meinen es Tierbesitzer in aller Regel gut, manchmal aber auch zu gut. Dies gilt vor allem für die Pflege der Ohrmuscheln. Da wird gerne hier mal ein Härchen heraus gezupft, dort mit dem Wattestäbchen gebohrt und am Ende alles mit Pflegeölen ausgewischt.

„Das braucht es meistens gar nicht“, so Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin der aktion tier e.V., „oft verursacht der Tierhalter bei diesen Aktionen mehr Schaden als Nutzen“, warnt die Veterinärin.

Das Ohr des Tieres ist so konzipiert, dass es sich normalerweise von selbst reinigt. Haare im Bereich der Innenseite des äußeren Ohres dienen dem Schutz vor Fremdkörpern. Sie verhindern das Eindringen von Getreidegrannen und anderen Partikeln. Der Gehörgang von Hunden und Katzen ist zudem ganz anders aufgebaut als der des Menschen. Er ist dünner, stärker abgewinkelt und außerdem länger. Versucht man nun mit Ohrenstäbchen den Gang zu reinigen, schiebt man den Schmutz vor allem in die Tiefe, was fatale Folgen haben kann.

„Eine Besonderheit bilden wenige Hunderassen, wie zum Beispiel der Pudel. Er hat einen übermäßig stark behaarten Gehörgang, da kann es sinnvoll sein, die Behaarung teilweise zu entfernen. Bei Hunden mit Schlappohren muss ab und an bei der Reinigung  nachgeholfen werden, da diese Ohrformen oft nicht ausreichend belüftet werden“, beschreibt Frau Dr. Hölscher die Ausnahmen.

In diesen Fällen ist es sinnvoll, einen flüssigen Ohrreiniger ins Ohr zu geben. Und zwar so viel, dass beim Blick in die Ohrmuschel ein kleiner See erkennbar ist. Erst dann ist gewährleistet, dass der Gehörgang bis zum Trommelfell mit Reinigungsmittel gefüllt ist. Nach dem Befüllen wird die Ohrmuschel kurz von außen massiert. Die gesamte Prozedur vollzieht man als Tierhalter am besten im Freien, da sich der Pflegling in aller Regel kräftig schüttelt, sobald man ihn wieder sich selbst überlässt. Mit dem herausspritzenden Pflegemittel, wird aller Dreck und überschüssiger Ohrenschmalz mit entfernt.

Gesunde Tierohren weisen eine hellrosa Farbe auf, riechen neutral und sind frei von braunen Belägen. Sie bedürfen keinerlei Behandlung.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Dr. med. vet. Tina Hölscher, Veterinärin bei aktion tier, Tel.: 0177-2451198

(tierarzt@aktiontier.org).

aktion tier – menschen für tiere e.V.

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