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Hamburg/Frankfurt/Main – Ob Diabetes, Knochenverschleiß oder Grauer Star – Haustiere haben im Alter oft ähnliche Leiden wie betagte Menschen. Allerdings können die Besitzer viel unternehmen, um ihrem Tier einen möglichst angenehmen Lebensabend zu ermöglichen. «Mit regelmäßigen Gesundheitskontrollen und einer ausgewogene Ernährung kann den Alterskrankheiten entgegengewirkt werden», erklärt der Hamburger Tierarzt Hans Joachim Dreiack. Zur ärztlichen Vorsorgeuntersuchung von Hunden und Katzen gehöre die Prüfung der Blutwerte und eine Urinprobe ebenso wie die Untersuchung der Zähne. «Zahnprobleme deuten sich häufig durch schlechten Geruch aus dem Maul an», erklärt Dreiack. Neben dem weniger gefährlichen Zahnstein kann es auch zu Eiterungen im Mundraum kommen. Eiterherde sollten dringend entfernt werden, da sie durch den Blutstrom zu den Herzklappen getragen werden können.

Um erste Anzeichen von Alterserkrankungen frühzeitig zu erkennen, sollten Tierhalter das Verhalten ihrer Vierbeiner aufmerksam beobachten. Bei Hunden, die beispielsweise Probleme beim Aufstehen haben und nicht mehr so gerne springen, bestehe der Verdacht auf eine Arthrose. Die Gelenkerkrankeung trete besonders bei großen, Tieren auf, sagte Astrid Behr vom Bundesverband praktizierender Tierärzte in Frankfurt. Wichtig sei, Beschwerden ernst zu nehmen und die Tiere nicht zu überanstrengen.

«Viele ältere Hunde können einfach nicht mehr im schnellen Tempo neben dem Fahrrad hersprinten», sagt Behr. Katzen wiederum litten zwar seltener an Gelenkveränderungen. Bei Stubentigern würden allerdings häufiger Probleme mit den Schilddrüsen auftreten, erklärt Behr. Aber auch Augenkrankheiten gehören zu den gängigen Leiden betagter Haustiere. «Trübe Augen können ein Zeichen für den Grauen Star sein.» Bei rechtzeitiger Diagnose bestehe die Möglichkeit, im Rahmen einer Operation die Sehfähigkeit wieder herzustellen.

Um Stoffwechselkrankheiten entgegenzusteuern, sei es wichtig, die Ernährung dem reiferen Alter anzupassen, sagt Tierarzt Dreiack. «Es gibt spezielle Seniorennahrung, die den Bedarf älterer Tiere an Vitaminen und Mineralien deckt». Wann die Leiden bei Hunden beginnen, hängt laut dem Bundesverband praktizierender Tierärzte auch von der Größe des Tieres ab. «Während sehr große Hunde in der Regel keine zehn Jahre alt werden, bleiben kleinere Rassen wie Dackel etwa 15 oder 16 Jahre am Leben», sagt Behr. Bei Hauskatzen sind der Expertin solche Unterschiede nicht bekannt: Ihre durchschnittliche Lebenserwartung liege bei 14 bis 15 Jahren. Nach Meinung von Uwe Kopernik sind eine gesunde Ernährung und viel Bewegung die beste Vorsorge gegen typische Alterserkrankungen. «Das ist wie bei den Menschen», sagt der Experte vom Verband für das deutsche Hundewesen in Dortmund. Er rät den Besitzern außerdem, ihre Vierbeiner von klein auf mit spielerischen Aufgaben «geistig fit» zu halten.
Quelle:

http://www.lvz-online.de/ratgeber/tiere/4372_84429.html

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