Zigtausende Mäuse müssen jedes Jahr für einen sinnlosen, längst ersetzbaren Test leiden und sterben. Die EU schreibt einen grausamen Tierversuch für die Prüfung von Muscheln auf mögliche Gifte vor, obwohl es eine tierversuchsfreie Methode gibt, die in Deutschland seit Jahren erfolgreich eingesetzt wird. Doch die EU fordert selbst von Deutschland, die
EU-Vorschriften einzuhalten und den Mäuse-Test wieder einzuführen. Der Bundesverband hatte auf Vorschlag seines Mitgliedsvereins animal2000 die “Muschelmaus” zum “Versuchstier des Jahres 2006″ gekürt und zum Protest aufgerufen.
Die EU-Kommission zeigt nun erste Schritte in die richtige Richtung. Für den Nachweis des PSP-Muschelgiftes ist die Zulassung einer In-vitro-Methode im Gespräch. Für das DSP-Muschelgift wird außerdem diskutiert, die Grenzwerte nach unten zu schrauben, um die Verbrauchersicherheit zu erhöhen. Der Mäuseversuch würde sich damit für DSP erledigen, denn mit ihm können diese geringen Mengen Gift nicht aufgespürt werden. Das ASP-Gift wird schon seit langem europaweit tierversuchsfrei getestet.
Die Entwicklung auf EU-Ebene ist nicht vom Himmel gefallen, sondern auf zahllose Proteste verschiedener Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen in Europa sowie die Arbeit von ZEBET (Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch) zurückzuführen.
Dass die EU-Kommission sich bewegt, ist erfreulich. Mehr als eine Bewegung in die richtige Richtung ist es allerdings noch nicht. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass den Mitgliedsstaaten wahrscheinlich lange Übergangsfristen eingeräumt werden, nachdem die In-vitro-Methoden in die EU-Gesetzgebung Eingang gefunden haben. Das Ziel, die Abschaffung des Mäuseversuchs für Muscheln, ist realistisch.Bis es aber soweit ist, werden noch viele Mäuse leiden und sterben.
Um den Prozess zu beschleunigen, ist weiterer Druck auf die EU unbedingt nötig! Bitte machen Sie mit!
Auf www.versuchstier-des-jahres.de/2006/ finden Sie einen Musterbrief an EU-Verbraucherschutzkommissar Markos Kyprianou und eine Unterschriftenliste zum Ausdrucken.
Besten Dank für Ihr Engagement!
Ihr Bundesverband Menschen für Tierrechte




