LAMPERTHEIM Nun ist auch Lampertheim von den Auswirkungen der Geflügelpest betroffen: Durch den Vogelgrippefall in Mannheim wurde Lampertheim zur “Beobachtungszone” erklärt, in der Leinenzwang für Hunde herrscht und Katzen im Haus bleiben müssen.

Gestern wurde im Mannheimer Kaiser-Wilhelm-Hafen bei einer toten Ente die Wildvogel-Geflügelpest festgestellt. Die Behörden haben ein Sperrbezirk in einem Radius von 3 Kilometern rund um den Hafen verfügt. Zusätzlich wurde ein Beobachtungsgebiet gebildet. Diesem gehören Viernheim und Teile Lampertheims an – die Bereiche südlich der B 47 und westlich der A 67.

Wer einen Hund oder eine Katze hält, hat sicherzustellen, dass diese im Sperrbezirk oder im Beobachtungsgebiet nicht frei herumlaufen – so steht es in der Wildvogel-Geflügelpest-Schutzverordnung. Im Beobachtungsgebiet gilt für die Dauer von 30 Tagen nach Festlegung des Beobachtungsgebiets folgendes Ge- und Verbot: Geflügel, in Gefangenschaft gehaltene Vögel anderer Arten sowie Bruteier dürfen nur mit Genehmigung der Behörden innerhalb des Beobachtungsgebietes verbracht werden. Während der ersten 15 Tage dürfen sie gar nicht aus dem Beobachtungsgebiet verbracht werden.

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Verstöße gegen die Ge- oder Verbote sind Ordnungswidrigkeiten und können mit einer Geldbuße bis zu 25000 Euro geahndet werden. Noch gestern wollte die Stadtverwaltung Lampertheim an den Ortseingängen Schilder aufstellen, die auf das Geflügelpest-Beobachtungsgebiet hinweisen, sagte Erster Stadtrat Dr. Ulrich Vonderheid auf Nachfrage der LAMPERTHEIMER ZEITUNG. “Es besteht kein Grund zur Panik. Der Mensch ist nur in Gefahr, wenn er einen toten Wildvogel verspeist.” Vonderheid empfiehlt den Bürgern, Polizei oder Feuerwehr zu informieren, wenn sie tote Wildvögel entdecken.

Die LZ sprach mit Hundebesitzern, die gestern Nachmittag bei starkem Schneetreiben am Altrhein spazieren gingen. Werner Frödert hatte bereits vom Vogelgrippefall in Mannheim gehört. “Mein Labrador Ben ist aber sowieso immer an der Leine, insofern erfülle ich schon die behördliche Anweisung. Andere Hundehalter lassen ihre Tiere aber auf dem Biedensand frei laufen.” In nächster Zeit will Frödert allerdings den Biedensand mit seinem Hund meiden. Denn dort hielten sich derzeit viele Reiher und Kormorane auf. Sandra Neske wusste noch nichts vom Geflügelpestfall und den Anordnungen der Behörden. Mit ihren beiden Golden Retrievern Ronny und Spike spazierte sie gestern Nachmittag in Richtung Altrhein. Trotz Vogelgrippe will sie auf den Spaziergang auf dem Biedensand nicht verzichten.

von Oliver Lohmann

http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2288637

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