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Celle/Dortmund – Ein kurzes Schütteln der Leine reicht meist aus, schon kommt der Hund angelaufen und der Schwanz wedelt hin und her. Der Vierbeiner weiß, was als nächstes passiert: Er darf endlich Gassi gehen. Auch wenn es so kinderleicht scheint wie Spazierengehen, gibt es über das Entfernen der Häufchen und die Leinenpflicht hinaus einige Dinge, die Hundehalter beachten sollten.

«Insgesamt sollte man wenigstens dreimal über den Tag verteilt mit dem Hund raus – vor allem nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen», erklärt Wolf-Dieter Schmidt, Tierarzt aus Celle. Dazwischen sollte das Tier noch mindestens einmal ausgeführt werden. «Sechs bis sieben Stunden kann ein Hund aushalten, ohne raus zu kommen.» Mehr sollten es aber keinesfalls sein. Außerdem sollte man nicht mit dem Hund nach draußen gehen, wenn er gerade erst gefressen hat.

«Wie häufig der Gassigang notwendig ist, hängt auch von der Rasse des Hundes ab», erklärt Udo Kopernik, Sprecher des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) in Dortmund. «Das muss man individuell abstimmen und sich gegebenenfalls von VDH-Züchtern beraten lassen.» Schließlich brauchen lauffreudige Rassen wie Hüte- oder Windhunde mehr Auslauf als andere. «Ein Dackel hingegen ist kein Langstreckenläufer», fügt Kopernik hinzu.

Beim Ausführen selbst geht es nicht nur darum, dass der Vierbeiner seine Blase und seinen Darm entleert. «Der Hund braucht Gerüche zum Schnüffeln und etwas zu tun, damit er geistig gefordert wird und seine Muskeln trainiert werden», erklärt Schmidt. Egal, ob es sich um eine belebte Wiese handelt oder eine Fahrt im Fahrstuhl: Es sei wichtig, den Hund beim täglichen Gassigang neue Dinge erleben zu lassen. «Man sollte ihn dafür überall mit hinnehmen, wo es nicht explizit verboten ist», sagt der 62-jährige Veterinärmediziner. «Es ist zudem sinnvoll, die Strecke zu variieren, ihn an jedem Bordstein “Sitz” machen oder Gegenstände apportieren zu lassen.»

Kopernik rät jedoch davon ab, Stöckchen zu werfen, damit der Hund sie im Maul zurückbringt. «Für die empfindlichen Hundeschleimhäute besteht dabei Verletzungsgefahr», sagt der 52-Jährige. «Außerdem wird der Hund dann darauf konditioniert und schleppt jeden Prügel an.» Besser seien weiche Spielzeuge oder Wurfdummies mit Futterbröckchen. «Wichtig ist dabei, den Hund nicht zu zwingen», fügt Kopernik hinzu. «Auch wenn er es nach einiger Zeit tut, macht das Apportieren nicht jedem Hund Spaß.»

Das Herumlaufen ohne Leine macht dagegen den meisten Hunden Freude. Allerdings bringt das den Halter bisweilen schwierige Situationen – etwa, wenn der Vierbeiner ausbüxt. «In diesem Fall macht es keinen Sinn hinterher zu laufen», erläutert Schmidt. «Besser ist es, sich zu verstecken, weil man so für den Hund interessant wird und er seinen Besitzer sucht.» Statt ihn für eine solche Aktion zu bestrafen, sollte man den Hund loben, dass er zurückgekommen ist.

Brenzlig kann es außerdem werden, wenn Rüden auf andere Rüden treffen. «In so einer Situation ist es am besten, die Leine kurz zu halten und zügig vorbei zu gehen», sagt Schmidt. Dass Hunde mal ein bisschen miteinander rangeln, ist ganz normal. «Man sollte nur im Ernstfall eingreifen», fügt der Veterinär hinzu. «Sollte der Hund dann nicht angeleint sein, zieht man ihn am besten nicht am Kopf, sondern am Schwanz oder den Hinterbeinen weg.»

Wühlt und schnüffelt der Hund im Sommer durch Büsche und Wiesen, kann er sich Zecken einhandeln, die entfernt werden müssen. Im Winter sollte rissigen Pfoten vorbeugt werden, indem man sie mit Balsam einreibt oder mit Pflegespray besprüht. Mit Eis und Schnee kommen Hunde zwar gut zurecht, sie können sich aber durch scharfkantigen Rollsplitt verletzen. Zudem ist wichtig, die Pfoten nach dem Auslauf mit lauwarmem Wasser von Streusalz und Eisklümpchen zu säubern.

Wer seinen Hund wegen einer Reise, dem Beruf oder einer Krankheit nicht regelmäßig selber ausführen kann, für den bietet sich eine der Hundesitteragenturen an, die es deutschlandweit gibt. In Braunschweig beispielsweise hat die Hundetrainerin Katrin Ebeling vor einigen Jahren so eine Vermittlung gegründet.

Die Preise variieren dabei je nach zeitlichem Aufwand: Bis zu sechs Stunden kosten 10 Euro und für einen ganzen Tag inklusive Übernachtung werden 22 Euro in Rechnung gestellt. «Das Ausführen wird individuell auf jeden Hund abgestimmt», sagt Ebeling. Wer mit ihm ausgeht, ist dem Vierbeiner dann meist egal. Man muss ihm nur ein Zeichen geben. Ein Schütteln mit der Leine genügt meist.

Quelle: http://www.lvz-online.de/ratgeber/tiere/4372_87233.html
15.03.07

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