Deutsches Tierhilfswerk schreibt Brief an EU-Kommissar Markos Kyprianou und fordert die Einhaltung des Tierschutzgesetzes
Berlin/München, 26.01.2006. Die Türkei will die Ausbreitung der Vogelgrippe mit massiven Notschlachtungen von Geflügel verhindern. In den nächsten Wochen sollen etwa 14 Millionen Hühner geschlachtet werden.
Die europäische Union beschloss gestern, sich in der Türkei mit einem acht Millionen Euro Programm im Kampf gegen die Seuche zu engagieren. Da sich die Türkei, wie der EU-Kommissar Markos Kyprianou ausführte, der heute in das Krisengebiet gereist ist, als EU-Kandidatenland auf ein Höchstmaß an Kooperation und Unterstützung von Seiten der EU verlassen können muss.
Gleichzeitig sehen wir Bilder in den Nachrichten, die zeigen, dass im Land am Bosporus grausamste Tötungsmethoden am Geflügel stattfinden. Tiere werden hierbei in Plastiksäcke gesteckt und bei lebendigem Leib begraben. Trotz allem Verständnis dafür, dass bei einer derartigen Seuchengefahr sehr schnell alle nur denkbaren Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen, um dieser Gefahr zu begegnen, sind diese konkreten Tötungsmaßnahmen einer zivilisierten Nation unwürdig.
„Täglich“, führt Judith Schmalzl vom Deutschen Tierhilfswerk e.V. in München aus, „erreichen uns eine Flut von Zuschriften und Anrufen von Tierfreunden aus ganz Deutschland, die ihr Entsetzen über diese Vorgehensweise zum Ausdruck bringen.“
Und obwohl es in der EU Tierschutz-Standards gibt, z.B. die Richtlinie über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Schlachtung oder Tötung (zum Zeitpunkt der Schlachtung oder Tötung sollen den Tieren vermeidbare Schmerzen und Leiden erspart bleiben), gab es von Seiten der EU bisher keinen Aufschrei. Auch bei dem acht Millionen Euro Programm ist von einer Einhaltung des Tierschutzes keine Rede.
Das Deutsche Tierhilfswerk hat deshalb in einem Brief den EU-Kommissar Markos Kyprianou gebeten, nicht nur die Pflichten der EU gegenüber einem potentiellen Beitrittsland einzulösen, sondern im Gegenzug die Türkei aufzufordern, auch ihre Pflichten, nämlich die Notschlachtungen ohne Qualen für die Tiere, durchzuführen.
Das Deutsche Tierhilfswerk ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperationspartnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Weitere Informationen bei:
Judith Schmalzl, DTHW-Geschäftsstelle München, Tel.: 089-75969252 (judithschmalzl@tierhilfswerk.de)
Deutsches Tierhilfswerk e. V.
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