Berlin, 27.08.2010. Anlässlich des Weltfriedenstags veranstaltet der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter am kommenden Sonntag in Berlin zum dritten Mal einen internationalen Sternflug. Als Zeichen für 65 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges werden 65 000 Tauben in den Himmel steigen. Tausende Brieftauben werden jedoch ihren Heimatschlag in den Niederlanden, Dänemark, Russland, Polen und Tschechien nie erreichen. „Sie sterben an Erschöpfung, werden zur Beute von Greifvögeln oder tragen in anderen Städten zur Taubenüberpopulation bei“, kritisiert Judith Brettmeister von aktion tier. Allein in Berlin werden bereits wenige Stunden nach der Freilassung massenhaft desorientierte Brieftauben gemeldet.

„Ein Weltfriedenstag kann nicht mit Grausamkeiten gegenüber Tieren gefeiert werden“, betont Judith Brettmeister von aktion tier. Die Brieftauben fliegen nur deswegen Hunderte Kilometer weit nach Hause, weil die monogam lebenden Tiere brutal von ihrem Partner getrennt wurden. Noch schlimmer ist es, wenn Taubenmütter von ihrer Brut weggenommen werden. Schamlos wird hier die Bindung zu den Jungen oder dem Partner ausgenutzt, um die Vögel zu Höchstleistungen zu zwingen. Brieftauben werden schlicht als Sportgerät missbraucht. Diese „Rennpferde des kleinen Mannes“ sorgen so für lukrative Nebeneinkünfte des Taubenhalters. „Nach unserem Ermessen kommt das Freilassen der Tiere einem Aussetzen gleich und ist somit nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar“, betont Judith Brettmeister von aktion tier.

Brieftauben tragen als Erkennungsmerkmal immer mindestens einen Ring unter anderem mit der Länderkennung und der Vereinsnummer, anhand derer die Taube eindeutig identifiziert werden kann. Häufig tragen die Vögel außerdem am linken Bein einen Ring mit der Telefonnummer ihres Besitzers. „Wir haben noch nie erlebt, dass ein russischer oder polnischer Brieftaubenzüchter seine Taube aus Berlin abgeholt hätte“, sagt Judith Brettmeister von aktion tier. In der Regel müssen sich lokale Tierschutzorganisationen der geschwächten oder verletzten Vögel annehmen. Eine zusätzliche Belastung, die so nicht mehr hinnehmbar ist.

Daher fordert aktion tier den Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Herrn Walter Momper, auf, den „Internationalen Sternflug“ zu verbieten, um das jährliche, sich wiederholende Taubenelend zu verhindern. Sollte das Spektakel dennoch stattfinden, sieht aktion tier den Veranstalter in der Pflicht, sich um die verirrten Tauben zu kümmern und fordert Finder von Brieftauben auf, sich an den Verband Deutscher Brieftaubenzüchter zu wenden.

Verband Deutscher Brieftaubenzüchter: Tel. Tel.: 0201 / 87224-0; http://www.brieftaube.de

Lokale Vertrauensleute: http://www.brieftaube.de (Button „Verirrte Tauben“)

Ausländische Brieftaubenverbände: http://www.internet-taubenschlag.de (Button „Verirrte Tauben“)

aktion tier – menschen für tiere e.V. ist eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

Weitere Informationen bei:
Diplom-Biologin Ursula Bauer, aktion tier – Geschäftsstelle Berlin, Mobil 0178-4550868 (Berlin@aktiontier.org).

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