Brüssel/Berlin, 27. April 2007. Das Europäische Zentrum zur Validierung alternativer Methoden hat heute fünf neue “in-vitroâ€?-Tests bekannt gegeben. Diese Validierung trägt dazu bei, dass Haut- und Augenreizungsprüfungen nicht mehr an Kaninchen durchgeführt werden müssen. Die Tests gelten für eine Vielzahl von Produkten des täglichen Bedarfs, wie Spülmittel, Gesichtscremes oder Make-up. Sie stehen für buchstäblich Tausende von Chemikalien, die im Rahmen der neuen REACH-Chemikalienverordnung bewertet werden müssen.

Einer der validierten Tests, der das Verhalten menschlicher Haut simuliert und das Hautreizungspotenzial von Chemikalien mit großer Genauigkeit und Präzision bestimmen kann, wird Kaninchenversuche zur Gänze ersetzen. Zwei weitere Tests sind in der Lage, Auslöser schwerer Augenreizungen zu identifizieren, sodass Augentests an lebenden Kaninchen vermieden werden können. Darüber hinaus reduziert eine neue validierte Teststrategie für Hautallergien die Anzahl der Tierversuche um die Hälfte und spart bei der Umsetzung der REACH-Verordnung bis zu 240.000 Mäuse. Bei den Tests werden in-vitro-Zellkulturen verwendet, um das Hautreizungspotenzial von Chemikalien zu prüfen. Mit Hilfe einer realistischen Nachbildung der Eigenschaften menschlicher Haut lassen sich dann reizende und reizungsfreie Chemikalien feststellen.

Die fünf Tests sind ein wichtiger Teil der Politik der Europäischen Kommission zur Verringerung, Ersetzung und Verfeinerung von Tierversuchen in der EU. Von besonderer Bedeutung ist diese Politik vor allem vor dem Hintergrund der letzten Änderung der Kosmetikrichtlinie, die das Testen kosmetischer Inhaltsstoffe an Tieren ab 2009 verbietet, sowie der REACH-Chemikalienverordnung, die am 1. Juni 2007 in Kraft tritt. Diese Tests müssen nun von den Regelungsbehörden und den EU-Mitgliedstaaten genehmigt werden. Das Europäische Zentrum zur Validierung alternativer Methoden (ECVAM) der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission hat die Aufgabe, Tierversuche zur Ermittlung des Reizungspotenzials von Kosmetika, Arzneimitteln und Chemikalien zu ersetzen, zu verfeinern und zu reduzieren.

Quelle: http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/index_7048_de.htm

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